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am 20. April 2016

Gewaltprävention: "In die Zukunft investieren"

Alev Korun - "Heroes gegen Unterdrückung im Namen der Ehre": Junge, männliche Migranten engagieren sich in Schulen gegen Gewalt und Unterdrückung von Frauen und Mädchen. Wir Grüne wollen dieses erfolgreiche deutsche Projekt nach Wien holen.

„Bei dem Projekt geht es um positive Vorbilder.“
Alev Korun, Sprecherin für Menschenrechte, Migration und Integration
Bild: Alev Korun und Yilmaz Atmaca
Alev Korun und Yilmaz Atmaca bei der Pressekonferenz

Projekt "Heroes" zur Gewaltprävention

Die Initiative "Heroes" wurde 2007 in Berlin gegründet und ist mittlerweile in sieben deutschen Städten, unter anderem in Köln und München, vertreten. Am 2. Mai startet das Projekt außerdem in Salzburg. In Wien ist die Durchführung an der Finanzierung durch das Bildungs-und Frauenministerium in letzter Minute gescheitert. Unsere Menschenrechtssprecherin Alev Korun appelliert an Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek das Projekt doch noch umzusetzen.

"Wir trainieren junge Männer zwischen 16 und 22 Jahren, die aus einer Kultur kommen, in der der Begriff Ehre eine große Rolle spielt", erklärt der Berliner Gruppenleiter und Theaterpädagoge Yilmaz Atmaca. Die Ausbildung dauert etwa ein Jahr, anschließend gehen die Burschen mit selbst erarbeiteten Rollenspielen an Schulen. An den Workshops nehmen sowohl Schülerinnen als auch Schüler teil.

„Ziel ist es, den Jugendlichen andere Perspektiven und Möglichkeiten anzubieten, den Begriff Ehre anders zu definieren und Mitmenschen nicht im Namen der Ehre zu unterdrücken.“
Yilmaz Atmaca, Projektleiter der Berliner Gruppe und Theaterpädagoge
Das Problem mit "EHRE"

Junge Männer bekämpfen Unterdrückung im Namen der "Ehre" und werden dafür Helden/Heroes genannt. Yilmaz Atmaca von den Heroes Berlin erklärt in Wien, wie und warum sie das machen.

Posted by Alev Korun on Donnerstag, 21. April 2016

"gegen Frauenunterdrückung und Gewalt in der Familie"

Laut einer Evaluation, für die SchülerInnen ein Jahr vor und ein Jahr nach Durchführung der Workshops befragt wurden, habe sich gezeigt, dass sie sich danach "ganz klar gegen Frauenunterdrückung und Gewalt in der Familie ausgesprochen" hätten. "16 Jahre Erziehung kann man in zwei Stunden nicht komplett infrage stellen, es ist ein langfristiges Projekt", sagte Atmaca. "Wir investieren in die nächste Generation, in die Zukunft."

In den Rollenspielen wird zum Beispiel eine Szene nachgestellt, in der ein junger Mann seine Schwester mit ihrem Freund in einem Kaffeehaus entdeckt. Für einen Burschen, der aus patriarchalischen Strukturen kommt, sei es inakzeptabel, dass ein fremder Mann in die Nähe seiner Schwester kommt, so Atmaca. Damit sie beide Seiten besser verstehen lernen, wird die Schwester dabei von einem Burschen gespielt.

menschenrechte als grundlage

"Wir arbeiten mit den Menschenrechten und lehnen es ab, Fragen mit religiösen Begründungen zu beantworten", betont Atmaca. Wichtig ist, dass die "Heroes" aus derselben Kultur wie die Jugendlichen, mit denen sie arbeiten, stammen, also prinzipiell verstehen, was der Begriff Ehre für diese bedeutet.

Das Problem mit dem Begriff "EHRE"

Junge Männer bekämpfen Unterdrückung im Namen der "Ehre" und werden dafür Helden/Heroes genannt. Zu recht, finde ich :-) Mehr Infos unter: www.heroes-net.de

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