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am 19. April 2016

30 Jahre Tschernobyl: Atomausstieg jetzt. Weltweit!

- Vor genau 30 Jahren explodierte im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl Block 4. Die Folgen sind bis heute spürbar. Ein Grund mehr, unsere Forderung zu wiederholen: Atomausstieg jetzt! Und zwar weltweit.

Atomausstieg, jetzt! Die Zukunft ist erneuerbar

Am 26. April 1986 wurde der schlimmste Alptraum wahr: Block 4 des Atomkraftwerkes von Tschernobyl explodierte in Folge eines gewagten Experimentes. Seitdem sind viele tausende Menschen in ganz Europa an Schilddrüsenkrebs und Leukämie erkrankt. Laut WHO werden bis zum Jahr 2065 bis zu 16.000 Menschen an Schilddrüsenkrebs erkranken. Die Fälle von Unfruchtbarkeit, Missbildungen bei Neugeborenen und fehlende Mädchengeburten sind deutlich gestiegen. Die Langzeitfolgen sind noch nicht absehbar. Über 200.000 Quadratkilometer Natur wurden radioaktiv verseucht, die meisten Gebiete liegen in der Ukraine, Russland und Weißrussland.

30 Jahre Tschernobyl
Anti-Atomsprecher Matthias Köchl am Tschernobyl-Jahrestag, 26.4.2016
„Tschernobyl macht uns alle immer noch wütend und fassungslos. Doch was machen die Verantwortlichen in der EU? Sie rechnen Atomkraft immer noch schön.“
Eva Glawischnig

Die einen lernen aus Katastrophen – die anderen nicht

Einige EU-Mitgliedsstaaten haben aus der großen Katastrophe gelernt. Als Reaktion auf den Super-GAU von Fukushima haben sie den Ausstieg aus der Atomenergie ganz oder teilweise eingeleitet. Andere wiederum halten vehement an dieser Energieform fest. Unsere Klubobfrau Eva Glawischnig: „Leider sitzen einige fanatische Atombefürworter auch in einflussreichen Positionen in der EU-Verwaltung. Dort rennen die Atomlobbyisten mit ihren Förderansuchen offene Türen ein.“

Mehr Atomenergie ab 2030

Zwar produzieren alle in der EU noch laufenden 129 Atomkraftwerke anteilsmäßig immer weniger Strom: Mit 27 Prozent liegen sie gleichauf mit den Erneuerbaren Energien. Doch laut den Investitionsplänen der EU-Kommission soll der Anteil der Atomenergie ab 2030 mit einer neuen Generation von Kraftwerken wieder steigen. „Die Pläne der EU-Kommission sind ein Kniefall vor den Geschäftsinteressen der Atomkonzerne. Sie leugnen die tödliche Gefahr, die von AKW ausgeht. Sie ignorieren die Tatsache, dass wir Atomkraft zur Energieversorgung nicht brauchen. Und sie untertreiben die Kosten für Neubau, Betrieb, Rückbau und Entsorgung massiv“, so Glawischnig und weiter: „Die Atomlobby rechnet sich die Atomenergie schön und täuscht damit Wettbewerbsfähigkeit vor. Dabei kann sie ohne massive Subventionen längst nicht mehr auf dem Markt bestehen. Diese kostbaren Steuermilliarden sollten wir lieber für den Ausbau von Wind, Sonne und Wasser in die Hand nehmen."

FOLGEN IN ÖSTERREICH MIT FREIEM AUGE SICHTBAR

Österreich gehörte damals zu den am stärksten betroffenen Ländern. Wenige Tage nach dem Reaktorunfall in der damaligen UdSSR waren die Folgen der radioaktiven Strahlung sogar in Österreich mit freiem Auge sichtbar. Diese Tatsache ist weitgehend unbekannt: "Bereits im Mai 1986 konnten die Schäden durch radioaktive Strahlung bei Kirschblüten und Apfelbaumblüten in Klagenfurt mit freiem Auge dokumentiert werden", so unser Anti-Atomsprecher Mathias Köchl. Nach jenem 26. April 1986 stand ganz Europa unter Schock. Damals wurde unter Einsatz menschlichen Lebens ein Sarkophag über den geborstenen Reaktorblock errichtet. Diese alte Hülle ist mittlerweile sehr instabil, so soll noch heuer durch eine französische Firma eine neue Stahlhülle errichtet werden. Diese ist auch nur auf 100 Jahre Lebensdauer ausgelegt und kostet Milliarden.

Keinen Cent für Atomenergie!

Wir Grüne bleiben bei unserem Standpunkt: Raus aus Atomenergie, und zwar weltweit! Bedauerlicherweise stehen auf der Projektliste der EU-Mitgliedsstaaten unverhältnismäßig viele Atomenergie-Projekte. Allein Großbritannien will für drei Atomkraftwerke Hinkley Point C, Wylfa und Moorside über 60 Milliarden Euro aus dem Investitionstopf. Polen will sich den Einstieg in die Atomenergie mit über zwölf Milliarden Euro finanzieren lassen. Auch Rumänien, Lettland, Ungarn, die Tschechische Republik und Rumänien haben Investitionen in Atomenergie angekündigt.

Wir fordern: ATOMAUSSTIEG JETZT - DIE ZUKUNFT IST ERNEUERBAR!

„Kein Steuercent für Atomkraft! Die Entscheidung gegen den Ausbau von Temelin war ein wichtiger Etappensieg, Tschernobyl und Fukushima dürfen nie in Vergessenheit geraten!“
Matthias Köchl, Anti-Atomsprecher
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