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am 30. April 2013

Rettet die Bienen! – Ohne Biene gehn wir Maja

Wolfgang Pirklhuber - Stell dir vor, es gibt morgen keine Äpfel mehr. Keine Kirschen. Keine Zwetschken. Keine Himbeeren. Keine Marillen. Und keinen Honig. Klingt wie ein Endzeitszenario, ist aber drohende Realität. Denn die Bienen sterben. Nicht eine, sondern Milliarden.

Rettet die Bienen!

In den letzten Jahren sind mehr als 30 % aller Bienenvölker gestorben. Grund dafür ist unter anderem der Einsatz von synthetischen Pestiziden, den sogenannten Neonicotinoiden als Beizmittel - mit verheerenden Folgen für Mensch und Umwelt. 

Keine Bienen, keine nahrung - keine menschen?

80 % der Pflanzen, vor allem Nutzpflanzen für den Menschen wie Obst- und Gemüsesorten, sind auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen. Sterben die Bienen aus, würden Lebensmittel knapp werden und wir könnten uns kaum noch verpflegen. Eine Lebensmittelknappheit ungeahnten Ausmaßes würde drohen. Kevin Hackett vom US-Landwirtschaftsministerium sieht im massenhaften Bienensterben gar die "größte allgemeine Bedrohung unserer Lebensmittelversorgung".

Rette die Bienen - unterschreibe die Petition!

Keine Bienen, keine Blumen

Aber nicht nur die Nutzpflanzen sind durch das massive Bienensterben bedroht. Auch bunte Blumen, die unsere Natur so vielseitig und artenreich machen, könnten ohne Bienen nicht mehr wachsen und gedeihen. Die Natur wäre dann nicht mehr blühend bunt, sondern einfarbig grün. Artenvielfalt? Fehlanzeige. Wir dürfen nicht mehr länger tatenlos zusehen - wir müssen handeln. Nicht später oder morgen. Sondern jetzt und sofort!

KUNDGEBUNG AM 15. MAI

Anlässlich der Abstimmung im Landwirtschaftssausschuss am 15. Mai demonstrierten wir Grüne gemeinsam mit Greenpeace und GLOBAL 2000 sowie zahlreichen ImkerInnen und besorgten BürgerInnen vor dem Parlament.

Wir fordern Verbot der Gifte!

Wir Grünen fordern seit Jahren ein Verbot der für die Bienen hochgiftigen Neonicotinoiden. Auch die EU-Kommission hat sich inzwischen unserer Forderung angeschlossen. Doch die ÖVP schützt lieber die Interessen der chemischen Industrie anstatt den Bienenschutz zuzulassen. Auf EU-Ebene stimmt sie gegen ein Verbot und im Österreichischen Parlament torpediert sie die Abstimmung über unseren Antrag. Nachdem ein eigens für dieses Thema eingesetzter Unterausschuss seit Mai 2012 mehrfach mit ExpertInnen beraten hat, wird es im kommenden Landwirtschaftsausschuss am 15. Mai wohl endlich zu einer Entscheidung kommen - wenn Umweltminister Berlakovich mitspielt. Dessen Ressort will aber nicht einmal preisgeben, wieviel von dem Gift jedes Jahr in die Umwelt kommt. Man beruft sich auf die Amtsverschwiegenheit. Den Bauern und Bäuerinnen nötigt man alle möglichen Informationen ab, von den Ohrmarken der Tiere angefangen bis zu jedem Liter Milch, den sie direkt vermarkten. Aber die chemische Industrie hat einen Freibrief in Österreich Wirkstoffe in Verkehr zu bringen, ohne dass die Öffentlichkeit informiert wird, wie viel diese Wirkstoffe ausmachen und wie es konkret in der Anwendung aussieht.

„Berlakovich geht wieder einmal vor der Chemie-Lobby in die Knie.“
Eva Glawischnig

GLAWISCHNIG: FAYMANN MUSS CHEMIELOBBYISTEN BERLAKOVICH ZURÜCKPFEIFEN!

Denn leider torpediert der ÖVP-Umweltminister den Kampf gegen das Bienensterben massiv - sehr zur Empörung von Eva Glawischnig: "Es reicht nicht, dass Bundeskanzler Faymann nur Kritik am Chemielobbyisten Berlakovich übt. Als Regierungschef  muss er ein Machtwort sprechen und den unfähigen ÖVP-Minister zurückpfeifen. Der Landwirtschaftsminister torpediert den Kampf gegen das Bienensterben und geht wieder einmal vor der Chemielobby in die Knie. Faymann muss nun in der EU klarstellen, dass Österreich für ein Verbot der Pestizide eintritt, die für das Bienensterben mitverantwortlich sind". 

Berlakovich hatte gestern in Brüssel gegen ein Teilverbot von drei Pestiziden im Zusammenhang mit dem Bienensterben gestimmt. Glawischnig weiter: "Die Argumentation des Umweltministers, wonach erst seriöse wissenschaftliche Studien vorgelegt werden müssten, ist absurd". Die EU-Kommission hat bereits im Februar 2013 einen Entwurf für das Verbot von Neonicotinoiden (Clothianidin, Imidacloprid und Thiametoxam) vorgelegt. Basis dieser Vorlage der EU-Kommission war eine umfassende Studie der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA, die empfohlen hatte, diese Pestizide aus dem Verkehr zu ziehen. 

Uns reicht's - grüner Misstrauensantrag gegen Niki Berlakovich!

Eva Glawischnig hat die Nase voll von Berlakovichs Pestizidverbots-Boykott: "Mir reicht es. Meine Geduld ist zu Ende: Wir werden gegen Landwirtschaftsminister Berlakovich wegen seines Einsatzes FÜR das Bienensterben einen Misstrauensantrag einbringen. Berlakovich hat auf EU-Ebene bekanntlich GEGEN das Verbot von Pestiziden, die für das Bienensterben verantwortlich gemacht werden, gestimmt. Berlakovich hat sich damit auf die Seite der Chemielobby gestellt und ist untragbar geworden. Ich finde aber auch das Vorgehen von Bundeskanzler Faymann für verfehlt. Er  kritisiert Berlakovich NACHDEM dieser gegen das Verbot gestimmt hat. Faymann hätte den Landwirtschaftsminister schon VOR der Abstimmung an die Kandare nehmen sollen, damit dieser FÜR ein Verbot gestimmt hätte. Eine Chance, die giftigen Substanzen in Österreich zu verbieten, gibt es noch: Am 15. Mai wird im Landwirtschaftsausschuss eine Grüner Antrag behandelt, der das Verbot fordert. Ich fordere die SPÖ auf, mit uns zu stimmen."

UNTERSCHREIBE DIE PETITION!

Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Die Biene braucht unseren Schutz, die ParlamentarierInnen müssen endlich Farbe bekennen. Zeig ihnen, dass dir das Leben der Bienen wichtig ist! 

UNTERSTÜTZE DIE PETITION „NEONICOTINOIDE IN ÖSTERREICH VERBIETEN!"

Jede Stimme gibt unserem Antrag mehr Gewicht und ist ein Beitrag, das sinnlose Bienensterben endlich zu stoppen!


More Than Honey - Ein Gespräch über das Bienensterben

Albert Einstein soll gesagt haben, wenn die Bienen aussterben, sterben vier Jahre später auch die Menschen aus. Der Grüne Landwirtschaftssprecher Wolfgang Pirklhuber und Regisseur Markus Imhoof („More Than Honey") im …

Video auf Youtube

DAS GROSSE STERBEN IN ZAHLEN

  • 80 % der Pflanzen sind auf die Bienenbestäubung angewiesen wie beispielsweise Äpfel, Sojabohnen, Ribiseln, Spargel, Birnen, Marillen, Kürbisse, Gurken, Zitrusfrüchte, Pfirsiche, Kiwis, Kirschen, Blau- und Erdbeeren, Melonen. Alle Infos zu bienenbestäubten Pflanzen (PDF)
  • 87.000-103.000 Bienenvölker von 367.583 sind im Winter 2011/2012 laut Umfrage unter mehr als 1.500 ImkerInnen gestorben - jedes vierte Bienenvolk in Österreich. Ein Bienenvolk besteht aus 40.000-80.000 Bienen (Sommer) und 10.000-15.000 (Winter).
  • 150 Milliarden Euro ist der geschätzte Nutzwert der Honigbiene weltweit.
  • 90 Milliarden Bienen starben allein in Frankreich innerhalb von zehn Jahren. Die Honigproduktion sank um bis zu 60 %, und auch die Erträge von Äpfeln, Birnen und Raps gingen stark zurück.
  • mehrere Milliarden Honigbienen sind in den USA gestorben.
Tote Honigbiene

In Frankreich bereits verboten! Wegen der Gefährlichkeit für die Bienen hat die französische Regierung den Einsatz von Imidacloprid zur Saatgutbeizung von Sonnenblumen bereits im Jahr 1999 verboten. Die Zulassung des Wirkstoffs als Beizmittel von Mais wurde 2004 aufgehoben. Auch das Nachfolgeprodukt Clothianidin erhielt in Frankreich keine Zulassung.

Pestizide Grafik

NEONICOTIONIDE - WAS IST DAS?

Neonicotionide sind extrem wirksame Pestizide, auch Saatgutbeizmittel genannt. Diese wasserlöslichen Gifte wirken als Nervengift und werden in der Pflanze nur langsam abgebaut. Dadurch wird die Umwelt bis zu mehreren Jahren belastet, indem die Gifte in Böden, Flüsse und unser Trinkwasser gelangen.

Orientierungslos in den Tod

Bienen nehmen das Gift über die Blütenpollen der Pflanzen und über das Regenwasser auf. Für die Bienen sind Neonicotionide schon in kleinsten Mengen von 0,1 Nanogramm hoch gefährlich, da sie Sinne und Verhalten der Bienen beeinträchtigen: das Orientierungs-, Lern- und Riechvermögen schwindet, Gedächtnisleistung und Kommunikationsfähigkeit mit anderen Bienen verschlechtern sich. Die Bienen werden orientierungslos und finden den Weg ins Nest nicht mehr. Aber ohne den Bienenstaat ist die Biene nicht mehr lebensfähig - sie stirbt außerhalb ihres Nestes.

Information der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit  

Infos zu Pestiziden 

Alternative zu Pestiziden - natürliche Fruchtfolge

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