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am 15. Dezember 2015

Brunner: "Wer sich nicht bewegt, landet im Museum"

Die Redaktion - Unsere Umweltsprecherin war während der gesamten Klimakonferenz in Paris und hat live berichtet. Wir haben sie zu den Folgen des Klimavertrags für Österreich und die Menschen befragt.

christiane brunner im interview

​1. lang ersehnt und endlich da: der Weltklimavertrag! Zufrieden?

Ich bin zufrieden. Der Vertrag ist nicht perfekt, aber er gibt ganz klar vor, wohin die Reise geht: in Richtung erneuerbare Energie! Das Zeitalter der Fossilen ist zu Ende. Es ist unmissverständlich festgeschrieben, dass alle Staaten der Welt sich zum Klimaschutz verpflichtet haben und die globale Erderwärmung bei 1,5 Grad eindämmen wollen. Das ist ein historischer Moment und eine Trendwende!

Bild: Klimasünder-Tour: Christiane Brunner vor WKO in Wien
Kein Planet B.: Christiane auf ihrer Klimasünder-Tour ...
Bild: Umweltsprecherin Christiane Brunner auf der COP21 in Paris.
... bei der Klimakonferenz in Paris ...

2. Was bedeutet der Klimavertrag für Österreich und die menschen?

Für Österreich bedeutet der Klimavertrag, dass spätestens 2050 die CO2-Emissionen auf Null und erneuerbare Energien auf 100 Prozent sein müssen. Ein erneuerbares Energiesystem ist nicht nur für die Umwelt gut, sondern stärkt auch die österreichische Wirtschaft, ist demokratischer und bietet mehr Teilhabemöglichkeiten für Einzelne. Zudem sind die gesundheitlichen Auswirkungen und damit auch die Folgekosten für die Menschen weitaus geringer.

3. wie will österreich seine Klimaziele überhaupt erreichen?

​Als erstes müssen alle kontraproduktiven Maßnahmen gestoppt werden: Die Kürzungen beim Klimaschutz im Budget und die Verordnung zur Demontage des Energiespargesetzesmüssen zurückgenommen werden. Die Subventionen für fossile Energien müssen gestrichen werden – das ist verlorenes Geld! Österreich braucht eine Dekarbonisierungsstrategie und muss seine Klimaschutzziele und -maßnahmen am 1,5-Grad-Ziel ausrichten. An einer Ökologisierung des Steuersystems führt jetzt kein Weg mehr vorbei.

4. WAS kann jede/R EINZELNE dazu BEITRAGEN?

​Überlegen, welche Autofahrten wirklich notwendig sind, möglichst wenig fliegen, das Heizungssystem auf erneuerbare Energie umstellen, zu einem Ökostrombetreiber wechseln, Bio- und regionale Lebensmittel kaufen, weniger Fleisch essen. Und sich informieren, wo beziehungsweise ob das eigene Geld, die Pensionsvorsorge etc. in fossile Projekte veranlagt ist.

... und als Umweltaktivistin in der ersten Reihe (hier beim Anti-Atom-Protest)

5. Welche Chancen bietet der Klimavertrag für Österreich? Werden wir profitieren?

Wir werden profitieren, wenn wir den Vertrag nutzen und umsetzen. Die Welt hat sich entschieden, auf erneuerbare Energie umzusteigen, da werden Technologien und Know-how gebraucht. Beides haben wir in Österreich! Wenn wir jetzt vorangehen, werden wir auch profitieren. Diejenigen, die sich jetzt nicht bewegen, werden im Museum landen.

Alle Infos zur Klimakonferenz zum Nachlesen auf unserer Schwerpunktseite

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