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am 30. Oktober 2012

Der lange Weg zum Arbeitsplatz

- Die allmorgendliche und allabendliche Blechkarawane rollt langsam, das eigene Auto steckt mittendrin. Für viele Menschen liegt ein langer wie teurer Weg zwischen Wohnort und Arbeitsplatz. Unsere nachhaltige Alternative: eine leistbare Mobilität mit Zukunft.

Tag für Tag pendeln in Österreich etwa 3,6 Millionen Menschen zwischen Wohn- und Arbeitsort. In den letzten 40 Jahren hat sich die mittlere Pendeldistanz auf über 20 Kilometer verdoppelt, die Zahl der PendlerInnen verdreifacht, die insgesamt gefahrenen PKW-Kilometer haben sich verachtfacht. Pendeln ist mit hohen Kosten für Einzelpersonen und für die Allgemeinheit verbunden. Für Arbeitgeberleistungen (Kosten für Parkplätze und Fahrtkostenzuschüsse), private Kosten des Pendelverkehrs (Autokosten, Fahrkarten und aufgewendete Freizeit) sowie externe Kosten des Pendelverkehrs (Unfallfolgekosten, Umweltbelastung, Staukosten) zahlen ArbeitnehmerInnen, ArbeitgeberInnen und die Allgemeinheit insgesamt zirka neun Milliarden Euro pro Jahr. Fast 2.000 Euro oder zwölf Prozent ihres durchschnittlichen Jahres-Nettoeinkommens geben Pendelnde im Schnitt aus, um mit dem Auto zur Arbeit zu gelangen.

Reform der Pendlerförderung

Mehrere hundert Millionen Euro pro Jahr an Förderungen und steuerlichen Besserstellungen des PKW-Pendelns und große Defizite im Bus- und Bahnangebot zwingen viele PendlerInnen geradezu ins teure Auto. Die derzeitige Pendlerförderung bevorzugt Gutverdienende und die Benützung des Autos, ist somit sozial und ökologisch ungerecht.

Die Pendlerpauschale muss gerecht umgebaut werden: Bus- und Bahn-Pendeln muss anders als derzeit mindestens gleich hoch wie die PKW-Benutzung gefördert werden, Teilzeitbeschäftigte und Wenigverdiener dürfen nicht mehr benachteiligt werden. Zeitkarten für den Öffentlichen Verkehr sollen generell statt wie bisher nur in wenigen Spezialfällen steuerlich voll berücksichtigt werden. Daneben sind auch beim Kilometergeld die einseitigen Überzahlungen beim Kfz abzustellen.

Ein besseres Öffi-Angebot

Flankiert werden muss diese Reform durch mehr und besser ausgebaute Netze des Öffentlichen Verkehrs – zu leistbaren Kosten. Eine Mobilitätscard würde könnte als Netzkarte für alle Öffis gelten. Ein integrierter Taktverkehr mit verlässlichen Bahn- und Bus-Anschlüssen in Taktknoten sowie Park&Ride in der Region können das Umsteigen zusätzlich erleichtern.

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