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am 29. August

Überflieger statt Abfangjäger: Mehr Geld für Bildung

- Die Milliarden für neue Abfangjäger können wir uns sparen. Eine gut finanziertes Bildungssystem für unsere Kinder nicht.

„Österreichs Luftraumüberwachung funktioniert. Wir Grüne sagen daher: Nein zu neuen Abfangjägern. Ja zu mehr Geld für die Bildung unserer Kinder und Jugendlichen.“
Ulrike Lunacek, Grüne Spitzenkandidatin
Bild: Ulrike Lunacek und Harald Walser
Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek und Bildungssprecher Harald Walser bei der Pressekonferenz

in bildung investieren

"Nach dem Ende der alten Saab 105-Jets und dem geplanten Aus für die Eurofighter gehen die Kosten für neue Abfangjäger ​in die Milliarden. Dieses Geld kann viel sinnvoller in die Bildung investiert werden", sagt unsere Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek.

99,99 Prozent aller Überflüge werden von der zivilen Luftraumüberwachung allein bearbeitet. Seit 1996 ist kein einziges Mal ein Flugzeug zur Landung gezwungen worden. Die Radarüberwachung, die Flugzeuge schon vorher identifiziert, ist daher ausreichend.

Bildungsreform finanzieren

Durch den Verzicht auf Eurofighter-Nachfolger stünden etwa 1,77 Milliarden Euro für die nächste Gesetzgebungsperiode zur Verfügung. Ein Drittel dieser Summe soll in die SoldatInnen-Ausbildung fließen. Der große Rest soll für das unterfinanzierte Bildungssystem verwendet werden. Am 28. Juni 2017 wurde die Bildungsreform ​vom Parlament beschlossen. Für die Umsetzung dieser wichtigen Reform muss daher auch ausreichend Geld zur Verfügung stehen.

„Es braucht eine Ausbildungsoffensive für Lehrerinnen und Lehrer. Das Geld aus den Eurofightern soll umgewidmet werden.“
Harald Walser, Bildungssprecher

SCHLUSS MIT KÜRZUNGEN IN DER BILDUNG – WIR GRÜNE WOLLEN:

1. EINEN CHANCEN-INDEX

Das Bildungsreformpaket sieht vor, die Mittel in der Bildung auf Basis eines Chancenindex zu vergeben. Damit sollen Schulen, die auf Grund verschiedener Faktoren (z.B. niedriger Bildungsstand der Eltern, hoher Anteil an SchülerInnen mit Defiziten in der Unterrichtssprache, geografische Randlagen u.ä.) besondere Herausforderungen zu meistern haben, zusätzliche Mittel für die Förderung der SchülerInnen erhalten. Schulen brauchen dabei auch Beratung und Unterstützung bei der Entwicklung von Förderkonzepten.

2. MEHR LEHRERINNEN UND LEHRER

Allein im Pflichtschulbereich werden in den nächsten zehn Jahren etwa 10.000 Lehrkräfte fehlen​. Bei rund 29.000 Pensionierungen und einem Mehrbedarf von mindestens 7.000 durch die steigenden Geburtenzahlen kommen optimistisch gesehen nur etwa 28.000 AbsolventInnen der Pädagogischen Hochschulen (PH) in die Schule. Es braucht daher umgehend Gegenmaßnahmen: mehr Studienplätze an den PH, Anreize für QuereinsteigerInnen motivieren und ein einheitliches Dienstrecht für flexibleren Einsatz.

3. inklusive bildung

Wir wollen erreichen, dass Sonderschulen nicht mehr notwendig sind. Alle Kinder sollen die Möglichkeit und das Recht haben, die nächstgelegene Schule oder den Kindergarten zu besuchen, wo sie die nötige Unterstützung erhalten.

Die Umsetzung der Bildungsreform bedeutet, dass an jeder Schule SonderschulpädagInnen eingesetzt werden können, wenn es Bedarf gibt. Die Schulen müssen diese Ressource abrufen können. Wenn kleine Klassen benötigt werden, damit man Kindern ein geeignetes Lernumfeld schaffen kann, dann muss das finanziert werden. Es müssen AssistentInnen bereitgestellt werden, die im Alltag unterstützen ebenso wie medizinisches Personal, das eventuell nötige medizinische oder pflegerische Tätigkeit übernimmt. Das darf nicht in die Verantwortung der Lehrkräfte übertragen werden.

4. ein Sprachförderkonzept

Zwischen 300.000 und 500.000 Wörter gibt es laut Schätzungen im Deutschen. Allein der Standardwortschatz umfasst 70.000 Wörter, etwa doppelt so viele stehen im Duden. Diese Zahlen machen deutlich, dass Sprachförderung für SchülerInnen mit Defiziten in der Unterrichtssprache nicht nach ein oder zwei Jahren abgeschlossen sein kann, wie es derzeit der Fall ist. Es braucht daher ein umfassendes Konzept zur Sprachförderung. Als Vorbild bietet sich hier das Hamburger Modell für Sprachförderung (FörMig) an.​

Info-Box: sprachförderung

Das Hamburger Modell für Sprachförderung (FörMig) sieht eine frühe durchgängige Förderung der Erstsprachen und der Bildungssprache vom Kindergarten bis zum Ende der Volksschule vor.

Hamburg stellt für Sprachfördermaßnahmen in Brennpunkt-Kinderbetreuungseinrichtungen um 24 Prozent mehr Personal zu Verfügung. Das Personal ist – im Gegensatz zu Österreich – ausgebildet. Hamburg bezieht Eltern sehr früh mit ein, z.B. über Sprachkurse, Veranstaltungen u.a.

Nach einem Jahr Förderung in vorschulischen Einrichtungen reduzierte sich die Anzahl der Kinder mit Sprachförderbedarf um 51 Prozent.

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