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am 25. August 2016

Olympia-Pleite: Grüne Ideen für Sportförderung neu

- Der Sportminister will sich mit der geplanten Reform der Sportförderung aus der Verantwortung stehlen.

WELCHE SPORTARTEN FÖRDERN?

Hans Peter Doskozil ist als Minister zuständig für den österreichischen Spitzensport. Nach der enttäuschenden Medaillen-Ausbeute in Rio (einmal Bronze) möchte er die Sportförderung komplett umkrempeln: Die Spitzensportförderung soll "entpolitisiert" werden und künftig in der Hand einer von ExpertInnen geführten Gesellschaft liegen. Unser Sportsprecher Dieter Brosz vermutet, dass sich der Ressortchef damit nur aus der Verantwortung stehlen will.

„Doskozil soll als Sportminister selbst Entscheidungen treffen. In erster Linie geht es darum, jene Sportarten zu definieren, die künftig speziell gefördert werden sollen.“
Dieter Brosz, Sportsprecher

EXPERTISE DURCH FACHLEUTE UND SPORTLER_INNEN

Würde diese Entscheidung – wie vom Minister geplant – zwei GeschäftsführerInnen überlassen, besteht die Gefahr, dass auch diese aus einem gewissen Einflusskreis kommen, was wiederum Auswirkungen auf die Wahl der Sportarten hätte. Schon beim Projekt Rio hat sich gezeigt, dass oft jene subventioniert worden sind, die das beste Lobbying betrieben haben.

Vor den nächsten Spielen in Tokio 2020 soll eine umfassende Evaluierung möglichst durch internationale Fachleute vorgenommen werden. Darüber hinaus braucht es eine parlamentarische Enquete, in der ExpertInnen aus erfolgreichen Sportländern und die SportlerInnen selbst zu Wort kommen.

Unser Sportsprecher hat sich jedenfalls schon einige Gedanken gemacht, wie es mit Österreichs Sommersport wieder aufwärts gehen könnte.

WIR GRÜNE WOLLEN:

  • dass Sportstätten in größeren Schulen (vor allem AHS) im Sommer unbürokratisch zur Verfügung zu gestellt werden.
  • ein Ende der "Beton- und Ruinen-Förderung": Es sollen nicht ständig große Hallen erbaut werden, ohne für die laufenden Kosten (z.B. TrainerInnen) vorzusorgen.
  • die Förderung von Sportarten, die in Österreich schon eine gewisse Breite haben (z.B. Judo) sowie dort, wo touristisches Potenzial, Begeisterung der Jugend und Möglichkeit der Kooperation mit Schulen vorhanden ist: etwa Segeln, Rudern, Mountain-Biken, Beach-Volleyball und die neue olympische Sportart Klettern.
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