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am 11. Juli

Fachhochschulen brauchen mehr Stammpersonal

Sigi Maurer - Die Qualität von Lehre und Forschung hängt immer von der Qualifikation des Personals und einer kritischen Mindestgröße an Stammpersonal ab. Wenn der allergrößte Anteil der an Fachhochschulen beschäftigten Personen dort nur sehr wenig Zeit verbringt, ist der Aufbau und die Sicherung einer verlässlichen Forschungs- und Lehrstruktur sehr schwierig.

PersonalSituation an Fachhochschulen

Durch parlamentarische Anfragen konnte unsere Wissenschaftssprecherin Sigrid Maurer​ 20 Fachhochschulen hinsichtlich des Personalstands auswerten. Daraus ergibt sich, dass lediglich 15 Prozent der an FHs Lehrenden eine Fixanstellung haben und der Rest externe oder Teilzeit-Lehrende sind.

Neben diesem äußerst geringen Anteil hauptberuflich Lehrender sind die Dienstverhältnisse überwiegend befristet, vor allem die nebenberuflich Lehrenden weisen mehr als 95 Prozent befristete Dienstverhältnisse auf. Im Schnitt übernehmen die Hauptberuflichen 40 Prozent der Semesterwochenstunden. Dennoch wird an mehr als der Hälfte der FHs der Großteil der Lehre (mehr als 65 Prozent) nur von nebenberuflich Beschäftigten getragen. Laut einer Empfehlung des deutschen Wissenschaftsrates sollte das Verhältnis zwischen Haupt- und NebenberuflerInnen 80:20 sein.​

Wir fordern einen massiven Ausbau des Stammpersonals. Denn der Anteil der hauptberuflich angestellten Personen ist ein wichtiger Indikator für die Qualität der wissenschaftlichen Lehre und Forschung.​

„Es gibt zu viele externe Lehrende, die Qualifikation ist durchaus verbesserungswürdig, es gibt keine allgemeingültigen Standards für Berufungen, und der Frauenanteil ist sehr niedrig.“
Sigi Maurer, Wissenschaftssprecherin

Problematisch ist zudem, dass es an den Fachhochschulen keine verbindlichen Frauenförderpläne gibt. So liegt der durchschnittliche Frauenanteil lediglich bei 34 Prozent.​

Hinzu kommt, dass die Qualifikation des Personals ebenso verbesserungswürdig ist: Nur vier Prozent der Fixangestellten haben Professuren, lediglich 38 Prozent einen Doktortitel. Weit mehr als die Hälfte (56%) hat einen geringeren Abschluss, beim nebenberuflichen Personal sind es sogar 58 Prozent. Maurer fehlen entsprechende Standards zur Aufnahme von Personal, darin könnten Qualifikationen wie etwa eine pädagogische Ausbildung festgeschrieben werden.​

„Es gibt große Unterschiede zwischen den Fachhochschulen. Insbesondere jene, die in der Forschung gut aufgestellt sind, haben in der Regel auch mehr Stammpersonal.“
Sigi Maurer, Wissenschaftssprecherin

Praxisbezug in der Lehre

Fachhochschulen sind praxisnah ausgerichtet. Das befürwortet unsere Wissenschaftssprecherin. Dennoch wird es schwierig an einer FH Studienpläne oder Forschungsschwerpunkte auszuarbeiten, wenn der Großteil der Lehrenden kaum im Haus sind und sich der Institution dadurch auch nicht zugehörig fühlt. Mit nur 15 Prozent Stammpersonal ist die Sicherung einer verlässlichen Forschungs- und Lehrstruktur schwierig.​

Wir Grüne wollen:
  • einen massiven Ausbau des Stammpersonals zur Verbesserung und Sicherung der Qualität von Lehre und Forschung. Ziel muss es sein, 80 Prozent der Lehre intern bestreiten zu können
  • verbindliche Standards für Berufungen und sonstige Personalrekrutierungen sowie Personalentwicklungspläne
  • verbindliche Frauenförderungspläne
  • transparente Entlohung und Kollektivverträge
Aktiv  werden.  Das  ist  Grün.  Banner  rechts.