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am 24. Februar

Disoski: Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern betragen 15,2 Prozent - das ist um 15,2 Prozent zu viel

Meri Disoski, Markus Koza - Koza: Unterstützung für Forderung nach Arbeitszeitverkürzung im Sozial- und Gesundheitsbereich

„15,2 Prozent betragen die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern in Österreich - das ist um 15,2 Prozent zu viel“, sagt die Frauensprecherin der Grünen, Meri Disoski, anlässlich des morgigen Equal Pay Days. „15,2 Prozent bedeutet, dass Frauen 56 Tage im Jahr unbezahlt arbeiten. Erst ab dem 25.2. werden Frauen und Männer in Österreich gleich bezahlt.“

   Vor diesem Hintergrund „ist es umso wichtiger, dass wir Maßnahmen für Einkommensgerechtigkeit zügig umsetzen. Denn weniger Lohn für Frauen und die daraus resultierenden ökonomischen Nachteile begleiten Frauen ihr Leben lang und führen nicht selten in die Altersarmut. Die für die Umsetzung der Maßnahmen zuständigen MinisterInnen können sich auf meine Unterstützung verlassen“, führt Disoski aus.

   In diesem Zusammenhang hebt Disoski die Zeitverwendungsstudie des EU-Statistikamts Eurostat hervor, an der Österreich teilnehmen wird: „Diese Studie liefert wesentliche Informationen über die Veränderung der Gesellschaft und der Arbeitswelt und stellt somit eine wichtige Grundlage für politische Entscheidungen dar. Sie liefert uns Informationen über den Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen, über Zugangschancen zu Erwerbsarbeit und über die Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit. Bezahlte und unbezahlte Arbeit ist nicht nur ungleich verteilt. Unbezahlte Arbeit ist meistens auch unsichtbar. Mit der Zeitverwendungsstudie wird ihr ökonomischer Wert sichtbar gemacht. Für eine faktenbasierte Gleichstellungspolitik sind die Ergebnisse der Studie von großer Wichtigkeit.“

   Unterstützung kommt von den Grünen für die Forderung der Gewerkschaften nach einer Arbeitszeitverkürzung im Sozialbereich. Markus Koza, Sprecher für Arbeit und Soziales: „78 Prozent der Beschäftigten im Sozial- und Gesundheitsbereich sind Frauen, die Teilzeitquote ist mit 63 Prozent der Beschäftigten besonders hoch. Wenig verwunderlich daher, dass die Einkommen im Sozialsektor deutlich unter dem Durchschnitt aller Beschäftigten liegen." Von einer Arbeitszeitverkürzung würden daher vor allem die Frauen profitieren, da Teilzeit finanziell automatisch aufgewertet würde.

   „Arbeitszeitverkürzung ist keine Retro-Idee aus vergangenen Zeiten, sondern längst überfällig. Wer Pflege- und Sozialberufe attraktivieren will, wird die Arbeitsbedingungen deutlich verbessern müssen - und da gehören neben höheren Einkommen auch planbare und kürzere Arbeitszeiten dazu“, hält Markus Koza fest.
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