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am 4. Mai 2015

70 Jahre Befreiung KZ Mauthausen

- Zum 70. Jahrestag der Befreiung des KZ Mauthausen betont Harald Walser die Bedeutung der Gedenkstätte und spricht sich für eine echte Neugestaltung aus – und zwar ohne Sparauflagen.

Vor 70 Jahren, am 5. Mai 1945, befreiten US-Soldaten das Konzentrationslager Mauthausen. Heute ist Mauthausen die wichtigste Gedenkstätte Österreichs. ​Allerdings wird die Gedenkstätte ihrem Bildungsauftrag nur unzureichend gerecht. Unser vergangenheitspolitischer Sprecher Harald Walser verweist dabei auf die in der letzten Zeit immer lauter vorgebrachten Kritikpunkte an der Führung der Gedenkstätte: „Das Erinnern anlässlich der Befreiung des KZ Mauthausen vor 70 Jahren darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Gedenkstätte ihrem Auftrag derzeit nur unzureichend nachkommt. Die Gedenkstätte Mauthausen hat massiven Reformbedarf!“

Gedenken an fast 100.000 Ermordete

Walser verweist auf die Bedeutung der Vermittlungsarbeit: „In diesen Tagen gedenken wir der fast 100.000 im KZ Mauthausen Ermordeten und jener, die die unbeschreiblichen Torturen überlebt haben. Heute bedeutet das für uns den Auftrag, allen undemokratischen und rassistischen Tendenzen entgegenzuwirken. Die Vermittlungsarbeit in Mauthausen ist dafür ein zentraler und unentbehrlicher Bestandteil.“
„Es muss verhindert werden, dass es ausgerechnet in der wichtigsten Gedenkstätte Österreichs zu versteckten Sparmaßnahmen kommt.“
Harald Walser

BESUCHERZAHLEN AUF REKORDTIEF

Alarmierend sind die zurückgehenden Besucherzahlen, insbesondere jene von österreichischen Schulgruppen. Besuchten im Jahr 2007 noch 57.500 SchülerInnen die Gedenkstätte, ging diese Zahl im letzten Jahr auf ein Rekordtief von 48.100 zurück. Für Walser ist dies ein deutliches Zeichen dafür, dass in der Führung der Gedenkstätte etwas schief läuft: „Noch 2010 haben Bundeskanzler Faymann und Ex-Unterrichtsministerin Schmied verkündet, Maßnahmen zu setzen, um die jährliche Kapazität für Schulgruppen aus Österreich auf 100.000 zu steigern. Das Resultat zeigt jedoch leider eine gegenläufige Entwicklung und dem ist angesichts des erschreckend zunehmenden Rechtsextremismus ganz entschieden entgegenzuwirken.“

Beim Gedenken darf nicht gespart werden!

Für die Gedenkstätte ist eine Neuordnung geplant. Das sollte als Chance wahrgenommen werden, eine vom Innenministerium unabhängige Verwaltung zu schaffen. Zudem sollte in einer internationalen Besetzung der Gremien auch der Tatsache Sorge getragen werden, dass die Opfer aus Mauthausen zu 98 Prozent aus dem Ausland stammen. Außerdem muss verhindert werden, dass es ausgerechnet in der wichtigsten Gedenkstätte Österreichs zu versteckten Sparmaßnahmen kommt.
Mauthausen-Erinnerung
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