Bundesländer
Navigation:
am 3. März 2014

Datenskandal: Politik raus aus dem Bifie!

- Nach dem Datenleck bei SchülerInnentests fordern wir Grüne eine Reform des Bundesinstituts für Bildungsforschung. Dieses gehört auf allen Ebenen entpolitisiert. Das Unterrichtsministerium selbst soll die geplante Zentralmatura durchführen.

Das Datenleck bei SchülerInnentest ist nur eines von mehreren Problemen beim Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie). Unser Bildungssprecher Harald Walser spricht sich für tief greifende Änderungen Änderungen aus.

Wir Grüne fordern:

  • Entpolitisierung des Bifie 
  • Externe Datenverwaltung ("Trusted Third Party")
  • Zentralmatura ins Bildungsministerium

Viele Probleme beim Bifie

Diese drei Punkte müssten in den kommenden Monaten umgesetzt werden, so unser Bildungssprecher Harald Walser. Von einer Abschaffung des Bifie hält er hingegen nichts. Seine Forderungen begründet Walser mit einer Reihe von Problemen beim Bifie in den vergangenen Jahren: das jüngste angebliche Datenleck bei SchülerInnentests, Rechnungshof-Kritik wegen mangelnder Kontrolle und Ineffizienz, politisch motivierte Nicht-Veröffentlichung von Studien, Vetternwirtschaft sowie eine "problematische, nicht sehr sorgfältige Vorbereitung" der Zentralmatura, deren Start schließlich um ein Jahr verschoben wurde.

Verwaltung durch vertrauenswürdige Stelle

Walser plädiert dafür, dass entsprechend internationalen Beispielen die vom Bifie erhobenen Daten zentral extern von einer "Trusted Third Party", etwa der Statistik Austria, verwaltet werden. Vorstellbar sei auch ein eigenes Forschungsdatenzentrum wie in Deutschland, bei dem sich die einzelnen Forschungseinrichtungen bedienen können. Dies würde laut Walser auch einen echten wissenschaftlichen Diskurs in der Bildungsforschung ermöglichen, derzeit seien die vom Bifie gesammelten Daten "monopolisiert".

Zentralmatura durch Unterrichtsministerium

Die Zentralmatura sieht Walser als "hoheitliche Aufgabe", die Durchführung müsse dementsprechend das Unterrichtsministerium anstelle des Bifie übernehmen. Alle anderen Aufgaben (Bildungsstandards, internationale Bildungsstudien, Bildungsforschung und Aufarbeitung der Daten) sollen beim Bifie belassen bleiben.

Politik raus aus dem Bifie!

Walser plädiert außerdem für eine Entpolitisierung des Bifie auf allen Ebenen: Anstelle von zwei DirektorInnen – wobei eineR der SPÖ und einer der ÖVP zugerechnet werden könne – will er künftig nur noch eineN LeiterIn, der nach Ausschreibung und öffentlichem Hearing bestellt werden soll. Im Aufsichtsrat sollen nicht mehr Sozialpartner sitzen, sondern "fachkompetente" Mitglieder von Unis und Forschungseinrichtungen, "die ihr Know-how einbringen können". Und auch bei der Bestellung der MitarbeiterInnen müsse es – wie bereits vom Rechnungshof moniert – ein objektives Aufnahmeverfahren geben. (APA/Red.)