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am 15. März 2016

Alev Korun in Idomeni: "Es ist fünf nach zwölf"

Alev Korun - Unsere Menschenrechtssprecherin Alev Korun war in Idomeni, dem Grenzort zwischen Griechenland und Mazedonien. Hier sind bereits mehr als 10.000 Schutzsuchende aus Syrien und dem Irak gestrandet.

Die Flucht aus Idomeni

Das ist das Ergebnis des Domino-Spiels der Bundesregierung. Tausende Schutzsuchende stecken an der griechisch-mazedonischen Grenze fest und verelenden dort.

Jetzt haben sich mehrere hundert auf den Weg gemacht, um auf eigene Faust nach Mazedonien zu kommen. Erst am 14. März hat das die ersten drei Todesopfer gefordert, als zwei Männer und eine Frau beim Versuch der ausweglosen Situation zu entkommen, bei der Überquerung eines reißenden Flusses ertrunken sind. 

Bild: Alev Korun in Idomeni
Flüchtlingscamp in Idomeni an der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien am 5. März 2016
„Es ist fünf nach zwölf. Ohne legale Fluchtwege werden noch mehr Menschen sterben. Das Grenzen-zu-Domino löst das Problem nicht, sondern heizt nur das Elend der Flüchtlinge weiter an. Solange die Zustände in Syrien, Irak und Afghanistan andauern, werden Menschen flüchten müssen.“
Alev Korun, Menschenrechtssprecherin, über die Flüchtlingssituation in Europa
Bild: Alev Korun in Idomeni

Alev Korun über die Lage in Idomeni am 5. märz 2016

Bild: Alev Korun in Idomeni
Meterlange Essensschlange in Idomeni

tausende familien gestrandet

Über 10.000 Schutzsuchende aus Syrien und dem Irak sind hier gestrandet. Das hier ist ein bloßer Grenzübergang, kein Flüchtlingslager. 

Mit dem von der österreichischen Bundesregierung vorangetriebenen Grenzen-zu-Domino auf der Westbalkanroute sind tausende Familien mit vielen Kindern und Babys hier gestrandet und können weder vor noch zurück.

Bild: Alev Korun in Idomeni
Ein Mann verteilt Kekse

Unerträgliche Zustände

In den umliegenden Flüchtlingslagern sind am 5. und 6. März 2016 nach UNHCR-Angaben mindestens 7.500 Schutzsuchende untergebracht. Die gesamte Versorgung in Idomeni wird von AktivistInnen, Hilfsorganisationen wie Flüchtlingshochkommissariat der UNO (UNHCR), Internationales Rotes Kreuz, Ökopolis, Caritas und anderen NGOs besorgt. In drei Schichten versorgen Ärzte Ohne Grenzen, Rotes Kreuz und Doctor de Monde 24 Stunden am Tag erkrankte Schutzsuchende, darunter ein Drittel Kinder.

Bild: Alev Korun in Idomeni
Kinder, die hinter Stacheldraht spielen

Legale Fluchtwege schaffen

Legale Fluchtwege schaffen statt im Domino-Spiel alle Grenzen für Flüchtlinge schließen, muss die Devise sein. Denn solange die Zustände in Syrien, Irak, Afghanistan oder anderswo sich nicht ändern, werden Menschen leider weiter flüchten müssen. Kein Stacheldrahtzaun, keine Mauern und keine Polizisten werden sie zurückweisen können, wenn sie um ihr Leben rennen. Sichere und legale Fluchtwege würden aber für eine geordnete Aufnahme von Schutzsuchenden sorgen, bezahlte Schleuser überflüssig machen, die Misere von Schutzsuchenden endlich beenden und eine nachhaltige Lösung bringen.

Videos aus idomeni VON ALEV KORUN 

Idomeni, in 50 Sekunden erklärt

Posted by Alev Korun on Sunday, 6 March 2016


Nadelöhr #IdomeniMein zweites Video von der Grenze

Posted by Alev Korun on Sunday, 6 March 2016
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