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am 11. Jänner

In den nächsten zehn Jahren fehlen 10.000 Lehrkräfte

Harald Walser - Dem österreichischem Schulsystem steht eine Pensionierungswelle bevor. In den nächsten zehn Jahren werden bis zu 10.000 LehrerInnen fehlen. Vor allem in Pflichtschulen in Ballungsräumen wird es eng.

„Um dem drohenden Mangel an Lehrkräften entgegenzuwirken ist es bereits fünf nach zwölf.“
Harald Walser, Bildungssprecher

"Bis zu 10.000 Lehrkräfte werden in den nächsten zehn Jahren fehlen. Die kommende Pensionierungswelle ist schon lange bekannt, wirksame Maßnahmen dagegen wurden bislang nicht ergriffen, sagt unser Bildungssprecher Harald Walser. " Die neue LehrerInnenbildung wirkt sich laut Walser ebenfalls negativ aus: "Die Ausbildung für PflichtschullehrerInnen dauert nun sogar ein Jahr länger als bisher. Somit fehlt in den Schulen ein ganzer Jahrgang künftiger Lehrkräfte."

Große Pensionierungswelle und steigende Geburtenzahlen

Während in den AHS und BHS der Mangel bisher nicht zu spüren ist, wird es in Pflichtschulen vor allem in Ballungsräumen eng: "Zu den Pensionierung kommen die stark ansteigenden Geburtenzahlen. Ab kommendem Herbst steigen laut Statistik Austria die Zahlen der Kinder in den Volksschulen um zehn Prozent auf 84.000 pro Jahrgang gegenüber den bislang langjährig üblichen rund 76.000."

"Auch das neue Dienstrecht für Lehrkräfte ist nicht geeignet, die Situation zu entschärfen", moniert Walser: "Nachdem Pflichtschullehrkräfte weiterhin im Landesdienst stehen, ist der Wechsel in Gebiete mit hohem Lehrkräftebedarf nur schwer möglich." Nicht zuletzt ist der unveränderte Finanzausgleich im Bildungswesen problematisch. "Auf die oft massiven Veränderungen der Zahlen an Schülerinnen und Schüler während eines Schuljahres und die Dynamik in der Bevölkerungsentwicklung wird weiterhin keine Rücksicht genommen", kritisiert Walser.

Zahl der Studienplätze erhöhen und einheitliches Dienstrecht

Die Zahl der Studierenden an Pädagogischen Hochschulen sinkt, an einigen  sogar dramatisch. Die angeblich so langen Wartelisten lässt Walser nicht gelten: "Ich würde diese Listen gerne sehen. Aus meiner Zeit als Schuldirektor weiß ich, dass nur ein Bruchteil derjenigen, die da draufstehen, auch wirklich in den Lehrberuf einsteigen. Viele haben inzwischen nämlich einen anderen Job gefunden."

Wir Grüne verlangen daher, umgehend Gegenmaßnahmen einzuleiten. Walser: "Wir müssen die Zahl der Studienplätze an den Ausbildungsstätten erhöhen. Zudem müssen attraktive Ausbildungsangebote für QuereinsteigerInnen geschaffen werden und schließlich muss ein bundeseinheitliches Dienstrecht für alle Lehrkräfte gelten um einen flexibleren Einsatz dort ermöglichen, wo der dringendste Bedarf besteht."

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