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am 27. Mai 2015

Wir schwärmen am Bienenschutz-Aktionstag aus

Eva Glawischnig, Wolfgang Pirklhuber - Wir Grüne informieren im Rahmen unseres "Bienenschutz-Aktionstages" in ganz Österreich über das Bienensterben und was jede und jeder ganz konkret zum Bienenschutz beitragen kann.

„Wir dürfen dem Bienensterben nicht mehr länger tatenlos zusehen – wir müssen handeln. Nicht später oder morgen. Sondern jetzt und sofort!“
Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher
Bild: Bienenaktionstag am 27.5.2015 mit Eva Glawischnig und Wolfgang Pirklhuber
Dieter Brosz, Wolfgang Pirklhuber, Eva Glawischnig, Christiane Brunner (v.l.n.r.)

Bienenaktionstag

Bei unserem "Bienenschutz-Aktionstag" haben Bundessprecherin Eva Glawischnig, Landwirtschaftssprecher Wolfgang Pirklhuber, Umweltsprecherin Christiane Brunner und Mediensprecher Dieter Brosz am 27.5. in Wien am Rochusmarkt im 3. Bezirk Informationsmaterial verteilt und in Gesprächen mit MarktbesucherInnen über das Thema informiert.

Hier gibt es unseren Folder als PDF zum Runterladen.

Bienengefährliche Pestizide verbieten

Auf politischer Ebene kämpfen wir Grüne für eine Verlängerung und Ausweitung der derzeitigen EU-weiten Beschränkung bienengefährlicher Pestizide. Noch sind drei sogenannte Neonicotinoide (Pestizide) in der EU nicht zugelassen, das Moratorium läuft aber Ende des Jahres aus und Chemiekonzerne machen gemeinsam mit der Agrarindustrie massiven Druck auf Brüssel, die Pestizide wieder zuzulassen. In Österreich gilt das Moratorium bis Oktober 2016. Wie es danach weitergeht, ist aber unklar.

Bienen und andere Insekten sind unverzichtbar, um den Hunger der wachsenden Weltbevölkerung zu stillen, denn trotz des technischen Fortschritts hängt die Landwirtschaft von den Bestäubern ab. Drei Viertel aller weltweit landwirtschaftlich angebauten Pflanzen ist auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen.

Als eine der Hauptursachen für das Bienensterben wurde der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft, so genannte Neonicotinoide, identifiziert. Zwar sind die alljährlichen Erhebungen der Wintersterblichkeit von Bienenvölkern noch im Gange, ImkerInnen berichten jedoch, dass diese für den Winter 2014/2015 höher ausfallen wird als üblich. Dies liegt einerseits am vergangenen warmen Winter, der die Bienen zu früh aus der Ruhephase geweckt hat. Andererseits aber auch an Pestiziden, die weiterhin in der Landwirtschaft erlaubt sind oder auch im Privatbereich eingesetzt werden.

„Die Beschränkung der bienengiftigen Pestizide darf nicht zurückgenommen werden. Eine Land­wirt­schaft ohne bienengefährliche Pestizide ist möglich!“
Eva Glawischnig, Bundessprecherin und Klubobfrau

BIENENSCHUTZ-MASSNAHMEN AUSWEITEN UND VERLÄNGERN

Zahlreiche neue wissenschaftliche Untersuchungen der letzten zwei Jahre belegen, dass der Einsatz von giftigen Pestiziden für das Bienensterben mit verantwortlich sind. Hunderte wissenschaftliche Artikel zum Thema zeigen, dass der Neonicotinoid-Einsatz negative Auswirkungen auf zahlreiche Nützlinge haben kann, beispielsweise ein früher Tod der Königinnen bei Honigbienen und eine geringere Fortpflanzungsrate bei Wildbienen.

Der Einsatz von Neonicotinoiden steht im Widerspruch zu den Grundsätzen einer modernen, nachhaltigen und umweltschonenden Landwirtschaft, die den Einsatz von Pestiziden nur als allerletztes Mittel wählt und zuvor die Palette an ökologisch verträglichen Maßnahmen wie beispielsweise Fruchtfolge oder Sortenwahl ausschöpft.

der grüne BIENENSCHUTZ-PLAN

Der Einsatz von bienenschädlichen Giftstoffen muss umfassend verhindert werden. Die Pestizide Imidacloprid, Thiamethoxam, Clothianidin, Fipronil, Chlorpyrifos, Cypermethrin und Deltamethrin gefährden die Bienen und haben auf dem Acker, auf öffentlichen Flächen und im Privatgebrauch nichts zu suchen.

  1. Weniger Pestizide!
  2. Gift gegen Bienen europaweit beschränken: Verlängerung und Ausweitung der EU-weiten Beschränkung bienengefährlicher Pestizide.
  3. Öko statt Chemiekeule: Forschung der ökologischen Alternativen zu Pestiziden fördern und Schädlinge wie den Maiswurzelbohrer und den Drahtwurm mit ökologischen Mitteln bekämpfen.
  4. Kein Gift im Park: Bienengefährliche Mitteln auf öffentlichen Flächen verbieten.
  5. Milben natürlich bekämpfen: Varroamilbe gezielt mit umweltgerechten Methoden bekämpfen, um dadurch Bienenkrankheiten zu minimieren.
  6. Robuste Bienen züchten: Zucht von robusteren, unserem Klimaangepassten Bienenvölkern unterstützen.
  7. Mehr Blumen: Anlage von Bienenweiden und Blühpflanzen für Insekten in Wiesen, öffentlichen Grünflächen, Firmengeländen sowie an Straßenrändern fördern.
  8. ImkerInnen fördern: Die Arbeit der ImkerInnen durch eine Leistungsabgeltung an die Imkervereine unterstützen.
  9. Bewusstsein schaffen: Informationen weitergeben und Bewusstseinsbildung für ein bienenfreundliches Verhalten betreiben.
  10. Neu-ImkerInnen unterstützen.

Ausführliche Infos finden Sie in unserer Broschüre zum Download!

Die Grünen Tipps für den Bienenschutz:

  • Kaufe Bio-Lebensmittel! Bei der Herstellung von Bio-Lebensmitteln werden keine chemisch synthetischen Pestizide verwendet. Das hilft nicht nur den Bienen, sondern auch dir, da du weniger belastete Nahrungsmittel einkaufst.
  • Im eigenen Garten solltest du keine Insekten- oder Unkrautvernichtungsmittel benutzen, da sie den Bestäubern schaden könnten.
  • Wenn du einen Balkon oder Garten hast, kannst du eine Wildblumenwiese anlegen und darauf achten, dass auf deinem Rasen nicht nur Gras, sondern auch Klee und Gänseblümchen wachsen – diese Pflanzen bieten Wildbienen Nahrung.
  • Wenn du Bienen einen besonderen Gefallen tun willst, pflanze Kräuter wie Oregano oder Lavendel auf deinem Balkon – sie produzieren viel Nektar, genauso wie Obstbäume.
  • Sommerblüher pflanzen: Achte darauf, dass du nicht nur Pflanzen hast, die im Frühling blühen – auch im Sommer suchen Bienen noch nach Nahrung.
  • Forsythien und Geranien meiden: Außerdem gibt es einige Pflanzen, auf die du verzichten solltest. Dazu gehören Forsythien und Geranien, die weder Pollen noch Nektar bilden.
  • Kauf Honig von ImkerInnen aus der Region. Vielleicht kannst du auch einmal beim Honigschleudern zuschauen und Interessantes über Biene erfahren.

Bienenschwarm am 27. Mai 2015

Dieter Brosz/Mediensprecher, Wolfgang Pirklhuber/Landwirtschaftssprecher, Eva Glawischnig/Bundessprecherin, Christiane Brunner/Umweltsprecherin
  • Eva Glawischnig, Bundessprecherin
  • Eva Glawischnig, Bundessprecherin
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