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am 30. September 2016

Gebärdensprache in den Unterricht!

- Gleiche Chancen für alle Kinder: Wir wollen die Gebärdensprache als Unterrichtssprache etablieren. Dafür braucht es qualifizierte LehrerInnen.

„Kinder sollen endlich das Recht bekommen, Unterricht in der Sprache zu genießen, die sie verstehen und in der sie verstanden werden.“
Helene Jarmer, Grüne Sprecherin für Menschen mit Behinderung

NUR 100 gehörlose KINDER MIT MATURA

Von 10.000 Gehörlosen in Österreich haben nur etwa 100 Matura. Nur 30 verfügen über einen Hochschulabschluss. Wir sagen: Schluss mit dieser ungleichen Chancenverteilung – gleiche Chancen für ALLE Kinder. Um das zu erreichen, wollen wir die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) als Unterrichtssprache verankern und als eigenes Unterrichtsfach etablieren. 

zu wenig förderung

PädagogInnen sollten in Integrationsklassen mit gehörlosen Kindern verpflichtet werden, entsprechende ÖGS-Kompetenzen nachzuweisen. Unsere Behindertensprecherin Helene Jarmer: "Die Gebärdensprache ist die natürliche Sprache gehörloser Menschen, die Lautsprache immer die Fremdsprache." Gehörlose Kinder in Kindergarten und Schule bekommen noch immer zu wenig Förderung. Laut einer Untersuchung entspricht ihr Wortschatz bei Schuleintritt dem eines zweieinhalbjährigen hörenden Kindes. Am Ende der Pflichtschule verfügen sie über den Wortschatz eines achtjährigen hörenden Kindes. 

Helene Jarmer
Helene Jarmer bei ihrer Pressekonferenz ...

"Nichts passiert"

Die Österreichische Gebärdensprache ist zwar in der Verfassung verankert. Aber den näheren Umgang damit bestimmen die Gesetze. "Und dort ist nichts passiert", so Jarmer und weiter: "Daher muss die ÖGS als Unterrichtssprache anerkannt werden. Kinder sollen endlich das Recht bekommen, Unterricht in der Sprache zu genießen, die sie verstehen und in der sie verstanden werden."

Vorbild Südtirol

Derzeit gebe es die ÖGS auch nicht als eigenes Unterrichtsfach, wo etwa die Grammatik erklärt wird. Mit Hilfe engagierter PädagogInnen und Eltern ist es möglich, dass Kinder vielleicht einmal pro Woche ÖGS-Unterricht erhielten. Dementsprechend müssten die Lehrpläne adaptiert werden. Vorbild könnte etwa Südtirol sein, wo die Kinder selbstverständlich neben Deutsch auch einige Stunden Italienisch lernen.

Helene Jarmer
... und im anschließenden Gespräch mit JournalistInnen
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