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am 26. Juli

Immer mehr Hitzetote in Österreich

Die Redaktion - Tage mit Temperaturen über 30 Grad nehmen jährlich zu. Hunderttausende Menschen werden bis zum Ende des Jahrhunderts an den Folgen der Hitze sterben – auch in Österreich. Wann endlich unternimmt die Politik etwas gegen die Klimakrise, die für uns alle lebensbedrohlich wird?

Immer mehr Hitzetote

„Die Hitze ist ein leiser Mörder“: was nach dem reißerischen Titel eines Kriminalromans klingt, ist das alarmierende Fazit des Wiener Umweltmediziners Hans-Peter Hutter in Bezug auf die dramatischen Auswirkungen der Klimaerwärmung. 

Der FALTER hat sich dem medial bislang wenig beachteten Thema Hitzetod bereits 2017 ​gewidmet (35/17). Die Gefahr ist angesichts des sich anbahnenden neuen (Hitze-)Rekord-Sommers jedoch auch 2018 topaktuell.

MEHR HITZETOTE ALS VERKEHRSTOTE

Jedes Jahr sterben hunderte Menschen in Österreich an den gesundheitlichen Folgen der hochsommerlichen Hitze – Tendenz steigend. Denn die Tage, an denen das Thermometer die 30-Grad-Marke knackt, werden immer mehr. 

Meldete die Zentralanstalt für Meterologie und Geodynamik (ZAMG) in den 1980er-Jahren noch 102 Rekord-Hitzetage in Wien, waren es in den letzten sieben Jahren bereits 201 Tage mit Temperaturen von 30 Grad plus. In den letzten vier Jahren starben statistisch gesehen mehr Menschen an den Folgen der Hitze als im Straßenverkehr: 414 bis 479 Verkehrstote seit 2013 stehen 586 bis 1122 Hitzetote gegenüber!

„Der Klimawandel ist im 21. Jahrhundert weltweit eine der größten Bedrohungen für die menschliche Gesundheit.“
Anfangsworte der internationalen Klima-Studie, die im renommierten medizischen Fachmagazin "Lancet" erschien

"Größte Bedrohung der menschlichen Gesundheit"

Eines der weltweit renommiertesten medizinischen Fachmagazine„The Lancet“​ sieht in der Klimakrise gar eine der weltweit „größten Bedrohungen der menschlichen Gesundheit“. Insbesondere alte Menschen, chronisch Kranke und Kinder leben bei extremer Hitze gefährlich. Kreislaufkollaps ist da eine der harmloseren Symptome, ein Hitzschlag hingegen lebensbedrohlich.

Wenn Städte zu Backöfen werden

Besonders gefährlich wird die Hitze in dichtbebauten Städten. Asphalt und Beton heizen die Stadt auf und machen aus Wohnungen Backöfen. Doch nicht jede/r wohnt in einer solchen Gefahrenzone: liegt die Wohnung an Parks, Alleen, Wiesen oder an einem Gewässer oder ist sie hoch gelegen, kühlt es sich nachweislich schneller ab. Bäume pflanzen, Dächer und Wände begrünen und den stehenden Verkehr aus der Stadt schaffen, ist laut Wissenschaftlern die einzig vernünftige, infrastrukturpolitische Herangehensweise. Auf den Punkt gebracht, bedeutet das: Je grüner die Stadt, desto kühler. Und desto weniger Hitzetote. 

ZAMG Hitzewelle 2018
Aktuelle Klima-, Wetter- und Umweltdaten für Österreich

Auf der Website des ZAMG findest du alle tagesaktuellen Klima- und ​Wetterinformationen für Österreich und deine Stadt/Region

Klick auf das Bild, um zur Website zu gelangen.

POLITIK SCHLÄFT

Doch die Klimakrise ist in der österreichischen Politik offenbar noch nicht angekommen. Jahre, nein: Jahrzehnte, haben wir Grüne für Klimaschutzmaßnahmen gekämpft. Vor den Folgen der Klimakrise gewarnt. ​Ein eigenes Umwelt- und Klimaschutzministerium gefordert. Erfolgreiche Klimaschutzmodelle erarbeitet. Hier geht's zum Grünen Umweltprogramm >>

Auf die angekündigte Klima- und Energiestrategie und die Ökostrom-Novelle der Regierung warten wir bisher vergebens. Und wieder einmal hat Österreich auf der letzten Weltklimakonferenz in Marrakesch wie schon in den Jahren zuvor den Klima-Negativ-Preis „Fossil des Tages“​zu beklagen. Es werden also weiter Menschen den Hitzetod sterben, bis hoffentlich bald etwas passiert.

ZAHLEN ZUM NACHDENKEN

  • Bis zu 30.000 Menschen werden in den kommenden Jahren an Hitze sterben – zehn mal soviele wie zwischen 1981 und 2010.
  • 150.000 Menschen in Europa könnten Ende des Jahrhunderts an den Wetterextremen sterben – 99 Prozent davon an den Folgen der Hitze.
  • Zwei von drei Europäern leben gegen Ende unseres Jahrhunderts in klimatisch gefährlichen Regionen.
Es gibt keinen Planeten B!
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