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am 12. März 2015

Schluss mit Plastik in der Donau!

- Unsere Umweltsprecherin fragt: "Wie lange wird Plastikverschmutzung noch legal sein, Herr Minister Rupprechter?"

Etwa ein Jahr ist es her, dass Wissenschaftler der Universität Wien eine schockierende​ Studie veröffentlichten: es gibt mehr Plastikteile als Fischlarven in der Donau (wir berichteten)! Jetzt kommt das Umweltbundesamt zu ähnlichen Ergebnissen. Unsere Umweltsprecherin Christiane Brunner zeigt sich besorgt: "Die Ergebnisse sind mehr als eindeutig: Die Donau ist mit Plastik verseucht. Das Umweltbundesamt hat zudem nachgewiesen, dass ein erheblicher Anteil der Plastikverschmutzung in Österreich passiert und nicht von Deutschland eingeschwemmt wird."

Plastik vermüllt unsere Umwelt immer mehr

Die Verschmutzung der Natur wird ein immer größeres Umweltproblem. Ins Rollen kam die Diskussion durch ​Vorfälle bei der Firma Borealis Polyolefine GmbH in Schwechat, die den Verlust von Plastikrohstoffen offiziell auch zugab. Brunner: "Bei meinem Lokalaugenschein bei Borealis wurde mir zwar offen gesagt, dass bei Starkregen hunderte Kilogramm an Plastik in die Schwechat geschwemmt wurden, dass aber gegen keine Grenzwerte verstoßen wurde - weil es überhaupt keine gibt. Für Betriebsanlagen wie Plastik produzierende- oder verarbeitende Anlagen gibt es nur einen Grenzwert für so genannte "abfiltrierbare Stoffe" in der Höhe von 30 Milligramm pro Liter."​

„Im nächsten Um­welt­aus­schuss am 18. März werde ich einen Antrag vorlegen. Dann werden wir sehen, wie ernst Minister Rupprechter den Kampf gegen die Plastikverschmutzung nimmt.“
Christiane Brunner

HUNDERTE KILO PLASTIK PRO TAG

Wir fragen uns: wie kann es sein, dass ein Betrieb vollkommen legal hunderte Kilogramm Plastik pro Tag in die Donau leiten darf?! Brunner: "Ich habe den Umweltminister längst aufgefordert, einen geeigneten Grenzwert zu verordnen. Er wollte zunächst die Studie des Umweltbundesamtes abwarten." Die Studie liegt nun vor und zeigt eindeutig, dass wir einen Grenzwert brauchen. Im nächsten Umweltausschuss am 18. März werden wir Grüne einen entsprechenden Antrag vorlegen.

Ergebnisse der NEUEn STUDIE

Die aktuelle Studie zeigt außerdem, dass die Plastikverschmutzung nicht nur von der Firma Borealis kam. Daher fragen wir uns: wer verschmutzt noch? Es muss die gesamte Kunststoffproduktionskette auch an den Zuflüssen untersucht werden. Neben dem industriellen Rohmaterial wie Pellets stellte das Umweltbundesamt erhebliche Mengen an herkömmlichen Plastikabfällen fest. "Über drei Viertel der Plastikverseuchung stammt von herkömmlichem Plastikmüll, der achtlos weggeworfen wird. Wir müssen daher auch das in der Griff bekommen", betont Brunner.

GRÜNER ANTRAG IM NÄCHSTEN UMWELTAUSSCHUSS!

Wir Grünen werden im nächsten Umweltausschuss einen Antrag einbringen, der u.a. 

  • Maßnahmen zur Reduktion von Plastikverpackungen und
  • die Einführung eines flächendeckenden Pfandsystems für Getränkeverpackungen in Kombination mit verpflichtenden Mehrwegquoten vorschlägt

Brunner: "Ein verpflichtendes Pfand für Aludosen und Plastikflaschen ist eine der wirksamsten Maßnahmen um unsere Flüsse und Landschaften sauberzuhalten. Ich hoffe daher auf die Unterstützung durch den Umweltminister und der anderen Parteien."

Slider plastikfrei
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