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am 24. April 2015

29 Jahre Tschernobyl: Raus aus Atomenergie!

- Vor genau 29 Jahren explodierte im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl Block 4. Die Folgen sind bis heute spürbar. Ein Grund mehr, unsere Forderung zu wiederholen: Atomausstieg jetzt! Und zwar weltweit.

Tschernobyl 29. Jahrestag

Am 26. April 1986 wurde der schlimmste Alptraum wahr: Block 4 des Atomkraftwerkes von Tschernobyl explodierte in Folge eines gewagten Experimentes. Seitdem sind viele tausende Menschen in ganz Europa an Schilddrüsenkrebs und Leukämie erkrankt. Laut WHO werden bis zum Jahr 2065 bis zu 16.000 Menschen an Schilddrüsenkrebs erkranken. Die Fälle von Unfruchtbarkeit, Missbildungen bei Neugeborenen und fehlende Mädchengeburten sind deutlich gestiegen. Die Langzeitfolgen sind noch nicht absehbar. Über 200.000 Quadratkilometer Natur wurden radioaktiv verseucht, die meisten Gebiete liegen in der Ukraine, Russland und Weißrussland.

„Tschernobyl und auch Fukushima 2011 sind Mahnmale für die Risikogesellschaft, in der wir leben. Wir wollen dieses 'Rest'-Risiko, das hunderttausende Menschen täglich bedroht, nicht in Kauf nehmen.“
Eva Glawischnig

"Tschernobyl bestimmt Gegenwart und Zukunft"

Am Jahrestag der schrecklichen Atomkatastrophe vor 29 Jahren erinnert unsere Klubobfrau Eva Glawischnig heute daran, dass ein Super-GAU wie am 26. April 1986 in Tschernobyl jederzeit wieder passieren können: "Tschernobyl und auch Fukushima 2011sind Mahnmale für die Risikogesellschaft, in der wir leben. Wir wollen dieses 'Rest'-Risiko, das hunderttausende Menschen täglich bedroht, nicht in Kauf nehmen." Glawischnig bezeichnet Tschernobyl nicht bloß als verheerendes Ereignis der Vergangenheit - "Tschernobyl bestimmt die Gegenwart und die Zukunft von über sieben Millionen Menschen, die durch diese Katastrophe alles verloren haben, deren Kinder noch heute an Krebs erkranken, deren Heimat nicht mehr bewohnbar ist. Wir müssen an diese Menschen denken, dürfen ihr Leid niemals vergessen."

 "Keine Lösung für Atommüll in Sicht"

Unverständlich ist Glawischnig an diesem Tag, wie wenig aus den letzten großen Atomkatastrophen gelernt wurde. „Obwohl Atomkraft lebensgefährlich ist, nach wie vor keine Lösung für die strahlenden Abfälle auch nur in Sicht ist und sie Unsummen von Steuergeldern verschlingt, hat die EU Kommission eine Steuersubvention auf Jahrzehnte für neue AKW in England genehmigt. Wer aus der Vergangenheit irgendetwas gelernt hat, darf an den Plänen für Hinkley Point nicht festhalten.“  

„Kein Steuercent für Atomkraft! Die Entscheidung gegen den Ausbau von Temelin war ein wichtiger Etappensieg, Tschernobyl und Fukushima dürfen nie in Vergessenheit geraten!“
Matthias Köchl, Anti-Atomsprecher

FOLGEN IN ÖSTERREICH MIT FREIEM AUGE SICHTBAR

Österreich gehörte damals zu den am stärksten betroffenen Ländern. Wenige Tage nach dem Reaktorunfall in der damaligen UdSSR waren die Folgen der radioaktiven Strahlung sogar in Österreich mit freiem Auge sichtbar. Diese Tatsache ist weitgehend unbekannt: "Bereits im Mai 1986 konnten die Schäden durch radioaktive Strahlung bei Kirschblüten und Apfelbaumblüten in Klagenfurt mit freiem Auge dokumentiert werden", so unser Anti-Atomsprecher Mathias Köchl. Nach jenem 26. April 1986 stand ganz Europa unter Schock. Damals wurde unter Einsatz menschlichen Lebens ein Sarkophag über den geborstenen Reaktorblock errichtet. Diese alte Hülle ist mittlerweile sehr instabil, so soll noch heuer durch eine französische Firma eine neue Stahlhülle errichtet werden. Diese ist auch nur auf 100 Jahre Lebensdauer ausgelegt und kostet Milliarden.

Keinen Cent für Atomenergie!

Wir Grüne bleiben bei unserem Standpunkt: Raus aus Atomenergie, und zwar weltweit! Bedauerlicherweise stehen auf der Projektliste der EU-Mitgliedsstaaten unverhältnismäßig viele Atomenergie-Projekte. Allein Großbritannien will für drei Atomkraftwerke Hinkley Point C, Wylfa und Moorside über 60 Milliarden Euro aus dem Investitionstopf. Polen will sich den Einstieg in die Atomenergie mit über zwölf Milliarden Euro finanzieren lassen. Auch Rumänien, Lettland, Ungarn, die Tschechische Republik und Rumänien haben Investitionen in Atomenergie angekündigt.

Wir fordern: ATOMAUSSTIEG JETZT - DIE ZUKUNFT IST ERNEUERBAR!

Atomausstieg, jetzt! Die Zukunft ist erneuerbar
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