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am 7. September

E-Mobilität: die Zukunft

Ulrike Lunacek, Georg Willi - Der Abschied vom Verbrennungsmotor ist unvermeidbar. Die Luftverschmutzung durch Autoabgase fordert über 8.000 Todesopfer jedes Jahr und sorgt für zehntausende Krankheitsfälle in Österreich. Dabei können wir in Österreich klimaneutral mobil sein, ohne unsere Gesundheit und unsere Lebensgrundlagen zu gefährden. Hier ein Faktenchek zu E-Mobilität.

Gut für die Umwelt

Der Umstieg auf ein abgasfreies Elektroauto (E-Auto) senkt nicht nur die Belastung für Klima und Gesundheit, sondern schont letztlich auch die Geldbörse​. Dieses Ergebnis geht hervor aus dem aktuellen "Faktenchek E-Mobilität", herausgegeben vom Klima- und Energiefonds und dem Verkehrsclub Österreich (VCÖ).

Der erhöhte Strombedarf ist relativ leicht durch Erneuerbare Energie abdeckbar. Der Umstieg auf 100% Erneuerbare Energie ist möglich und bietet nur Vorteile. Energie wird sauber, günstig und sicher. Die notwendigen Investitionen für den weltweiten Umstieg auf Erneuerbare Energie betragen nur ein Bruchteil dessen, was wir für unseren Kohle-, Gas- und Ölverbrauch und seine Folgen zahlen müssten. Obwohl heute noch fünfmal mehr Steuergeld in Kohle, Öl und Gas gesteckt wird, wächst keine Branche wie die Erneuerbare Energie.

Gut für die Wirtschaft

Auch die heimische Wirtschaft kann vom Ausbau der E-Mobilität profitieren. Zum Beispiel als Batterie-Entwickler oder Zulieferer von Hightech-Kabeln und Informationstechnologien.​ Die E-MAPP-Studie des Klima- und Energiefonds (E-Mobility and the Austrian Production Potential) aus dem Jahr 2016 belegt beispielsweise, dass bis 2030 insgesamt bis zu 33.900 neue Jobs  und 3.1 Milliarden € Wertschöpfung für Österreich entstehen können. Zusätzlich kann der Ausstieg aus gas- und erdölbetriebenen Autos Milliardeneinsparungen bei den Energieimporten bringen. E-Fahrzeuge reduzieren CO2-Emissionen ​und tragen durch reduzierte Schadstoffe zu geringeren Gesundheitskosten bei.

Der Ausstieg aus dem Verbrennungsmotorbetrieb ist notwendig. Er muss jetzt geplant werden, damit einerseits AutokäuferInnen und andererseits Autohersteller ihre Entscheidungen zeitgerecht richtig treffen können.​ Auch und gerade für unsere Automobilzulieferindustrie, die keinen Absatzmarkt mehr haben wird, wenn sie die Elektrifizierung verschläft. Daher muss die Verkehrswende zügig und intelligent umgesetzt werden. Dazu gehören der Ausbau von Ladeinfrastruktur - sprich Ladestationen und Stromtankstellen, zielgerichtete Förderung (Ausbau elektrisch betriebener öffentlicher Verkehrsmittel, E-Bikes sowie E-Scooter und faire staatliche Förderungen), ein Abbau von Subventionen für Öl und Gas, ein Ausbau bei Ökostrom​ und vor allem ein Ende der Energieverschwendung in allen anderen Bereichen. Das bringt zusätzliche Jobs und ist gut für eine umweltfreundliche Wirtschaft.

Kosten- und Umstellungscheck

Was kosten Elekotrautos und welche Umstände ergeben sich aus dem Erwerb?

...Kosten:

Derzeit sind Elektroautos auch inklusive Förderungen in der Anschaffung noch etwas teurer als vergleichbare Autos mit Verbrennungsmotoren. Die "Treibstoffkosten" liegen dafür dann aber nur bei einem Drittel bis Sechstel pro Kilometer, viel weniger Verschleißteile und daher geringere Reparaturkosten kommen noch dazu.
Die entscheidenden technischen Komponenten wie Akku oder Brennstoffzellen werden zudem
durch Forschungsfortschritte und größere Stückzahlen rasch günstiger und leistungsfähiger. Beim
Gesamt-Energieeinsatz über die Lebensdauer ist das E-Auto heute schon klar im Vorteil, bei den Gesamt-Kosten ist dies ebenfalls bereits erreicht werden.

...Akku-Entsorgung und Strombedarf:

Müssten die Akkus tatsächlich "entsorgt" werden, so wäre das problematisch. Die sinnvollere Lösung als Entsorgen und auch Recycling ist aber die Weiterverwendung, z.B. als Stromspeicher in Haushalten oder im Stromnetz. Dafür ist ein E-Auto-Akku wegen der geringeren Anforderungen auch nach seiner Lebensdauer im Auto noch 10 bis 15 Jahre lang gut geeignet. ​Wenn man eine Gesamtanalyse vom Rohstoffabbau bis zur Entsorgung macht, muss man diese genauso auch beim Benzin/Diesel-PKW machen. Die seriös durchgeführten Umweltbilanzen belegen, dass dann, wenn der Betrieb mit Ökostrom erfolgt, die Bilanz jedenfalls weit besser als bei jedem Fahrzeug mit konventionellem Antrieb ist.​
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Die Verkehrswende bringt einen höheren Strombedarf mit sich. Die Verkehrswende ist nur auf Basis von 100 % Ökostrom umwelt- und klimapolitisch möglich. Atomstrom kommt für uns Grüne natürlich nicht in Frage. Die gute Nachricht ist: Österreich kann und wird seine Erzeugung von sauberem Ökostrom vor allem aus Wind und Sonne bis 2030 auf über 80 Terawattstunden (TWh) verdoppeln. Knapp 10 Prozent davon, rund 7 TWh, sind für 100 % Elektromobilität nötig. Alleine die von den Grünen Anfang Juli ausverhandelte kleine Ökostromnovelle​ bringt 2 bis 3 TWh Grünstrom in den nächsten Jahren. Das Ausbaupotential allein bei der Windkraft bis 2030 beträgt das Dreifache der benötigten Menge. Laut einer Studie der TU Wien sei eine 100-prozentige Abdeckung des heimischen Strombedarfs mit erneuerbarer Energie bis 2030 umsetzbar - und das ohne signifikante Mehrkosten. ​Also: Ja, es ist möglich!

Im Vergleich...

Dieselfahrzeuge:

verursachen besonders gesundheitsschädliche Abgase. Vor allem Stickoxide, die in
Österreich pro Jahr geschätzt 8.000 Menschen das Leben kosten und viele tausende Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen. Kinder, Schwangere und Ältere sind davon besonders
betroffen. Dazu fallen pro Liter Diesel 13 % mehr klimaschädliches CO2 als beim Benzinmotor an. Österreich hat sich mit den Pariser Klimabeschlüssen zu klimaneutraler Mobilität ab 2050 verpflichtet. Unsere Forderung ist es daher, ab 2030 keine weiteren Diesel-Kfz mehr neu zuzulassen. Das Weiterfahren oder Verkaufen soll danach noch weiter möglich bleiben, da Autos im Schnitt 12 Jahre auf der Straße bleiben. Dadurch dauert die Umstellung bis nach 2040.

und E-Autos:

Diese brauchen ​in der Produktion derzeit zwar mehr Energie als herkömmliche Verbrennungsmotor-Autos. Dabei entscheidend ist aber der Energiemix: Je mehr Ökostrom, desto schneller "überholt" das E-Auto in der Ökobilanz seine Fossil-Konkurrenz, mit dem österreichischen Strommix schon nach wenigen Jahren.​ Der Umstieg auf das E-Fahrzeug geht zwar mit einem höheren Strombedarf einher, zugleich wird aber der Gesamtenergiebedarf durch die Effizienz des Elektromotors gesenkt​. Dafür brauchen wir aber weder Atomkraft noch fossile Stromerzeugung. Zahlreiche Studien zeigen für Österreich, dass die vollständige Umstellung auf 100% erneuerbare Energie bis 2030 möglich ist, ohne die anderen Schutzgüter (Luft, Wasser, Ökosysteme) zu gefährden.

​​Berücksichtigt man den gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge inklusive Batterieproduktion, verursachen Elektrofahrzeuge gegenüber Kraftfahrzeugen mit Verbrennsungsmotoren um 70 bis 90 Prozent weniger CO2, nämlich statt rund 175 g pro Personenkilometer nur rund 20 g über den Fahrzeuglebenszyklus hinweg. Zudem reduzieren Elektromotoren auch den Verkehrslärm und die Gesundheitsbelastung.​​E-Auto-BesitzerInnen sparen im Schnitt 500 bis 600 Euro pro Jahr an Spritkosten. Auch die laufenden Kosten für Versicherung und Wartung sind geringer.​

E-Autos sind langfristig gesehen nicht nur umwelt- und gesundheitsfreundlicher als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, sondern auch gut fürs Geldbörserl.

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