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am 24. September 2015

VW-Abgas-Skandal: Betrug an der Umwelt

- Jetzt hat Volkswagen also auch zugegeben, dass von den Manipulationen bei Abgasmessungen auch Autos in Europa betroffen sind. Wir fordern deshalb unabhängige Abgas-Tests.

Europas größter Autohersteller steht vor einem handfesten und hausgemachten Skandal, die Autolobby hat das übergroße Vertrauen, das ihr von vielen Seiten entgegengebracht wurde, schlicht missbraucht. Im Interesse der Gesundheit, der Umwelt und des Klimas müssen KonsumentInneninteressen, Transparenz und ehrliche Zahlen unbedingt im Mittelpunkt stehen.

Dieselboom in Europa stoppen

Abgesehen vom Skandal an sich sind die Folgen der VW-Manipulation für Umwelt und Gesundheit in den USA bei nur 7 Prozent Diesel-Anteil in der PKW-Flotte noch einigermaßen überschaubar. Anders bei uns: In Europa werden drei Viertel (7,5 von 10 Mio) der weltweit verkauften Dieselautos in den Markt gedrückt. In Österreich sind 2,7 Mio Diesel-PKW zugelassen, rund 57 Prozent der Gesamtflotte. Dazu kommen noch zahlreiche Fiskal-LKW und Kleintransporter. Hauptmotor hinter dem Dieselboom ist die starke steuerliche Begünstigung von Diesel im Vergleich zu Benzin. Ergebnis: In Österreich wurden 2010 dreimal so viel Diesel verkauft wie noch 1990.

Diesel-PKW verursachen typischerweise 10 x höhere NOx-Emissionen (Stickstoffoxide) als Benzin-PKW. Dieselabgase sind krebserregend und auslösend bzw. verschärfend für viele weitere Krankheitsbilder insbesondere im Bereich der Atemwege und Herz-Kreislauf-Systems.

Stickoxide – alles andere als gut für die Gesundheit

Stickoxide stehen im Mittelpunkt des aktuellen Skandals. Warum sind sie ein gesundheitlich so brisantes Thema? Stickoxide sind wesentliche Ozon- und Feinstaub-Vorläufersubstanzen und haben auch selbst gravierende Gesundheitsfolgen: vor allem Atemwegsprobleme inklusive Asthma sowie Herz-Kreislauf-Beeinträchtigungen werden ausgelöst bzw. verschärft, es gibt auch Hinweise auf vorzeitige Todesfälle und körperliche Unterentwicklung von Neugeborenen.

„60 Prozent der Stickoxid-Emissionen stammen aus dem Straßenverkehr und dort im überwiegenden Maß von Dieselfahrzeugen.“
Georg Willi, Grüner Verkehrssprecher

60 Prozent der NOx-Emissionen stammen aus dem Straßenverkehr und dort im überwiegenden Maß von Dieselfahrzeugen. Österreich ist bei NOx das Schlusslicht in der EU und meilenweit von den Werten entfernt, die laut NEC-Richtlinie der EU und Emissionshöchstmengengesetz seit vielen Jahren eingehalten werden müssten.

Ein Grüner Antrag, der die Missstände bei der gesundheitsgefährdend hohen NOx-Belastung abstellen will,  wird von der Regierungsmehrheit seit einem Jahr im Umweltausschuss verschleppt.

Unsere Forderungen – aktueller denn je

Angesichts des aktuellen VW-Abgas-Skandals verlangen wir von Umweltminister Andrä Rupprechter unabhängige Abgas-Tests. Die Abgasmessungen unter realistischen Fahrbedingungen müssen den Laborergebnissen entsprechen, und dabei darf es keine Toleranz geben.

Abgase

Wir fordern:

  • unabhängige Nachtests für Abgase und CO2-Emission inkl. Veröffentlichung und Nennung der Hersteller, Modelle etc.
  • den Übergang zum europaweit einheitlichen neuen Prüfverfahren für neu genehmigte Kraftfahrzeuge so früh wie möglich im Jahr 2016 – und nicht wie geplant erst im Oktober 2017 oder später
  • eine Notbremse bei hochrangigen Straßenbauprojekten, die auf Basis realitätsfremder Emissions- und Immissionswerte „umweltverträglich gerechnet“ wurden (z.B. Linzer Westring A26, Fürstenfelder Schnellstraße S7) und derzeit gerade werden (z.B. Lobauautobahn S1, Marchfeldschnellstraße S8)
  • eine realitäsnähere und wirksamere Gestaltung des Personenkraftwagen- Verbraucherinformationsgesetz (PKW-VIG) – nötigenfalls muss die Regierung sich auch um die Verschärfung der EU-Grundlage dieses Gesetzes kümmern
  • die Beendigung des Tiefschlafs, den die Regierung bei einem wirksamen NOx-Reduktionsprogramms an den Tag legt 
  • den Stopp des Dieselboom mithilfe einer gerechten Besteuerung – weg mit dem Diesel-Steuerprivileg von 8,5 Cent pro Liter!


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