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am 10. April 2017

Gewalt in der Familie: Täter brauchen Beratung

- TäterInnen müssen intensiver betreut werden. Damit lässt sich Gewalt innerhalb von Familien - in vielen Fällen – schon im Vorhinein verhindern. Sollte die Polizei eine/n „GefährderIn“ wegweisen, dann sollen die Kontaktdaten an Beratungseinrichtungen weitergegeben werden.

Gewalt in der Familie kommt in allen gesellschaftlichen Schichten, in jeder Altersgruppe und unabhängig von Religion oder ethnischer Zugehörigkeit vor. In den vergangenen drei Jahren wurden rund 8.000 Anzeigen wegen Körperverletzung erstattet, die Dunkelziffer ist höher. Was den Opferschutz angeht, ist Österreich gut aufgestellt. Bei der Arbeit mit GefährderInnen gibt es aber noch Defizite, meist werden diese Menschen nicht betreut – und werden daher häufig rückfällig.

Unser Grüner Vorschlag:

Beratungsstellen sollen die Kontaktdaten jener bekommen, die wegen häuslicher Gewalt von der Polizei von zu Hause weggewiesen wurden. Die Beratungsstelle nimmt dann Kontakt mit den Betroffenen auf und bietet ihnen eine Beratung an.​

Gewalt gegen Kinder ist inakzeptabel!
„Es geht nicht um Verständnis für die Tat. Wir wollen mit den TäterInnen an ihrem Verhalten arbeiten, damit sie nicht wieder gewalttätig werden.“
Albert Steinhauser, Justizsprecher der Grünen

SICHERHEIT DURCH EIN ZEITNAHES ANGEBOT AN TÄTER_INNEN

Im Falle eines ausgesprochenen Betretungsverbots werden die ansässigen Gewaltschutzzentren unmittelbar informiert und somit dem Opfer ein schneller und einfacher Zugang zu einem Beratungsangebot ermöglicht. Dies ist eine effektive Vorgehensweise, um den Schutz des Opfers zu erhöhen – jedoch nicht weitreichend genug, um Gewalt zu beenden. Denn kurze Zeit nach einem Gewaltvorfall ist die Einsichtsfähigkeit von GefährderInnen in das eigene Fehlerverhalten am höchsten ausgeprägt und genau da wollen wir ansetzen. Erwartet man, dass sich TäterInnen von selbst melden anstatt sie direkt anzusprechen, wird eine wesentliche Chance zur Verhaltensveränderung vertan.​

„Aus Pilotprojekten wissen wir: Jeder zweite, der seine Daten bekannt gibt, lässt sich beraten oder behandeln.“
Albert Steinhauser, Justizsprecher der Grünen

Notwendige gesetzliche Verankerung

Die tatsächliche Beratung ist freiwillig. Will das ein/e GefährderIn nicht, müssen die Daten von der Betreuungsstelle umgehend gelöscht werden. Wir wollen daher:

  • Kontaktdatenweitergabe von GefährderInnen an die Beratungsstellen (Name und Telefonnummer)
  • Durchfinanzierung von Gewaltberatungsangeboten

Vorschlag zur Verankerung der Daten-weiterleitung

  • § 38a Abs. 4 SPG: Betretungsverbot und Wegweisung zum Schutz vor Gewalt: Darin wird dezidiert die Informationsverpflichtung öffentlicher Sicherheitsdienste bezüglich der Gefährdeten festgelegt. Den Gefährdeten werden verpflichtend Informationen bezüglich geeigneter Opferschutzeinrichtungen (§ 25 Abs. 3) erteilt.
  • Eine ähnliche Formulierung hinsichtlich der GefährderInnen und der verpflichtenden Information durch die öffentlichen Sicherheitsdienste über geeignete Gewaltberatungseinrichtungen könnte dort (etwa: § 38a Abs 4 Z 1a SPG) eingegliedert werden.