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am 23. August 2016

Rettet die Mehrwegflasche!

Die Redaktion - Mehrwegflaschen schonen die Umwelt, vermeiden Abfall und unterstützen die Wirtschaft. Leider verschwinden sie zusehends aus den Supermarkt-Regalen. Das wollen wir ändern.

Auf der Suche nach der Mehrwegflasche: Christiane Brunner
„In den Supermärkten gibt es kaum noch Mehrwegflaschen. Und wenn, stehen sie im hintersten Eck.“
Christiane Brunner, Grüne Umweltsprecherin

Dosenkette bis zum Mond

67.000 Kilometer. Das entspricht dem 1,5-fachen Erdumfang. So lang ist die Kette aller aufeinander gestapelter Dosen, die in einem einzigen Jahr in Österreich verkauft werden – in Summe 1,6 Millarden Einweg-Dosen. In zwei Jahren würde die aufgestapelte Dosenkette sogar bis zum Mond reichen. Dabei sind Aludosen besonders schlecht für die Umwelt. Aluminium verschwendet Rohstoffe und braucht zur Herstellung besonders viel Energie: Um eine Tonne Aluminium zu gewinnen, werden 12.500 kw/h benötigt – so viel, wie man für das Heizen einer 100 qm großen Altbauwohnung in einem ganzen Jahr braucht!

3.297 MILLIONEN LITER

... Getränke in Mehrweg- und Einwegflaschen wurden allein 2013 in Österreich verkauft.

Umweltverschmutzung durch Einwegflaschen.
Weggeworfen und weggegangen: Einwegflaschen belasten die Umwelt erheblich

1 MILLIARDE DOSEN

... mit über 349 Millionen Liter Getränken werden durchschnittlich in einem Jahr in Österreich verkauft.

DOSENPFAND SICHERT ARBEITSPLÄTZE

In Deutschland wurde 2003 das Dosenpfand eingeführt. Grund war die freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft, wonach 72 % der Getränke in Mehrweg abgefüllt werden müssen. Die Einführung des Pflichtpfandes hatte durchweg positive Effekte für den gesamten Mehrwert-Sektor. Nach der Einführung des Pflichtpfandes lag die Mehrwegquote im November 2003 bereits bei 60,3 Prozent. Davon wiederum profitieren 200.000 Arbeitsplätze in insgesamt 16.000 mittelständischen Betrieben der Getränkeindustrie.

Einwegflaschen im Supermarkt.
Einweg in der Mehrzahl: So sieht heute eine typische Getränkeabteilung aus

Die Mehrwegflasche – vom Aussterben bedroht

Schont die Umwelt, vermeidet Abfall und unterstützt die Wirtschaft: Die Mehrwegflasche. War sie früher nahezu in jedem Supermarkt zu finden, sucht man sie heute meist vergebens. Dabei kann die Glasflasche bis zu 40 Mal wiederbefüllt werden, nur die Etiketten und Verschlüsse müssen erneuert werden. ​Selbst die Mehrwegflasche aus Kunststoff hat eine gute Öko-Bilanz: Bis zu 20 Mal kann sie wieder befüllt werden. Doch auch die PET-Mehrwegflasche macht sich rar in Österreich. Dabei sind gerade die Mehrwergflaschen die umweltfreundlichsten Verpackungen.

44,4 % weniger CO2

Soviel weniger des klimaschädlichen Treibhausgases würde in Österreich verursacht, wenn sämtliche Getränkeanbieter auf Mehrwegsysteme umstellen.

„Eine Aludose verursacht dreimal so viel CO2 wie eine Mehrwegflasche. Alu-Abbau ist zudem gefährlich für Mensch und Umwelt. Der wertvolle Rohstoff darf nicht für Einwegprodukte verschwendet werden.“
Christiane Brunner

8.500 Tonnen

... Einweg-Getränkeflaschen werden in Wien in einem Jahr gesammelt.

Stichwort Öko-Bilanz

Aber wie kann man eigentlich nachweisen, dass Mehrwegflaschen besser für die Umwelt sind als Einwegflaschen? Die Antwort liegt in der so genannten Öko-Bilanz. Mittels wissenschaftlicher Methoden untersuchen Öko-Bilanzen beispielsweise den Lebensweg von PET-Mehrweg-, Glas-Mehrweg- und PET-Einwegflaschen für Mineralwasser und alkoholfreie Erfrischungsgetränke – von der Rohstoffgewinnung über die Produktion bis zur Auswirkung auf Natur, Umwelt und Klima. 

Aber warum genau sind Mehrwegflaschen besser für Umwelt, Klima und Luftqualität?

DARUM MEHRWEG: 6 Gute Gründe

  1. Mehrweg verursacht weniger Abfall: Einwegflaschen werden eben nach einmaligen Gebrauch weggeworfen, Mehrwegflaschen jedoch im Supermarkt zurückgegeben und viele Male wieder befüllt. So entsteht weniger Müll.
  2. ​Mehrweg schützt Umwelt und Klima: Schon bei der Herstellung von Getränkeverpackungen entstehen klimaschädliche Emissionen. Aber eine Mehrwegflasche verursacht nur ein Fünftel der Emissionen einer Einwegflasche.
  3. Mehrweg verbraucht weniger Rohstoffe: Insbesondere Mehrwegflaschen aus Glas können bis zu 40 mal wiederbefüllt werden. Klar, dass das nur einen Bruchteil der Rohstoffe verbraucht, als wenn man für jede Getränkeabfüllung eine neue Flasche herstellt.
  4. Mehrweg hält Natur und Städte sauber: Mehrwegflaschen werden nach Gebrauch zurückgegeben – Einwegflaschen und Dosen oft achtlos weggeschmissen. Somit werden Landschaft und Gewässer verschmutzt, deren Säuberung viel Geld kostet. Geld, das wir alle bezahlen.
  5. Mehrweg ist energiesparend: Der Energieaufwand zur Erzeugung von Einwegflaschen ist um ein vielfaches höher als die Wiederbefüllung von Mehrwegflaschen.
  6. Mehrweg fördert die regionale Wirtschaft: Am besten funktionieren Mehrwegsysteme im Kreislauf der regionalen Wirtschaft. Wer Mehrweggetränke kauft, sichert also regionale Arbeitsplätze im Handel und der Getränkewirtschaft.
Wasserkasten mit Mehrwegflaschen.
Eine bedrohte Art: Pfand-Mehrwegflaschen aus Glas
„Wir Grüne fordern schon lange eine Mehrweglösung für Österreich. Denn Mehrweg schont Ressourcen, schützt Klima, Natur und Umwelt.“
Christiane Brunner

Grüne Aktionen für Mehrweg und weniger Müll

Der Schutz von Natur, Klima und Umwelt liegt uns Grünen besonders am Herzen: Wir kämpfen für eine saubere, plastikfreie Umwelt. In den vergangenen Jahren hat unsere Umweltsprecherin Christiane Brunner einige parlamentarische Anträge und -Anfragen zu Mehrwegsystemen, Getränkeverpackungen und Plastikvermeidung eingebracht. Hier die aktuellsten:

Aktion Abfall: Weniger ist mehr!
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