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am 18. Jänner

Tankerunglück in China: schlimmer als Exxon Valdez

Werner Kogler, Die Redaktion - Es ist das schwerste Tankerunglück seit Jahrzehnten: Wale, Seevögel und die gesamte Meeresfauna vor der chinesischen Küste sind in akuter Lebensgefahr.

​Vor den Augen der Weltöffentlichkeit ereignet sich gerade eine Umweltkatastrophe ungeahnten Ausmaßes. Nachdem der iranische Tanker "Sanchi" 300 km vor der ostchinesischen Küste gesunken ist, breitet sich nicht nur ein riesiger Ölteppich aus ​–​ es sind gleich vier mit einer Gesamtgröße von 100 Quadratkilometern.

schlimmer als "exxon valdez"

Der Öltanker hatte insgesamt etwa 1.000 Tonnen extrem giftiges und umweltschädliches Schweröl und 136.000 Tonnen Ölkondensat geladen. Dabei handelt es sich um ein besonders hochwertiges, flüssiges und leicht entflammbares Erdöl, woraus Benzin, Düsen-, Diesel- und Heizbrennstoff gewonnen wird. Dieses hochgiftige Erdölprodukt fließt nun in gigantischen Mengen ins Meer – s​oviel wie nie zuvor in der Geschichte. 

Experten sind sich sicher: Selbst wenn nur 20 Prozent der Ladung ins Meer gelangt, entspricht dies in etwa der Menge an Rohöl, die bei der Havarie des Öltankers "Exxon Valdez" 1989 vor Alaska ausgelaufen ist. Damals wurden 2.000 Kilometer Küste verseucht. Hunderttausende Fische, Seevögel und andere Tiere starben als direkte Folge des Unglücks. Da die Ölreste bis heute – also fast 30 Jahre später! –​​ noch nicht abgebaut sind, vergiften sich die in Süd-Alaska lebenden Tiere schleichend über die Nahrungsaufnahme noch immer.  

„Das Tankerunglück beweist, dass der Ausstieg aus der Fossilindustrie - vor allem aus der Ölwirtschaft - beschleunigt werden muss!“
Werner Kogler, Grüner Bundessprecher

raus aus der fossilindustrie!

WAS WIR GRÜNEN FORDERN:

  •  Stopp österreichischer Beteiligungen an internationalen Ölpipelineprojekten. ​Denn Österreich investiert Milliarden in Kohle und Öl [Link auf PDF, Divestment-Studie].
  • Einführung einer CO2‐ Steuer im Rahmen einer ökosozialen Steuerreform sowie Ausdehnung der LKW-Maut auf alle Straßen.
  • Divestement. ​Ziel von„Divestment“-Initiativen​ist der Abzug von Vermögen und Kapitalanlagen, die zur Finanzierung der fossilen Energiegewinnung beitragen – und damit den zerstörerischen Klimawandel vorantreiben. Denn um die Erderwärmung (Ziel: 2 Grad) zu begrenzen, muss der Großteil der fossilen Energiereserven im Boden bleiben!​
Die Katastrophe voon Exxon Valdez, 1989.
Die Katastrophe der Exxon Valdez, 1989: Laut Experten hat der Untergang der "Sanchi" fünf mal schlimmere Folgen

akute Lebensgefahr für Wale, Seevögel und Fische

Ölkondensat ist besonders heimtückisch und umweltschädlich. Denn es bildet im Gegensatz zu Rohöl ​keinen Teppich auf der Meeresoberfläche. Stattdessen erzeugt der Stoff unter Wasser eine giftige Säule aus Kohlenwasserstoffen, die von der Meeresoberfläche aus nicht zu sehen ist. Für die Wale, Seevögel, Fische und das Plankton im Ostchinesischen Meer bedeute dies akute Lebensgefahr. Außerdem können die Tiere chronische Krankheiten entwickeln oder unfruchtbar werden. 

Die "Sanchi" ​war am 6. Jänner nach der Kollision mit einem chinesischen Getreidefrachter zusammengestoßen und sofort in Brand geraten. Nach mehreren Explosionen sank der Öltanker. 32 Menschen, die sich an Bord befanden, verloren dabei ihr Leben.

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