Bundesländer
Navigation:
am 20. September 2016

AKW Dukovany: Ausbau jetzt stoppen!

- Noch bis zum 23. September können Sie mit einer Stellungnahme gegen den Ausbau des grenznahen tschechischen Atomkraftwerks Dukovany protestieren. Die Musterstellungnahme gibt's hier zum Download.

100 km von Wien und nur 35 km von Brünn entfernt liegt das tschechische Atomkraftwerk Dukovany. Die in den 1980er Jahren in Betrieb genommene Anlage soll nun erweitert werden. So will es zumindest die tschechische Regierung beziehungweise der AKW-Betreiber CEZ. 

akw nicht sicher

Im möglichen Katastrophenfall wäre Österreich also massiv betroffen. Doch um genau das zu verhindern, wird nichts unternommen. Im Gegenteil. Vier Uralt-Blöcke sind im AKW Dukovany bereits seit Jahrzehnten in Betrieb, für zwei davon wurden erst vor Kurzem – trotz aller Mängel und Sicherheitsbedenken – Betriebsverlängerungen erteilt. 

AKW Dukonavy
Strahlung kennt keine Grenzen: das AKW Dukovany nahe Österreich

UND WOHIN MIT DEM atomMÜLL?

Trotz aller bestehenden Mängel und Sicherheitsrisikos ist leider auch die Endlagerung des radioaktiven Atommülls noch nicht geklärt. Ebenso offen ist die Frage nach der Finanzierung des Ausbaus des grenznahen AKW. Denn fest steht: Ohne Milliarden-Subventionen kein Neubau von Atomkraftwerken. Der Betreiber hat dennoch im Sommer dieses Jahres den Antrag auf eine grenzüberschreitende Unverträglichkeitsprüfung (UVP) zum Ausbau des AKW Dukovany um zwei Blöcke gestellt.

„Der Ausbau des grenznahen AKW Dukovany ist ein unabsehbares Sicherheitsrisiko für die Menschen in Tschechien und Österreich. Wir werden alle politischen und rechtlichen Möglichkeiten aufbieten, das Projekt zu verhindern. Die Zukunft Europas liegt in 100 % erneuerbarer Energie.“
Matthias Köchl, Grüner Anti-Atomsprecher

Gemeinsam den ausbau des AKW Dukovany stoppen

jetzt Stellungnahme an die Landesregierung schicken!

Als AtomkraftgegnerInnen der ersten Stunde gehen wir mit aller Entschiedenheit gegen den geplanten Ausbau des Atomkraftwerkes so nah an der Grenze Österreichs vor – und setzen dabei auf alle politischen und rechtlichen Möglichkeiten. Die Stellungnahme engagierter BürgerInnen ist eine davon:

STELLUNGNAHME nur noch bis 23. september!

Im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung läuft aktuell das Vorverfahren „Scoping“. Hierzu kann die Öffentlichkeit noch bis 23. September Stellungnahmen einreichen. Der Antiatom-Beauftragte des Landes Oberösterreich beispielsweise hat für alle oberösterreichischen Gemeinden sowie engagierte BürgerInnen eine entsprechende Muster-Stellungnahme als Word-Dokument verfasst. Diese Stellungnahme können Sie im Wortlaut benutzen und einfach per Mail oder ausgedruckt per Post an Ihre jeweilige Landesregierung schicken (bitte nicht vergessen, die Adresse im Muster-Schreiben zu ändern!):

ADRESSEN DER LANDESREGIERUNGEN IN ÖSTERREICH


​Wien

Wiener Landesregierung
MA 22 – Umweltschutzabteilung
Dresdner Straße 45
1200 Wien
post@ma22.wien.gv.at

Burgenland
Burgenländischen Landesregierung
Abteilung 5 – Anlagenrecht, Umweltschutz und Verkehr
Europaplatz 1
7000 Eisenstadt
post.abteilung5@bgld.gv.at

Kärnten
Amt der Kärntner Landesregierung
Abteilung 7, Unterabteilung Anlagenrecht und UVP
Mießtaler Straße 1
9021 Klagenfurt am Wörthersee
abt7.post@ktn.gv.at


Amt der Oö. Landesregierung
Direktion Umwelt und Wasserwirtschaft/Abteilung Anlagen-, Umwelt- und Wasserrecht
Kärntnerstraße 10-12
4021 Linz
auwr.post@ooe.gv.at

Salzburg
Amt der Salzburger Landesregierung
Abteilung Umweltschutz
Postfach 527
5010 Salzburg
umweltschutz@salzburg.gv.at

Steiermark
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Fachabteilung 13A
Landhausgasse 7
8010 Graz
abteilung13@stmk.gv.at

Tirol
​Tiroler Landesregierung
​Abteilung Umweltschutz
​Eduard-Wallnöfer-Platz 3
​6020 Innsbruck
umweltschutz@tirol.gv.at

Vorarlberg
Amt der Vorarlberger Landesregierung
Landhaus
6901 Bregenz
land@vorarlberg.at


Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung Umwelt- und Energierecht (RU4)
Landhausplatz 1
3109 St. Pölten
post.ru4@noel.gv.at


Das kritisieren wir am geplanten akw-ausbau:

  • Keine Informationen. Bei einer UVP muss ein konkretes Projekt geprüft werden, keine „mögliche“ Anlage, wie es derzeit noch der Fall wäre. Denn in den tschechischen UVP-Unterlagen werden noch 11 mögliche Reaktortypen genannt – ohne spezifische Risikostudien.
  • Kein Platz für den Atommüll. Es muss geklärt werden, wie die einzelnen radioaktiven Abfälle inklusive der abgebrannten Brennelemente sicher entsorgt werden können.
  • Keine ausreichende Kühlwasserkapazität. Für den Standort Dukovany muss eine detaillierte Wasserbilanz zur Kühlwasserkapazität des Flusses Jihlava zusammengestellt werden. Denn bereits in den 80er Jahren wurden potenzielle Probleme mit dem Mangel an Kühlwasser erkannt. Diese können sich durch zukünftige Klimaänderungen noch verschärfen.
  • Keine Maßnahmen für die langfristigen Folgen des Ausbaus. Die UVP sollte auch die unmittelbar zusammenhängenden Projekte mitberücksichtigen. Dazu gehören zum Beispiel ein neues Zwischenlager für abgebrannte Brennstäbe, die Erweiterung des Umspannwerkes oder Erweiterung und Verstärkung der Transportwege.
  • Keine Alternativen. Das Vorhaben muss auch entsprechend begründet werden. Es muss mit Alternativen und mit der Nullvariante konfrontiert werden.
  • Keine Bewertung der Strahlenauswirkungen und der sonstigen Umweltauswirkungen.
  • Kein Sicherheitskonzept. Dazu gehören das Sicherheitskonzept des AKW, Infos zum Containment, Wahrscheinlichkeitsanalysen zu möglichen externen Gefährdungen (etwa Flugzeugabstürze), Berechnung der potentiellen Strahlenbelastung für die gesamte tschechische Bevölkerung und für die Nachbarländer bei Störfällen.

so nah ist das AKW Dukovany:

AKW Dukonavy Karte