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am 26. September 2017

OECD soll Österreichs Bildungssystem prüfen

- Mit einer Länderüberprüfung des österreichischen Bildungssystems durch die OECD sind entscheidende Impulse für bildungspolitische Reformen möglich.

„Die Umsetzung von OECD-Empfehlungen wären ein bildungspolitischer Elchtest für alle ideologisch verfestigten und reformbehindernden Parteien.“
Harald Walser, Bildungssprecher

Patt-Stellung in der Bildungspolitik

Wie in kaum einem anderen Land gibt es in Österreich​ beim Thema Bildung ideologisch verfestigte Standpunkte, stellt unser Bildungssprecher Harald Walser fest. Sowohl im "Plan A" wie auch im SPÖ-Wahlprogramm finden sich keine starken Forderungen zur Einführung der gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen. "Es scheint so, als würde sich die SPÖ bildungspolitisch aufgeben", sagt Walser. Die ÖVP versteift sich hingegen auf das Hervorstreichen der Vorzüge des Gymnasiums und des differenzierten Schulsystems. Im bisherigen Wahlkampf hat das Thema Bildung ohnehin zu wenig Aufmerksamkeit erfahren, obwohl es hier enormen Handlungsbedarf gibt. Mit der Einigung bei der Bildungsreform​ konnten wir Grüne die 100-jährige Bildungsblockade durchbrechen.

Lösung auf Basis umfassender OECD-Länderüberprüfungen

Die bildungspolitische Patt-Stellung lässt sich nur mit einer auf Fakten basierten Politik auf Basis von Empfehlungen einer umfassenden OECD-Länderüberprüfung auflösen. Diese müsste das Bildungsministerium in Auftrag geben. Zwar haben wir durch den nationalen Bildungsbericht, die Bildungsstandard-Überprüfungen oder internationale Vergleichsstudien mittlerweile viele Informationen über die Stärken und Schwächen des Systems. "Aber eine Länderüberprüfung der unabhängigen OECD würde noch einen Schritt weiter gehen", sagt Walser. Im Vorfeld ist jedenfalls eine Übereinstimmung mit möglichst allen Parteien niotwendig, damit die Ergebnisse verbindlich umgesetzt werden können. Damit wären auch alle Parteien einem bildungspolitischen Elchtest ausgesetzt. Mit einer Länderüberprüfung des Bildungssystems durch die OECD sehen wir Grüne entscheidende Impulse, um bildungspolitische Reformen anzustoßen.

Einen Entschließungsantrag zur Beauftragung einer solchen Studie wird Harald Walser bei der nächsten Nationalratssitzung einbringen. "Ohne Stimme von außen werden sich ÖVP und SPÖ nicht von der Stelle bewegen", stellt Walser fest.​

polarisierte bildungspolitische Stimmung

Auch der Bildungswissenschafter und -Experte Karl Heinz Gruber findet, dass es eine Stimme von außerhalb braucht. Bereits bei einer einschlägigen Studie in sechs Ländern konnte festgestellt werden, dass hierzulande die bildungspolitische Stimmung zu Reformen besonders polarisiert ist. "Bei der Umsetzung von Experten-Empfehlungen hat man sich bisher nicht unbedingt ausgezeichnet. Der Einfluss von Studien ist oft entsprechend gering und insgesamt behindert das heimische System Erfolg", so Gruber. 

Als Ursache sieht Gruber die frühe Aufspaltung der Bildungswege mit zehn Jahren. Der Fokus der länderübergreifenden Überprüfung sollte daher auf der Schule für die Zehn- bis 14-Jährigen und den Polytechnischen Schulen liegen. Insgesamt soll das System in Richtung Gesamtschule und einer damit einhergehenden faireren Zusammensetzung der SchülerInnen pro Schule gehen.


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