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am 2. Juni 2015

Divestment: Kein Geld in Kohle, Öl und Gas investieren!

Christiane Brunner - Die ERDgespräche stehen heuer ganz im Zeichen des "Divestment" – einer weltweiten Bewegung, die Unternehmen davon überzeugt, kein Geld mehr in fossile Energieträger zu investieren. Wir wollen Divestment auch in Österreich!

Stell dir vor, kein einziges Unternehmen investiert weltweit mehr in Kohle, Öl und Gas. Keine Stadt, keine Uni, keine Bank, keine Versicherung legt ihr Geld in fossile Energieträger an, sondern in klimafreundliche Alternativen. Klingt zu schön, um wahr zu sein?

WIR WOLLEN DIVESTMENT in österreich!

Genau daran arbeitet eine weltweite Initiative, die im Vorfeld der Weltklimakonferenz in Paris (November 2015) immer mehr an Fahrt gewinnt: "Divestment" heißt die neue BürgerInnen-Bewegung, die wir Grüne unterstützen und nach Österreich bringen wollen – und die zentrales Thema der diesjährigen ERDgespräche sein wird. 

Christiane Brunner
Christiane Brunner beim 'the peoples climate march' in Lima, Peru

"FOSSIL DIVESTMENT" – WAS IST DAS?

Ziel von „Divestment“-Initiativen ist der Abzug von Vermögen und Kapitalanlagen, die zur Finanzierung der fossilen Energiegewinnung beitragen – und damit den zerstörerischen Klimawandel vorantreiben. Denn um die Erderwärmung (Ziel: 2 Grad) zu begrenzen, muss der Großteil der fossilen Energiereserven im Boden bleiben! 

Wieviel Geld fliesst in Kohle, Öl und Gas?

Leider investieren viele öffentliche und private Finanzinstitutionen Milliardenbeträge in Kohle-, Öl- und Gasunternehmen, ohne dabei an das Weltklima zu denken. Dazu zählen beispielsweise staatliche Institutionen, Unternehmen, Pensionskassen, Banken, Versicherungen, Universitäten oder auch religiöse Institutionen. Derzeit sind 1 Billion Euro in fossilen Energien veranlagt. In der EU sind laut Schätzungen zwischen 20 und 330 Milliarden Euro für die Pensionskassen, 460-480 Milliarden Euro für Banken und 300-400 Milliarden Euro für Versicherungsunternehmen in Aktien angelegt.

WAS WOLLEN "DIVESTMENT-INITIATIVEN"?

Kapital aus fossilen Investitionen abziehen und stattdessen in klimafreundliche Alternativen investieren.

„Ich werde den österreichischen Kapitalmarkt genau unter die Lupe nehmen. Mein Ziel ist, dass auch Österreichs Geldanlagen nachhaltig und sauber sind.“
Christiane Brunner
Christiane Brunner
Motto der Klimaschutz-Demo: 'holt das Geld da raus' – Divestment live!

WOHER KOMMT DIE "DIVESTMENT-BEWEGUNG"?

In den USA hat vor allem die NGO 350.org von Mitbegründer Bill McKibben, der bereits 2013 Gast bei den Wiener ERDgesprächen war, das Thema aufgegriffen und eine Kampagne zum "Divestment" gestartet. 

ES WERDEN IMMER MEHR ...

Weltweit ziehen immer mehr Staaten, Organisationen und Unternehmen ihr Vermögen und ihre Kapitalanlagen aus der Erzeugung von Öl, Kohle und Gas zurück – siehe unten!

wIE FUNKTIONIERT DIE BEWEGUNG?

"Divestment" ist als so genannte Bottom-Up-Bewegung aktiv, die Druck auf Entscheidungsträger ausübt und Transparenz am Kapitalmarkt einfordert. In Österreich forciert u.a. die Inititiative "Neongreen Network" das fossile Divestment. Für uns Grüne ist "Raus aus Kohle, Öl und Gas" seit Jahren eine zentrale Forderung – klar, dass wir diese Bewegung voll und ganz unterstützen!

"Divestment"-Bewegung - erfolgreiche beispiele

  • Die US-amerikanische Stanford University ist eines der ersten prominenten Beispiele für „Fossil Divestment“. Der Ausstieg bezieht sich dabei insbesondere auf Kohle-Divestment. Weitere Schritte für den Ausstieg aus fossilen Investitionen sind in Diskussion. Kürzlich folgte die University of Washington mit einem ähnlichen Beschluss (2,8 Milliarden US-Dollar).
  • Die University of Glasgow in Schottland beschließt als erste Universität Europas, die ein Divestment im Wert von 128 Millionen Pfund (Oktober 2014). Dem Beschluss ging eine Kampagne von Studierenden voraus.
  • Church of England steigt aus. Auch Kirchen folgen dem Beispiel und ziehen ihre Mittel zurück. Eines der Beispiele ist die Church of England, die erst vor wenigen Wochen aus Kapitalanlagen in die Energiegewinnung aus Ölsanden und Kohle ausgestiegen sind (Wert 12 Millionen britische Pfund).
  • The Guardian steigt aus. Die britische Tageszeitung zieht ihre Investitionen auf Initiative der "Divestment-Bewegung" aus fossilen Energieträgern zurück.
  • Norwegen streicht im Jahr 2014 rund 114 Firmen (viele davon involviert in Kohle- und unkonventionelle Ölförderung) aus Klima- und Umweltschutzgründen aus dem Portfolio seines Staatsfonds (zweitgrößter Staatsfonds der Welt). Dies ist zwar noch weit weg von einem Gesamtausstieg, wird jedoch als erster Schritt interpretiert.
  • Auch Städte hinterfragen zusehends die Klimawirksamkeit ihrer Kapitalanlagestrategie. Die schwedischen Städte Örebrou und Lidköping ziehen ihre Investitionen aus fossiler Energiegewinnung zurück. Eine Reihe von US-amerikanischen Städten haben ebenso entsprechende Beschlüsse getroffen.
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