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am 11. Oktober 2016

Equal pay day: Ab heute arbeiten Frauen gratis!

- Frauen haben am Arbeitsmarkt immer noch schlechtere Karten. Die Regierung muss endlich effektivere Maßnahmen gegen den Gender Pay Gap schaffen!

Bild: Eines Tages sind wir vor dem Gehaltszettel alle gleich

Am 11. Oktober ist wieder Equal Pay Day. Heißt: Frauen arbeiten ab heute für den Rest des Jahres gratis. Satte 22,4 Prozent verdienen Frauen in Österreich weniger als Männer. Ein Unding, findet unsere Frauensprecherin Berivan Aslan: „Der Equal Pay Day am 11. Oktober zeigt es wieder einmal schwarz auf weiß: Frauen haben auf dem Arbeitsmarkt immer noch die schlechteren Karten."

"Teilzeitarbeit nicht der Grund"

Die Gehaltsunterschiede werden von der Statistik Austria jedes Jahr anhand der ganzjährigen, Vollzeit beschäftigten Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen berechnet. Aslan: „Diese Zahlen sind sehr aussagekräftig, weil damit klar wird, dass die Gehaltsunterschiede nicht mit der Teilzeitbeschäftigung von Frauen erklärt werden können." 

„Frauen werden künftig noch stärker von (Alters)armut betroffen sein.“
Berivan Aslan, Grüne Frauensprecherin

Altersarmut von frauen nimmt zu

Entscheidend ist, dass Frauen verstärkt in schlecht bezahlten Branchen wie Handel, Sozialberufen und Dienstleistungen arbeiten. Diese niedrigen Einkommen haben schwerwiegenden Folgen für soziale Absicherung und Pensionen. „Mit den zahlreichen Pensionsreformen, die erst jetzt zu wirken beginnen, werden Frauen künftig noch stärker von Altersarmut betroffen sein", befürchtet Aslan.

Wenig Frauen in Führungspositionen

Die Benachteiligung von Frauen im Arbeitsleben zeigt sich auch bei der Besetzung der Führungsebenen in den Unternehmen. Hier gibt es Handlungsbedarf: „Die Spitzengremien österreichischer Unternehmen sind quasi frauenlos. Ihr Anteil in den Geschäftsführungen der umsatzstärksten Unternehmen Österreichs beträgt lediglich 7,2 Prozent."

Her mit der Quote!

Anlässlich des Equal Pay Days fordert Aslan die Regierungsparteien auf, endlich über Quotensysteme für die Wirtschaft ernsthaft nachzudenken. Gleichzeitig müssen Gleichstellungsanliegen in die Mitte der Politik gestellt werden. „Mit der derzeitigen Aufteilung kommen wir nicht weiter. Das zeigen die anhaltenden Einkommensunterschiede, die sich lediglich im Schneckentempo verringern. Und der faktische Ausschluss von Frauen aus den Führungsebenen in der Wirtschaft einmal mehr," so Aslan.

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