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am 25. August

Voglauer/Stammler: Gerade jetzt braucht Land­wirt­schaft Unterstützung bei ökologischen Transformation und keine falsch zitierten Studien

Clemens Stammler, Olga Voglauer - Farm to Fork Strategie und der Green Deal dringender denn je

Aktuell sorgt eine Studie des Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission für einige Aussendungen von Seiten verschiedener Landwirtschaftsakteur*innen. Landwirtschaftssprecherin der Grünen, Olga Voglauer, stellt klar: „Die Studie ist keine Folgenabschätzung des Green Deals für die Landwirtschaft, wie sie derzeit genannt wird. Das JRC schreibt selbst: Die Modellierung umfasse nicht alle geplanten Maßnahmen. Die Reduktion der Lebensmittelverschwendung, Ernährungsumstellung oder die Umsetzung des Bio-Aktionsplans – wie sie in der 'Farm to Fork' Strategie vorgesehen, aber in der Studie nicht berücksichtigt sind – würden die Ergebnisse aber natürlich verändern."

"Jetzt eine Studie, die modellierte Szenarien für die isolierte Umsetzung von nur vier Zielen von 'Farm to Fork' und der Biodiversitätsstrategie in der zukünftigen Gemeinsamen Agrarpolitik betrachtet, als Folgenabschätzung darzustellen ist verkürzt und lässt die Bäuerinnen und Bauern wieder im Regen stehen", stellt Voglauer klar. Eines sei klar: Die 'Farm to Fork' Strategie und der Green Deal sind dringender denn je. "Wir merken die Folgen des Klimawandels schmerzlich, Hagelschäden mit mehr als zigtausend Hektar Schäden im Ackerbau sowie Überflutungen und Muren. All das spüren die Bäuerinnen und Bauern unmittelbar auf ihren Äckern und Wiesen", sagt Voglauer. 

Die vier in der Studie enthaltenen Ziele sind die Pestizidreduktion, die Reduktion des Nährstoffaustrags, die Erhöhung der biologisch bewirtschafteten Fläche, und die Erhöhung der landwirtschaftlichen Fläche mit hoher Vielfalt. Clemens Stammler, Regionalsprecher und Obmann der Grünen Bäuerinnen und Bauern, sagt dazu: „Das JRC hält fest, dass die Modellierung keinerlei Informationen zu den positiven Auswirkungen des Erreichens der vier Ziele auf die Landwirtschaft enthält. Vom Schutz von Ökosystemleistungen, etwa die Bestäubung durch Insekten oder die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens, auf die wir Bäuerinnen und Bauern angewiesen sind, würden wir aber natürlich auch profitieren.“

In der Studie wird auch auf die Limitierungen der bestehenden Simulations-Modelle hingewiesen, die die positiven Synergien zwischen Umwelt- und Naturschutz und landwirtschaftlicher Produktion nicht ausreichend abbilden würden. Voglauer und Stammler meinen dazu: „Zur Erreichung der Klima- und Biodiversitätsziele muss auch die Landwirtschaft ihren Beitrag leisten. Was wir dafür benötigen, ist einerseits ein gesamthafter Blick auf die Zusammenhänge zwischen landwirtschaftlicher Produktion, dem Ernährungssystem und den Ökosystemleistungen, und andererseits Unterstützung für die Bäuerinnen und Bauern bei der Umstellung ihrer Produktionsweisen. Das Bauernsterben ist nicht den Umweltleistungen der Landwirtschaft geschuldet, sondern dem Produzieren zu Weltmarktpreisen auf Teufel komm raus.“