Bundesländer
Navigation:
am 5. Juli

Koza: Jobperspektiven und -angebote verbessern, statt Menschen in schlecht bezahlte Jobs zwingen

Markus Koza - Arbeitsmarktprobleme des 21. Jahrhunderts können nicht mit "Rohrstaberl"-Philosophie à la Wirtschaftsbund gelöst werden

 „Druck auf Betroffene schafft keinen einzigen zusätzlichen Arbeitsplatz. ‚Rohrstaberlmethoden‘ erhöhen nicht nur das Armutsrisiko, sondern verhindern auch den Strukturwandel in der Wirtschaft- und Arbeitswelt, den es angesichts der Klimakrise dringend braucht. Das raubt Zukunft und Perspektiven – den unmittelbar betroffenen Arbeitnehmer*innen, aber auch jenen Unternehmen, die es schaffen, über den Tellerrand hinauszublicken“, sagt Markus Koza, Arbeits- und Sozialsprecher der Grünen, zu Ankündigungen des Arbeitsministers, das geltende Zumutbarkeitsregime wieder stärker anzuwenden.

Koza erinnert daran, dass die Krise noch nicht vorbei ist und nach wie vor eine große Lücke zwischen Arbeitssuchenden und Jobangeboten besteht. „Mit den aktuellen Programmen im Rahmen der Corona-Joboffensive, die auf Umorientierung, Qualifizierung und Weiterbildung im Umwelt- und Pflegebereich und bei digitalen Berufen setzen sowie mit der eben angelaufenen Aktion Sprungbrett, wurde ein Weg beschritten, der auf Hilfe und Unterstützung statt Strafen und Sanktionen setzt. Der Arbeitsmarkt erholt sich, die Arbeitslosigkeit geht zurück. Es gibt keinen Grund diesen erfolgversprechenden und nachhaltigen Weg zu verlassen“, unterstreicht der Arbeits- und Sozialsprecher. Den Vermittlungsdruck in Niedriglohnbranchen zu erhöhen, nur weil es ein paar Wirtschaftsbundfunktionär*innen so haben wollen, sei jedenfalls abzulehnen und auch nicht zielführend. Eine klare Ablehnung gibt es zu allen vom Wirtschaftsbund erhobenen Forderungen, Arbeitslosengeld zu kürzen oder die Notstandshilfe abzuschaffen.

„Wir müssen Jobangebote besser und attraktiver machen und nicht Menschen mit Zwangsmaßnahmen in schlecht bezahlte Jobs zu schlechten Arbeitsbedingungen und ohne Perspektiven pressen“, so Koza und weiter: „Wenn der Wirtschaftsbund für Probleme des 21. Jahrhunderts auf Lösungen des 19. Jahrhunderts setzt, so sagt das  einiges über den Wirtschaftsbund aus. Wir haben schon mehrmals bekräftigt und bekräftigen gerne wieder: Mit den Grünen sind Programme, die auf eine weitere Verschärfung ohnehin bereits besonders scharfer Zumutbarkeitsbestimmungen und auf Kürzung des Arbeitslosengeldes setzen, nicht zu machen.“​