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am 5. März 2015

Schulautonomie: Echte Chance!

Harald Walser - Vorwärtsweisende Ideen statt "Pröll-Plan": Die Vorschläge für die Bildungsreformkommission stimmen Harald Walser optimistisch.

Die ExpertInnengruppe Schulverwaltung hat Vorschläge für die Bildungsreformkommission erstellt, die für uns Grüne besser als erwartet sind: "Ein Schritt nach vorn", urteilt unser Bildungssprecher Harald Walser. Leider habe Erwin Pröll in seinen Äußerungen in der "Pressestunde" ein falsches Bild vom Inhalt des Papiers erzeugt. So stelle sich beispielsweise die Frage der Verländerung im Hinblick auf die Vorschläge nicht, denn bei der Umsetzung würden sowohl Bund und Länder Macht abgeben. Diskussionsgrundlage muss das Papier bleiben und nicht der "Pröll-Plan".

Unabhängige Qualitätssicherung notwendig

Wichtig sei außerdem die Qualitätssicherung der Schulen. Walser: "Wichtig ist eine zentrale Qualitätssicherungsstelle nach niederländischem Vorbild, vor allem für die Überprüfung des Erreichens der Lernziele." Natürlich unbedingt frei von jedwedem parteipolitischen Proporz.

Darum geht es in dem Reformpapier:

Der Bund - respektive das Bildungsministerium - soll für

  • Gesetzgebung
  • Lehrplangestaltung
  • dienstrechtliche Fragen oder die Pädagogenausbildung allein zuständig sein.

Die Länder für

  • Bildungsdirektionen
  • Schulerhaltung
  • Personalbewirtschaftung
  • Vollzug und Begleitung öffentlicher Schulen oder 
  • Ressourcenzuweisung und regionale Planung.

Die Aufteilung ist in Walsers Sinne. Allerdings sei die Umschreibung der Rolle der Bildungsdirektionen und der künftigen Kompetenzaufteilung zwischen Bund und Ländern noch zu vage. Für die Gesetzgebung muss unserer Meinung nach der Bund verantwortlich sein.

warum das papier hoffnung macht

Das Papier sieht eine Reduzierung der Schnittstellen im gesamten Schulsystem vor – für uns ein Hinweis auf eine künftige gemeinsame Schule. Außerdem ist die grundsätzliche Ausrichtung auf ganztägige Schulen positiv zu bewerten. Was die Umsetzung der Vorschläge anbelangt, ist Walser optimistisch: "Der Geist, den das Papier atmet, weist darauf hin, dass nun echte Diskussionen in der Regierung und in den Ländern stattfinden. Auch aus der ÖVP kann man Signale vernehmen, dass hier jetzt Nägel mit Köpfen gemacht werden."

Wir Grüne stimmen zu, wenn ...

Wir werden den Vorschlägen nur unter folgenden Bedingungen zustimmen:

  • Verhandlungsbasis ist ausschließlich Vorschlag der „ExpertInnengruppe Schulverwaltung“ und nicht der „Pröll-Plan“
  • Evaluierungsinstanz bzw. Qualitätssicherungsstelle für Schulstandorte ist unabhängig
  • Bildungsdirektionen als Serviceeinrichtung und regionale Standortplanung
  • Bund mit alleiniger Gesetzgebungskompetenz (Lehrpläne, Dienstrecht, Aus- und Fortbildung, Qualitätsrahmen)
  • Schulautonomie in Bereichen Pädagogik, Organisation, Personal und Finanzen (Teilrechtsfähigkeit)
​PRESSEUNTERLAGE VON HARALD WALSER ZUM DOWNLOAD

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