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am 19. Jänner

TTIP-Studie: Mehr Risiken als Chancen für Österreich

Wolfgang Pirklhuber - 500 österreichische landwirtschaftliche Betriebe wurden im Rahmen einer Studie zu TTIP befragt. Das Ergebnis liegt nun vor: Die Mehrheit lehnt das umstrittene Freihandelsabkommen ab!

Wollen Österreichs Bäuerinnen und Bauern TTIP? Was sind ihre Sorgen? Wo liegen die Risiken? Wir wollten es genau wissen und haben eine Studie beauftragt. Hierfür wurden in ganz Österreich 500 landwirtschaftliche Betriebe zur ihrer Meinung zum aktuell in der Verhandlung befindlichen Freihandelsabkommen TTIP befragt.

TTIP-Studie Österreich

DIE MEHRHEIT SIEHT RISIKEN

Das Ergebnis der Studie des Marktforschungsinstitues keyQuest liegt uns nun vor:

  • Mehr Risiken als Nutzen: Demnach sehen rund zwei Drittel der österreichischen Bäuerinnen und Bauern im Freihandelsabkommen TTIP überwiegend Risiken. Lediglich 1 Prozent sehen überwiegend Chancen durch TTIP.
  • Zu wenig Information: Nur 80 Prozent der Befragten haben schon einmal von TTIP gehört.
  • Negative Grundstimmung: Bäuerinnen und Bauern denken bei TTIP am häufigsten an„Preisverfall“ (15 Prozent), Qualitätsverfall der Produkte (9 Prozent) und „Existenzbedrohung“ (8 Prozent).
„TTIP wäre der Sargnagel für die land­wirt­schaftliche Qualitätsproduktion in Österreich. Es kann nur eine Konsequenz geben: Stopp TTIP!“
Wolfgang Pirklhuber

Preis statt Qualität?

„Die heimische Landwirtschaft hat offenkundig ein gutes Gespür dafür, was die Folgen einer direkten Konkurrenz mit der US-amerikanischen industriellen Landwirtschaft wären: Ein ruinöser Preiskampf auf Kosten von Gesundheits- und Qualitätsstandards“, so unser Landwirtschaftssprecher Wolfgang Pirklhuber. 

Deutsche Studie bestätigt existenzielle Risiken

Dass dies nicht aus der Luft gegriffen ist, belegt außerdem auch eine aktuelle deutsche Studie. Sie kommt zu dem Schluss, dass eine Angleichung der Standards für viele Betriebe der bäuerlichen Landwirtschaft und für viele mittelständische Verarbeitungsbetriebe in der Ernährungsbranche existenzbedrohend wäre.

BIO-LANDWIRTSCHAFT: NOCH besorgter

Bei den Bio-Bäuerinnen und -Bauern ist die Sorge vor TTIP deutlich höher:

  • Hauptsächlich Risiken: 73 Prozent der Befragten sehen durch TTIP überwiegend Risiken.
  • Grüne Kernkompetenz: 29 Prozent der Befragten sehen in der Frage, durch welche Partei sich die Bäuerinnen und Bauern in Sachen TTIP am Besten vertreten sehen, die Grünen auf einem klaren zweiten Platz.
TTIP, TiSA, CETA - Alle Infos.
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