Bundesländer
Navigation:
am 20. Mai 2014

Der Grüne Frauenbericht 2014

- Wir geben in unserem Frauenbericht 2014 Berîvan Aslan - unserer neuen Frauensprecherin - Gelegenheit, ihre frauenpolitischen Schwerpunkte zu formulieren, befragen Expertinnen zu aktuellen europapolitischen Themen und porträtieren Frauen, die sich für Menschenrechte und Geschlechtergerechtigkeit einsetzen.

Liebe Frauen, liebe Männer!

„Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!“– „Mehr Frauen an die Spitze!“ – „Halbe-halbe in allen Bereichen!“ – „Her mit der Quote!“ – Ihr könnt es auch schon nicht mehr hören? Dann geht es euch nicht anders als uns. Diese Forderungen sollten im Jahr 2014 eigentlich längst verwirklicht sein. 

Es ist beschämend, dass wir immer noch auf deren Umsetzung pochen müssen. Was haben wir in den letzten Jahren immer und immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass Gleichstellung zwischen Frauen und Männern hierzulande zwar auf dem Papier steht, aber nicht in der Realität angekommen ist, dass Frauen noch immer ein Viertel weniger verdienen als Männer, dass sie aber viel mehr unbezahlte Arbeit leisten, Kinder betreuen, Angehörige pflegen … 

Die Vorzeichen am Beginn dieser neuen Legislaturperiode geben wenig Anlass zur Hoffnung auf einen Schulterschluss der Regierung in Sachen Gleichstellung und auf eine Ministerin, die sich verstärkt den notwendigen Anliegen widmet, aber: Wir versprechen euch, wir bleiben dran! Wir lassen nicht locker – so lange, bis Halbe-halbe selbstverständlich ist, von der Familie bis ins Parlament.

Berîvan Aslan, Frauensprecherin

Judith Schwentner, Sozialsprecherin

Bild: Frauenbericht 2014 Cover
Per Klick downloaden

Ein Europa der Frauen

Am 25. Mai 2014 entscheiden Bürgerinnen und Bürger aus 28 europäischen Staaten über die Zusammensetzung des Europäischen Parlaments (EP) für die kommenden fünf Jahre; wieder sind mehr Frauen als Männer wahlberechtigt. Nicht zuletzt deshalb beschäftigt sich der Grüne Frauenbericht 2014 auch mit frauenpolitischen Fragen jenseits der österreichischen Grenzen. 

Europa erscheint oft weit weg, aber wir leben mittendrin. Das Europäische Parlament (Frauenanteil derzeit: 35%), das einzige direkt gewählte Organ der EU, hat enormen Einfluss auf die Gestaltung der politischen und gesellschaftlichen Beziehungen der Union: Die künftig 751 Abgeordneten können entscheidende soziale, ökologische oder auch frauenpolitische Initiativen setzen – wie der jüngste Vorstoß für eine Frauenquote in Aufsichtsräten beweist. Die konservative Mehrheit im EP kann Frauenrechte aber auch dramatisch behindern, wie die Ablehnung des Estrela-Berichts im Herbst 2013 illustriert hat.

Wir geben in dieser Ausgabe Berîvan Aslan – unserer neuen Frauensprecherin im Nationalrat – Gelegenheit, ihre frauenpolitischen Schwerpunkte zu formulieren, befragen Expertinnen zu aktuellen europapolitischen Themen und porträtieren Frauen, die sich für Menschenrechte und Geschlechtergerechtigkeit einsetzen. Daraus hoffen wir Anregungen und Überlegungen zu entwickeln, wie ein soziales, geschlechtergerechtes und feministisches Europa aussehen könnte. Denn Demokratie heißt auch, dass Frauen überall in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik gleichberechtigt vertreten sind. Deshalb braucht sowohl das Österreichische aber auch das Europäische Parlament starke Frauen, wenn wir öffentliche Haushalte geschlechtergerecht gestalten, Modelle des europäischen Mindestlohns diskutieren, den Kampf gegen Frauenhandel und Gewalt an Frauen in den Vordergrund rücken und die Selbstbestimmungsrechte der Frauen ganz allgemein stärken wollen. 

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen! Das Redaktionsteam.