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am 10. Dezember 2020

Elektromobilitätsbonus: Weitere 46 Millionen Euro stehen 2021 zum Umstieg auf emissions- und lärmfreie Fahrzeuge bereit

Hermann Weratschnig - Mit der Förderung von E-Fahrzeugen und Ladeinfrastruktur leisten wir einen Baustein, um das Fundament für eine nachhaltige Wende im Verkehrssektor zu legen“. Allein 2020 wurden bislang über 7.800 E-Pkw, 1.100 Plug-In-Hybride sowie 1.500 E-Motorräder und E-Mopeds neu angemeldet. 2021 stellt das BMK weitere 46 Millionen Euro an Fördergeldern bereit.

Der Verkehrssektor ist nach wie vor ein Sorgenkind, wenn es um Schadstoffemissionen und Lärm in Österreich geht. Rund ein Drittel der aktuellen CO2-Emissionen werden hier verursacht. Insbesondere im Verkehr braucht es ein großes Bündel verschiedenster Maßnahmen, um eine rasche nachhaltige Reduktion und die ambitionierten Klimaziele des Bundes sowie der Europäischen Union erreichen zu können. „Mit der Förderung zum Umstieg auf E-Fahrzeuge inklusive der entsprechenden Ladeinfrastruktur leisten wir einen Baustein von vielen, um das Fundament für eine nachhaltige Transformation im Verkehrssektor zu legen“, erklärt Verkehrssprecher NAbg Hermann Weratschnig. 

Dass das Förderbudget des BMK von insgesamt 93 Millionen Euro für die Jahre 2019 und 2020 mittlerweile beinah zur Gänze ausgeschöpft wurde, zeigt das steigende Interesse der Österreicher*innen an Elektromobilität – nicht zuletzt auch durch die Erhöhung der Einzelförderungen seit Juli 2020. Allein heuer wurden bislang über 7.800 E-Pkw, etwa 1.100 Plug-In-Hybride und über 1.500 E-Motorräder und E-Mopeds neu angemeldet. Damit dieser finanzielle Anreiz weiter zur Überzeugungsarbeit beitragen kann, wurden vom BMK für 2021 weitere 46 Millionen Euro hierfür vorgesehen und vor kurzem auch die Fortführung des Programms mit den Partnern aus der Wirtschaft vereinbart - die Automobil- und die Zweiradbranche stellen einen Teil der Fördergelder bereit.

„Gerade im Zweiradbereich sehe ich noch großes Steigerungspotenzial, sowohl bei E-Mopeds (L1e) als auch bei E-Motorrädern (L3e). Mittlerweile wird jedes sechste neue Moped (L1) in Österreich rein elektrisch betrieben (15,7%), diese Quote ist bereits höher als der EU-Durchschnitt (14,6%). Einspurige E-Fahrzeuge benötigen weniger Parkraum, sind flexibler gegenüber Staus und verursachen dabei keine Emissionen und keinen Lärm, das bringt nicht nur im städtischen Bereich große Vorteile. Gleichzeitig sehen wir auf dem Markt immer mehr attraktive Modelle unterschiedlichster Hersteller, ob beispielsweise eine vollelektrische Vespa, eine komplett elektrische Freeride-Maschine von KTM, oder auch das futuristische E-Motorrad von Johammer aus Bad Leonfelden“, umreißt Hermann Weratschnig die aktuelle Situation. 

„Mit einer immer breiteren Modellauswahl und Verkaufspreisen, die immer näher an die Verbrenner-Modelle rücken, sehe ich für die einspurigen Elektrischen ein großes Potenzial. Im ländlichen Bereich spielen Mopeds eine große Rolle für die individuelle Mobilität Jugendlicher und junger Erwachsener auf dem Schul- und Arbeitsweg sowie in der Freizeit“, weiß der Abgeordnete aus Schwaz in Tirol.

Natürlich ist der Umstieg von Fahrzeugen mit Verbrennungsantrieb auf Elektromobilität nicht der alleinige Stein der Weisen, um eine nachhaltige Mobilitätswende zu schaffen. Auch diese Fahrzeuge sind in Produktion und Betrieb sehr ressourcen- und energieintensiv, auch wenn sie weit effizienter sind als Verbrennungsmotoren. Noch stärker wiegt die ökologische Kritik beim Blick auf Hybridfahrzeuge, die beide Antriebstechnologien vereinen.

„Für uns Grüne ist Elektromobiliät eine Chance, um im Individualverkehr möglichst rasch die CO2-Emissionen und die Schadstoffwerte zu senken. Andere Maßnahmen zeigen ihre Wirkung erst längerfristig – der österreichweite Öffi- und Güterlogistik-Ausbau kann ja nicht von heute auf morgen erledigt werden, sondern wird Jahre in Anspruch nehmen. Am Ende der dringend notwendigen Transformation im Verkehrsbereich wird der Pkw elektrisch angetrieben werden und eine neue Stellung im ‚modal split‘ eingenommen haben. Der Pkw wird dann vor allem als Sharing-Fahrzeug oder in Form von Mikroverkehren zum Einsatz kommen“, blickt Hermann Weratschnig in die Zukunft. „Es macht einfach keinen Sinn - weder ökologisch, noch finanziell - wenn Fahrzeuge unter großem Rohstoff- und Energieaufwand produziert werden und dann einen Großteil der Zeit ungenutzt auf Parkplätzen oder in Garagen stehen“, bilanziert der Verkehrssprecher der Grünen im Nationalrat.


Die aktuelle Ausgestaltung der E-Mobilitätsförderung finden Sie im Factsheet des BMK sowie auf www.umweltfoerderung.at