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am 15. April 2016

Jordanien: Mehr Geld für Hunger- und Flüchtlingshilfe!

- Im jordanischen Flüchtlingslager hat sich Peter Pilz ein eigenes Bild von der Flüchtlingssituation gemacht. Fazit: Die Versorgung funktioniert, solange Geld da ist.

Peter Pilz hat ZA´ATARI in Jordanien besucht, das zweitgrößte Flüchtlingslager der Welt. 79.500 Menschen werden in einem beeindruckenden Projekt von UNO und jordanischem Staat geschützt. Es ist ein Beispiel dafür, dass Flüchtlingsbetreuung funktioniert – solange Geld da ist. 

mehr geld notwendig

Deutschland, Holland, Schweden und die Schweiz unterstützen das World Food Programme finanziell. Nur von Österreich kommt kaum etwas. Das will Peter Pilz ändern. Nach seiner Jordanien-Reise fordert er die Regierung auf, mindesten 40 Millionen Euro für Ernährung und Resettlement zur Verfügung stellen.

Peter Pilz in Jordanien
Pilz unterwegs im Flüchtlingslager ZA´ATARI in Jordanien, 11. bis 14.4.2016
„Die Betreuung vor Ort funktioniert ganz exzellent, wenn sie über ausreichend Geld verfügen.“
Peter Pilz über die Flüchtlingssituation in Jordanien
Peter Pilz in Jordanien

Gute Betreuung – solange Geld da ist

Denn solange ausreichend Geld da ist, funktioniert die Versorgung der Flüchtlinge in Jordanien: "Die Betreuung vor Ort funktioniert ganz exzellent, wenn sie über ausreichend Geld verfügen." So erhalten die Betroffenen etwa eine Mastercard mit Guthaben, mit der sie in 45 Läden Lebensmittel einkaufen können. Für das große Flüchtlingslager Zaatari sei nun außerdem eine Kanalisation und Trinkwasserversorgung geplant.

ALLE AUSSER ÖSTERREICh

Während die genannten Länder die internationale Lebensmittelhilfe unterstützen, kommt von den so genanten Visegrad-Staaten (lose Kooperation der mitteleuropäischen Staaten Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn, Anm. Red.) kaum Unterstützung: "Österreich ist der einzige deutschsprachige Visegrad-Staat", so Pilz. Er will Außenminister Kurz dazu bringen, dass Österreich zumindest 40 Millionen Euro zur Verfügung stellt.

VORBILD KANADA

Außerdem macht Pilz sich für ein Resettlementprogramm nach kanadischem Vorbild stark. Kanada hat einen Aufnahmepunkt errichtet, über den dieses Jahr 25.000 Flüchtlinge direkt aufgenommen werden. Auf diesem legalen Weg könnten auch die Schwächsten - etwa Frauen mit kleinen Kinder - nach Europa kommen. Es seien jene mit der größten Integrationsbereitschaft, gab Pilz zu bedenken. Österreich sollte nicht auf die EU warten, sondern bilateral mit Jordanien ein derartiges Projekt für 40.000 Flüchtlinge starten. Dann könnten auch die illegalen Flüchtlingsrouten geschlossen werden.

Peter Pilz in Jordanien
Pilz in Jordanien - Im Lager

ZA´ATARI. Das zweitgrößte Flüchtlingslager der Welt ist ein Beispiel dafür, wie es geht. 79.500 Menschen werden in einem beeindruckenden Projekt von UNO und jordanischem Staat geschützt. Aber wie es mit ihnen weitergeht - das entscheidet sich nicht in Amman, sondern in Brüssel, in Berlin und auch in Wien.

Posted by Peter Pilz on Dienstag, 12. April 2016


Am Rand des Flüchtlingslagers Zaátari nördlich von Amman laden mich zwei junge Schwestern zum völkerverbindenden Kampfsport ein. Das syrisch-österreichische Projekt erfreut uns alle.

Posted by Peter Pilz on Samstag, 16. April 2016
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