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am 16. Juni 2017

Digitale (R)evolution: "Wir müssen die Arbeitswelt völlig neu denken"

- Die Digitalisierung der Arbeitswelt bringt Veränderungen, die neue Spielregeln brauchen. Die Rahmenbedingungen des Wandels müssen aktiv gestaltet werden.

digitale (R)evolution und Arbeitswelt

Im dritten Grünen Fachgespräch der Reihe "Digitale (R)Evolution" standen am 12. Juni 2017 die Herausforderungen im Zentrum, die sich durch die Digitalisierung im Hinblick auf die Arbeitswelt ergeben. 

Der Einladung des Grünen Parlamentsklubs folgten erneut zahlreiche interessierte BesucherInnen. Mit ExpertInnen wurden u.a. folgende Fragen diskutiert: Wie wird die Arbeitswelt von morgen aussehen? Welche neuen Arbeitsfelder und Berufsbilder entstehen und welche Bereiche sind bedroht? Wie sehen die Rahmenbedingungen für die Arbeit von morgen aus (Stichwort Arbeitszeitverkürzung)? Und wie macht sich Digitalisierung schon heute am Arbeitsmarkt (Qualifikation, Arbeitszeit, Arbeitsschutz, Arbeitsrecht etc.) bemerkbar?​

Bild: Digitalisierung und Arbeitsmarkt, Ruperta Lichtenecker
Ruperta Lichtenecker war Gastgeberin des Fachgesprächs
„Wir müssen Arbeit und Verteilung neu denken, um nachhaltige Entwicklung und eine solidarische Gesellschaft zu sichern.“
Ruperta Lichtenecker, Wirtschafts- und Forschungssprecherin

DIGITALISIERUNG AKTIV GESTALTEN

Dr.in Annika Schönauer, Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt (FORBA): "Ob Digitalisierung zur Bedrohung oder Chance wird, ist eine Gestaltungsfrage. Technologische Innovationen haben das Potential, unser Leben besser, gesünder und nachhaltiger zu machen. Ob wir diesen oder den gegenteiligen Weg einschlagen, ist noch offen."​

Dr. Thomas Leoni (WIFO): "Die Digitalisierung hat sich bisher in den einzelnen Branchen der Wirtschaft sehr unterschiedlich ausgewirkt. Obwohl es in einigen Bereichen bereits tiefgreifende Veränderungen gab, ist in den meisten Branchen ein gradueller Wandel beobachtbar. Trotz der großen Ungewissheit über zukünftige Entwicklungen ist der technologische Wandel ein gestaltbarer Prozess. Die Herausforderung besteht darin, durch entsprechende Weichenstellungen und Maßnahmen einerseits Risiken abzufedern und andererseits die Verwirklichung der Chancen der Digitalisierung zu fördern."​

Ing. Markus Vogl, Abg.z.NR., Vorsitzender der GPA-djp OÖ: "Computer und Netzwerktechnologien haben die Produktivität steigen lassen und neue Berufe entstehen. Veränderung ist notwendig, darf aber nicht auf Kosten der Menschen gehen. Oft werden neue Technologien zur Überwachung und "Optimierung" von MitarbeiterInnen eingesetzt. Für BetriebsrätInnen und GewerkschafterInnen ist es eine wesentliche Aufgabe den Menschen in der modernen Arbeitswelt Mensch bleiben zu lassen. Klar ist jedenfalls: Wir müssen die Rahmenbedingungen der Digitalisierung aktiv gestalten!"​


„Unser Arbeits- und Sozialrecht braucht ein Upgrade. Die Digitalisierung bringt Veränderungen, die neue Spielregeln brauchen.“
Birgit Schatz, Sprecherin für ArbeitnehmerInnen
Bild: Digitalisierung und Arbeitsmarkt, Birgit Schatz
Birgit Schatz, Grüne Sprecherin für ArbeitnehmerInnen, bei ihrem Vortrag

RISIKEN UND CHANCEN

Dr. Herbert Buchinger, Vorstandsvorsitzender AMS: "Jede Veränderung birgt Risiken und Chancen. Wenn wir auf die VerliererInnen der digitalen Revolution vergessen, bleibt der Wandel angstbesetzt und entfaltet nicht seine vollständigen Potenziale."

Dr. Rolf Gleißner, Wirtschaftskammer Österreich: "Die Digitalisierung wird oft als drohender Komet wie bei Nestroy gesehen. Dabei sind die Auswirkungen überwiegend positiv: Trotz dem technologischen Wandel waren noch nie so viele Menschen in Österreich beschäftigt. Die Arbeit geht uns nicht aus. Das Aufkommen aus Sozialabgaben steigt stabil."


Bild: Digitalisierung und Arbeitsmarkt, Gruppenfoto
v.l.: Ing. Markus Vogl, Dr. Rolf Gleißner, Dr.in Ruperta Lichtenecker, Dr.in Annika Schönauer, Mag.a Birgit Schatz, Dr. Herbert Buchinger, Dr. Thomas Leoni
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