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am 25. März 2013

Agrarwende jetzt!

- Mehr Bio, mehr Biobauern und ein strenges Gütesiegelgesetz fordert unsere Europasprecherin Ulrike Lunacek in einer Pressekonferenz.

Pferdefleischskandal, Kennzeichnungsschwindel, Bio-Betrug - der einzige Ausweg aus der europäischen Lebensmittelkrise heißt "Agrarwende". Dieser Ansicht ist Ulrike Lunacek, Vizepräsidentin der Grünen im Europaparlament und Europasprecherin der österreichischen Grünen: "Der Bio-Markt boomt. Und viele heimische Bauern wären sofort bereit, auf Bio umzustellen - wenn die Rahmenbedingungen passen". Lunacek kritisiert nicht nur in diesem Zusammenhang die politischen Strukturen in der EU - Stichwort: Förderungen und Selbstbestimmung.

Öko-Landwirtschaft meilenweit entfernt

"Von einer Ökologisierung der Landwirtschaft sind wir derzeit meilenweit entfernt", so Lunacek in einer Pressekonferenz in Wien. Sowohl im Europäischen Parlament als auch im Agrarministerrat sei versucht worden, die Vorschläge der Kommission zu verwässern, dennoch: "Die ökologische Reform der europäischen Landwirtschaftspolitik kommt", ist Lunacek überzeugt. Konkret geht es um den Ausbau des biologischen Landbaus, mehr Gerechtigkeit bei Förderungen und den Anbau gentechnikfreier Eiweißpflanzen.

EUROPA gegen gentechnik

Lunacek verweist dabei auf jene 57 europäischen Regionen mit insgesamt 150 Millionen Einwohnern, die sich zu einem gentechnikfreien Netzwerk zusammengeschlossen haben (Gründungsmitglieder und Initiatoren: Oberösterreich und die Toskana). Das von EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso zugesagte Selbstbestimmungsrecht für diese Regionen sei jedoch bis heute nicht erteilt worden, ist Lunacek enttäuscht. Kritik übt Lunacek auch heimischen Agrarfördervergabesystem. Für die Periode 2014 bis 2020 dominiere "Mutlosigkeit und einseitige Klientelpolitik".

Mehr Bio, mehr Biobauern!

Unsere Vorschläge kurz zusammengefasst: Größere Agrarbetriebe stärker beschränken, kleinere stärker fördern. Irgendwie passt in diesem Zusammenhang dazu auch die Forderung nach einer Verdopplung des Bio-Landbaus in Österreich. Außerdem würde ein solch positiver Trend einem enorm negativen entgegenwirken: nämlich dem Bauernsterben.

Gütesiegelsetz muss her!

Außerden fordern wir ein strenges Gütesiegelgesetz. Lunacek: "Derzeit werden in Österreich 500.000 Schweine und 100.000 Rinder pro Jahr importiert, hier geschlachtet und verarbeitet. Und kommen dann als österreichisches Qualitätsprodukte mit rot-weiß-roter Fahne auf den Markt. Mit diesem Etikettenschwindel muss endlich Schluss sein." Lunacek fordert zusätzlich ein Ende der Verarbeitung von jährlich 500.000 Tonnen Gentech-Soja aus Brasilien, Argentinien und den USA. "Davon kommt ein beträchtlicher Teil in den Futtertrog von AMA-Gütesiegel-Schweinen. Dieses Futter hat mit Österreich aber nichts zu tun."

DAS FORDERN WIR GRÜNE:

  • Größere Agrarbetriebe stärker beschränken, kleinere stärker fördern
  • Bio-Landbau in Österreich verdoppeln
  • Gütesiegelgesetz - stoppt den Etikettenschwindel mit falsch deklarierten Lebensmitteln!
  • Stoppt die Verarbeitung von Gen-Soja aus Brasilien!
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