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am 31. Oktober 2012

Ein schmieriges Geschäft

- Öl ist gut, wenn es als Speiseöl in den Salat kommt. Oder als Körperöl auf die Haut. Als Energieträger hingegen ist Öl dreckig, teuer und gefährlich. Nahezu jedes Jahr kommt es auf den Weltmeeren zu katastrophalen Öl-Unfällen mit verheerenden Folgen. Für uns gibt es daher nur eine Alternative – raus aus Öl, Kohle und Gas!

2012: Öl-Alarm im Golf von Mexiko, 16 km Ölteppich. 2011: Ölkatastrophe vor Neuseeland, 400 Tonnen Schweröl im Meer. 2010: „Deepwater Horizon“, Golf von Mexiko, schwerste Ölkatastrophe aller Zeiten, 800 Millionen Liter Öl zerstören das Ökosystem nachhaltig. Jahr für Jahr erreichen uns Schreckensmeldungen wie diese. Die Folgen für Tier, Mensch und Umwelt im Falle eines Unfalls sind dabei verheerend. Millionen Seevögel, Robben, Wale, Fische verenden qualvoll, einige Arten erholen sich davon auch nach Jahrzehnten nicht mehr. Riesige Naturschutzgebiete mit einer immensen Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten sind von der Zerstörung bedroht. Neben den Umweltschäden sind aber auch die wirtschaftlichen Schäden enorm: Fischerei- und Tourismusindustrie erleben Verluste in Milliardenhöhe.

Risiko Tiefseebohrung

Ein besonderes Risiko bei der Ölgewinnung stellen Tiefseebohrungen dar, wie sie die gesunkene Plattform  “Deepwater Horizon” getätigt hat. Dabei suchen keinesfalls nur US-amerikanische oder brasilianische Ölkonzerne in mindestens 500 Metern Meerestiefe nach Öl. Auch der österreichische Erdöl- und Erdgaskonzern OMV ist im so genannten “Deep-Offshore-Bereich” höchst aktiv und bohrt in den Weltmeeren kilometertief wie beispielsweise in der Barentsee, der Nordsee, im Gebiet der Faröer Inseln und in dem als besonders gefährlich geltenden Gebiet westlich der Shetland Inseln. Wir wollten das genauer wissen und haben damals einen offenen Brief an die OMV [Link auf Offener_Brief_Gruene_OMV.pdf] geschrieben – mit spärlicher Antwort.

Stopp neuer fossiler Kraftwerke und Pipelines

Wir Grüne fordern schon lange den Ausstieg aus dem teuren und dreckigen Öl-, Gas- und Kohlegeschäft. Die verheerenden Ölkatastrophen der letzten Jahrzehnte zeigen ganz klar: die Ölwirtschaft ist eine schwer beherrschbare Risikotechnologie, die nicht nur für den Klimawandel, sondern auch für großflächige Zerstörung ganzer Ökosysteme verantwortlich ist. Ein Ausstieg aus der Ölwirtschaft ist daher das Gebot der Stunde!

Mehr Autobahnen = mehr Autos = mehr Öl

Schlimm genug: in Bildung, Uni und Forschung werden die Gelder massiv gekürzt. Aber wussten Sie, dass die Regierung Millarden für sinnlose Straßenprojekte locker machen kann? Bis 2016 sollen Autobahnen und Schnellstraßen im Wert von 6,5 Milliarden Euro gebaut werden. Und das, obwohl Österreich eines der dichtesten Autobahnnetze Europas hat. Zu den fragwürdigen Megaprojekten zählen übrigens: S 1 Lobauautobahn (Wien/NÖ, Kosten 1,7 Mrd.), S 7 Fürstenfelder Schnellstraße (Burgenland; Kosten: 550 Mio. Euro), S 8 Marchfeldschnellstraße, S 34 Traisental Schnellstraße, S 36, S 37 Klagenfurter Schnellstraße, A5 Nordautobahn, A9 Pyhrnautobahn oder der A26 Linzer Westring.

Stopp sinnloser Autobahnprojekte

Die Abhängigkeit von Erdöl ist im Straßenverkehr naturgemäß besonders hoch. 79 %  des gesamten importierten und in Österreich verbrauchten Erdöls werden für den Verkehr verwendet. Ein Stopp sinnloser Autobahn- und Schnellstrassenprojekte ist daher eine wichtige Maßnahme für einen Ausstieg aus dem dreckigem Ölgeschäft. Die dadurch freiwerdenden Mittel könnten viel besser in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, Bildung und Forschung und erneuerbare Energien investiert werden. Denn umweltfreundliche Alternativen schaffen neue Arbeitsplätze (Green Jobs)

In 5 Schritten raus aus dem Drecksgeschäft

  1. Stopp österreichischer Beteiligungen an internationalen Gas‐ und Ölpipelineprojekten!
  2. Kein Neubau oder keine Wiederinbetriebnahme von Kraftwerken, die mit Öl, Gas oder Kohle betrieben werden!
  3. Baustopp für in Planung befindliche Autobahnen und Schnellstraßen!
  4. Einführung einer CO2‐ Steuer im Rahmen einer ökosozialen Steuerreform sowie Ausdehnung der LKW ‐ Maut auf alle Straßen.
  5. Stopp für Förderungen von Ölheizungen!
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