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am 2. Juni 2016

Grüner 5-Punkte-Plan für erfolgreiche Integration

Alev Korun - Ein Neubeginn in der Integrationspolitik soll das Potenzial der Schutzsuchenden und MigrantInnen als Chance nützen. Unsere Integrationssprecherin Alev Korun präsentiert dazu fünf Vorschläge.

Bild: Alev Korun bei Pressekonferenz
„Der von der Regierung angekündigte Neustart soll auch ein Neubeginn in der Integrationspolitik werden.“
Alev Korun, Integrationssprecherin

Wir grüne wollen:

  • Erhebung von Bildungsabschlüssen und Qualifikationen schon beim ersten Asylinterview:
    ​Ein wichtiger Schritt für die spätere Integration ist es, Flüchtlinge bereits bei den Erstgesprächen zu fragen, welche Ausbildung beziehungsweise welchen Beruf sie haben. Dies erfordert lediglich ein paar Zusatzfragen im Interview. In weiterer Folge fällt es leichter, die Qualifikationen der Asylberechtigten anzuerkennen beziehungsweise noch fehlende Nachweise zu ergänzen. All dies ist notwendig, wenn man die Schutzsuchenden rasch und zum Nutzen des Landes in den Arbeitsmarkt integrieren will.

  • "One-Stop-Shop" für Deutschkurse und „Berufsdeutsch“:
    ​Das Integrationsministerium soll neu ins Land gekommenen Menschen möglichst rasch in entsprechende Deutschkurse bringen. Derzeit werden Kurse auf verschiedenen Ebenen – Bund, Länder, Gemeinden, Organisationen, Freiwillige – angeboten. Es fehlt der Überblick und oft auch Koordination. Dieses Angebot sollte von einer Stelle koordiniert und verwaltet werden. Nur so ist es möglich, passende Deutschkurse anzubieten, die Vorkenntnisse, Alter und ähnliches berücksichtigen. Überdies sollten rasch Kurse für „Berufsdeutsch“ auf die Beine gestellt werden. Denn: Grundkenntnisse in Deutsch bedeuten noch lange nicht, dass die betroffene Person auch den nötigen Wortschatz im eigenen (erlernten) Beruf hat.

  • Raschere und einfachere Anerkennung von mitgebrachten Qualifikationen: 
    ​Derzeit sind verschiedenste Stellen für die Anerkennung von Ausbildungen beziehungsweise Studienabschlüssen zuständig. MedizinerInnen aus dem EU-Raum wenden sich an die hiesige Ärztekammer, MedizinerInnen von außerhalb an die medizinischen Universitäten. Ähnliches gilt für Pflegepersonal. Diese bürokratischen Hürden wie beispielsweise unterschiedliche Verfahren für EU-BürgerInnen und Nicht-EU-BürgerInnen sollen beseitigt werden. Damit wäre der Einstieg in den Arbeitsmarkt leichter und bereits vorhandene Ausbildungen direkter nutzbar.

  • Zugang zum Arbeitsmarkt für AsylwerberInnen nach höchstens sechs Monaten/Erleichterter Arbeitsmarktzugang für Asylsuchende nach 6 Monaten:
    ​Damit können Schutzsuchende sich schneller selbst versorgen und einen sinnvollen Beitrag leisten. Da viele Asylsuchende Männer sind und diese oft monatelang außer Warten nichts tun können, halten sie sich zusehends im öffentlichen Raum (Park, Plätze) auf. Wenn man nicht will, dass der öffentliche Raum stärker männlich durch „herumhängende“ Personen dominiert wird, macht es Sinn, diese arbeiten zu lassen.

  • "Entrümpelung der Gewerbeordnung":
    Damit sollen mehr Menschen ermutigt werden, sich selbstständig zu machen, auch Flüchtlinge. Mit den Asylsuchenden kamen im vergangenen Jahr auch einige Menschen zu uns, die hierzulande seltene oder fast ausgestorbene Berufe ausüben wie etwa NäherIn, Schuster, Schmied. Die Gewerbeordnung sieht aber immer noch hohe Hürden für reglementierte Berufe vor – auch in Gewerben, von denen keinerlei Gefahr für Gesundheit und Leben ausgehen (wie zum Beispiel SchneiderIn). Eine Entrümpelung der Gewerbeordnung würde es Flüchtlingen wie auch ÖsterreicherInnen erleichtern, selbstständig Unternehmen zu gründen und erwerbstätig zu werden. Ein positiver Nebeneffekt wäre das Schaffen neuer Arbeitsplätze.
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