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am 5. November 2013

35 Jahre "Nein" zu AKW Zwentendorf

- Vor 35 Jahren haben die Österreicherinnen und Österreicher "Nein" zum AKW Zwentendorf gesagt. Heute sagen wir Grüne "Nein" zu Atom in ganz Europa!

Vor 35 Jahren, am 5. November 1978, war die Volksabstimmung über das Atomkraftwerk Zwentendorf. 50,5 Prozent haben dagegen gestimmt. Das war eine entscheidende Weichenstellung für die Energiepolitik in Österreich. 

Atom bedroht die Menschheit

Die Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima haben gezeigt, dass die Entscheidung absolut richtig war. 1999 wurde die Atomkraftfreiheit sogar in der Verfassung festgeschrieben.

Zwentendorf - Aufruf zur Abstimmung
Foto: Florian Noto
„Vor 35 Jahren hat die österreichische Bevölkerung die richtige Entscheidung getroffen und gegen Zwentendorf gestimmt. Die Lehre aus den Atom- katastrophen in Tschernobyl und Fukushima kann nur der europäische Atomausstieg sein.“
Eva Glawischnig, Bundessprecherin

Atomgefahr noch nicht gebannt

Doch die Atomgefahr ist noch nicht gebannt, solange in Europa noch AKW in Betrieb sind. Tschernobyl ist 1.000 km entfernt, aber hat in Österreich bei unzähligen Menschen Krankheiten ausgelöst, z.B. an der Schilddrüse. In unseren westlichen Nachbarländern Italien, Deutschland und Schweiz wurde der Atomausstieg beschlossen oder schon umgesetzt. Doch unsere östlichen Nachbarländer wollen ihre AKW länger in Betrieb lassen oder sogar neue bauen. Temelin, Mochovce, Paks, Krsko oder auch Isar 2 und Beznau können die Tschernobyls von morgen sein. Dagegen wehren wir Grüne uns. Vor allem die Bundesregierung ist in der Verantwortung, sich aktiv in den EU-Gremien gegen Atomkraft einzusetzen, mit allen politischen und rechtlichen Möglichkeiten. Sie muss mit dem Nationalrat, den Bundesländern, NGOs und natürlich mit anderen AKW-freien Staaten in Europa zusammenarbeiten.

„Atomkraft ist weder sicher noch preisgünstig, Fukushima und Tschernobyl liefern täglich den Beweis dafür.“
Matthias Köchl, Grüner Sprecher für Anti-Atom-Politik
Bild: Matthias Köchl

Atomkraft im Auslaufmodus – das Risiko steigt

40 Prozent aller AKW in der EU sind bereits stillgelegt. Die drei Neubauten in Finnland, Frankreich und der Slowakei verzeichnen extreme Kostensteigerungen und Bauzeitverlängerungen. Aber es gibt weiterhin viel zu tun, um Neubauten zu verhindern und damit die alten und gefährlichen AKW keine Laufzeitverlängerungen bekommen. Je länger die alten AKW laufen, desto gefährlicher werden sie. Es bringt wenig, einzelne Schwachstellen nachzurüsten oder Ersatzteile auszutauschen.

Koechl protestiert gegen Atomenergie
Matthias Köchl protestiert in Klagenfurt gegen Atomenergie

Atomkraft = teuerste Energie

In Tschechien, Frankreich und Großbritannien gibt es Pläne für neue Atomkraftwerke. Auch Großbritannien will neue Atomkraftwerke bauen. Die Regierung hat jetzt eine Förderung beschlossen: britische Stromkunden sollen für den Atomstrom 35 Jahre lang umgerechnet etwa 0,11 Euro pro Kilowattstunde (kWh) bezahlen. Das Geld fließt in die Taschen von französischen und chinesischen Konzernen. Das zeigt, dass Atomkraft viel teurer ist als erneuerbare Energien. In Österreich erhält Windenergie nur 13 Jahre lang eine Förderung von 9,45 Cent/kWh. In Deutschland werden auch große Solaranlagen mit weniger als 10 Cent/kWh für 20 Jahre gefördert. Erneuerbare Energien? Ja bitte! Sie sind nicht nur sauberer, sondern auch günstiger als Atomstrom.

„Zwentendorf 1978, das war die neue Politisierung für tausende von Jungen und Alten, viel mehr als das bloße NEIN zur Atomkraft.“
Terezija Stoisits, ehemalige Grüne Nationalratsabgeordnete

Österreichische Unternehmen an AKW-Bauten beteiligt

Die Betreiber und Hersteller von Atomkraftwerken haften nur für einen winzigen Teil der möglichen Schäden, die bei einem Atomunfall entstehen können. Die wichtigste Aufgabe von EU-Kommission ist es, endlich umfassende und verbindliche Haftungsregel einzuführen. Eine Schande für Österreich ist es, dass Konzerne wie STRABAG und die Andritz AG sich noch immer an AKW-Neubauten im Ausland beteiligen. Wir Grünen wollen solche Atomexporte verbieten, soweit das möglich ist. Und wir wollen die Unternehmen in die Pflicht nehmen: auch die Baukonzerne müssen für die Milliardenschäden von Atomunfällen haften, wenn sie dafür verantwortlich sind.

Greenpeace protestiert in Zwentendorf gegen weltweite Atomenergie
Zur Mahnung: Greenpeace-AkivistInnen erklettern das "AKW" Zwentendorf. Foto: Florian Noto

Energiewende in 15, 25 und 35 Jahren

Die Volksabstimmung von Zwentendorf vor 35 Jahren war eine entscheidende Weichenstellung. Die Weiche, die wir heute stellen müssen, ist die Entscheidung für 100 Prozent erneuerbare Energien. Österreich ist stark von Energieimporten abhängig, vor allem von Öl, Gas, Kohle und elektrischer Energie. Das wird immer teurer – aber es muss nicht sein. In spätestens 15 Jahren können wir uns zu 100 Prozent mit eigenem Ökostrom aus Österreich versorgen, zu stabilen Preisen. In spätestens 25 Jahren können wir die Wärme und Kühlung für alle Gebäude mit Einsparungen und erneuerbaren Energien bewerkstelligen. Und in 35 Jahren kann der gesamte Verkehr mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Die Technologien dafür sind schon vorhanden und je mehr sie eingesetzt werden, desto niedriger sind die Kosten.

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