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am 1. Oktober 2014

Unser "Alternatives 6-Punkte-Programm zur Bildungspolitik"

Harald Walser - Unser Bildungssprecher Harald Walser hat ein "Alternatives Sechs-Punkte-Programm" zur Bildungspolitik erarbeitet, das er dem gleichnamigen Papier der Regierung gegenüberstellt.

Die Kernreform: eine Gemeinsame Schule bis zum 14. Lebensjahr

1. Schulstart NEU – Bildung beginnt bei den Kleinsten

Wir wollen eine flexible Schuleingangsphase

2. Sprach- und Leseförderung – von Anfang an

Wir wollen den Ausbau des Kindergartens zur Bildungseinrichtung

3. Schulautonomie stärken – Möglichkeiten erweitern

Wir wollen nur Lehrpläne und Controlling vom Bund, der Rest soll schulautonom geregelt werden

4. Qualitätsoffensive für ganztägige Schulformen – mehr Chancen für Kinder

Wir wollen das Recht auf ganztägigen Schulplatz und den Ausbau verschränkter Formen

5. Jeden Tag Bewegung – neue Möglichkeiten schaffen

Wir wollen einen Bewegungstausender für jede Schule

6. Initiative Erwachsenenbildung – Lernen hört nach der Schule nicht auf

 Wir wollen den Ausbau des Basisbildungsangebotes

Schwerpunkt Schulstart neu

Die SchülerInnen der Vorschulstufe, 1. und 2. Schulstufe werden gemeinsam in der Grundstufe 1 unterrichtet. Dafür sollen 1,5 Lehrkräfte/Klasse bereitstehen. Die SchülerInnen haben ein bis drei Jahre Zeit, die Grundstufe 1 zu absolvieren und die Lernziele zu erreichen.

Das Grüne Modell der flexiblen Schuleingangsphase bringt Vorteile für:

  • Kinder, die zum Zeitpunkt der Schuleinschreibung noch nicht schulreif sind:
    Sie haben die Möglichkeit, während der flexiblen Schuleingangsphase ihre Defizite aufzuholen und die Grundstufe 1 regulär in zwei Jahren zu durchlaufen
  • Kinder mit Problemen in der Unterrichtssprache: Sie haben ausreichend Zeit die Unterrichtssprache zu erlernen, ohne von vornherein von den Lehrinhalten der Volksschule ausgeschlossen zu sein.
  • Schulen mit besonderen Herausforderungen: Durch die Vermischung der Jahrgangsklassen kommt es nicht mehr zu Klassen, in denen der Großteil der SchülerInnen die Unterrichtssprache nicht beherrscht.
  • Kleinschulen, vor allem in ländlichen Gebieten: Durch geringe SchülerInnenzahlen können benötigte Vorschulklassen nicht eröffnet werden. Bei integrativer Führung der Grundstufe 1 können zusätzliche Ressourcen für Förderunterricht bereitgestellt werden, wovon alle SchülerInnen profitieren.
  • hochbegabte Kinder: Sie können von der ersten in die zweite Volksschulklasse wechseln, ohne Lehrinhalte zu verpassen.
  • herbstgeborene Kinder: Je nach Entwicklungstempo wird erst im Laufe des Unterrichtsjahres entschieden, in welche Schulstufe das Kind eingestuft wird. Das nimmt viel Druck von Eltern, Kind und LehrerIn.
  • LehrerInnen in der Grundstufe 1: Für den Mehrstufenunterricht stehen mehr Ressourcen zur Verfügung als für den klassischen Jahrgangsunterricht.

Schwerpunkt Sprachförderung

Die Zweitsprachenerwerbsforschung spricht von Sprachaneignung als extrem komplexen Prozess, für den keine Pauschallösungen sinnvoll sind. Es braucht zuallererst gut ausgebildete PädagogInnen, die den Spracherwerb begleiten und fördern können. Erst dann können Maßnahmen greifen.

Das Grüne Modell setzt auf:

  • wissenschaftliche Expertise und auf Best-Practice-Beispiele, wie sie beispielsweise in Hamburg entwickelt und erprobt wurden,
  • Frühförderung mit dem Recht auf einen Kindergartenplatz ab dem zweiten und mittelfristig ab dem ersten Geburtstag (vgl. Deutschland), auf ein verpflichtendes zweites Kindergartenjahr vor dem Schuleintritt und auf kleinere, durchmischte Gruppen im Kindergarten,
  • massive Aus- und Fortbildungsmaßnahmen für PädagogInnen in jedem Bundesland, sowie auf die Schaffung von Professuren samt guter Personalausstattung an allen Universitäten und Pädagogischen Hochschulen,
  • eine akademische Ausbildung der ElementarpädagogInnen und der GrundschullehrerInnen
  • eine Intensivausbildung von Beratungspersonal für Sprachstandsdiagnostik und Sprachförderung,
  • Individualisierung und integrative Sprachförderung im Kindergarten und in der Regelschule,
  • Mehrsprachigkeitskonzepte

Schulautonomie stärken

Weitgehende Autonomie in der Gestaltung des gesamten Schulalltages und in der Verwendung der Mittel. Das Ministerium gibt die Lehrpläne vor und übernimmt das Controlling. 

Schulen entscheiden autonom über:

  • pädagogische und inhaltliche Schwerpunkte, Unterrichtsmethoden und Tagesgestaltung
  • Lehrfächer, z.B. die Einführung eines Flächenfaches „Naturwissenschaften“
  • Klassen- und Gruppeneinteilungen
  • Leistungsbeurteilung (alternative Leistungsbeurteilungen oder Ziffernnoten)
  • Einstellung von Lehrkräften und Supportpersonal nach transparenten Entscheidungskriterien, unter Wahrung der ArbeitnehmerInnenrechte und unter Einbeziehung des Schulgemeinschaftsausschusses
  • Einsatz von Stützkräften und Auswahl von externen TrainerInnen
  • Weiterbildung der LehrerInnen
  • Verwendung von frei verfügbaren Mitteln aus der Drittmittelfinanzierung und (einem Teil der) indexbasierten Mittelzuwendungen
  • Schulveranstaltungen
  • Infrastruktur der Schulen
  • Mehrfachnutzung der Gebäude an schulfreien Tagen

Ganztägige Schulformen

Wir wollen das Recht für alle Kinder auf einen ganztägigen Schulplatz und den Ausbau der verschränkten Ganztagsschulen.

  • zügiger Ausbau des Ganztagsangebotes, das für die Eltern kostenlos sein soll (von 9 bis 15 Uhr)
  • eine Kernzeit von 9 bis 15 Uhr und Betreuungsmöglichkeit davor und danach. Für ältere SchülerInnen auch davor und/oder danach Unterrichtseinheiten
  • Ausbau der verschränkten Ganztagsschule

Jeden Tag Bewegung

Jedes Kind braucht täglich Bewegung, besonders jene, die in Halbtagsschulen ihre Unterrichtszeit absitzen müssen. Es gibt viele effiziente und wenig aufwändige Möglichkeiten mehr Bewegung in die Schulen zu bringen. Mit 1000 Euro pro Schule kann viel bewegt werden.

Der Grüne Bewegungstausender ermöglicht:

  • den Schulweg im Pedibus zu Fuß zu bewältigen
  • bewegte Klassen zu finanzieren
  • Spielgeräte anzuschaffen
  • den Pausenhof attraktiv zu gestalten
  • Weiterbildung für LehrerInnen zu finanzieren
  • SportexpertInnen an die Schulen zu holen 

Erwachsenenbildung

Die Weiterführung der "Initiative Erwachsenenbildung" ist sicher notwendig, aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. 

Um den Bedarf zu decken müssen: 

  • die Mittel zumindest verdoppelt und
  • die Maßnahme dauerhaft und nicht wieder auf drei Jahre befristet eingerichtet werden.
Aktiv  werden.  Das  ist  Grün.  Banner  rechts.