Bundesländer
Navigation:

Zinggl: Festplattenabgabe nicht zeitgemäß. SPÖ ist umgefallen.

Grüne: Kunstschaffende brauchen modernes Urhebervertragsrecht

"Die Regierungsentscheidung, mit einer Festplattenabgabe die Probleme des Urheberrechts zu lösen ist lächerlich. Die Festplattenabgabe war immer eine Forderung der ÖVP, wiewohl sie selbst von Maria Fekter als aus dem vorigen Jahrhundert stammend, bezeichnet wurde. Die SP hatte schon weit bessere Vorschläge ausgearbeitet und fällt jetzt zurück."

Warum ist sie nach Meinung des Grünen Kultursprechers Wolfgang Zinggl einfallslos und entspricht nicht den Bedürfnissen:   1. weil sie überhaupt keine weitere Rechtssicherheit schafft. Auch mit einer Festplattenabgabe wird die Nutzung des Internet mit dem Unbehagen behaftet sein, nicht zu wissen, was legal ist und was nicht,  2. weil sich die Verteilung der mit ihr eingenommenen Gelder auf Verkaufszahlen stützt und damit dem tatsächlichen Konsum in keiner Weise gerecht wird,  3. weil damit die zentrale Problematik des illegalen Up- oder Downloadings überhaupt nicht berührt wird,  4. weil sie nur im Zuge einer Reformation der Verwertungsgesellschaften Sinn machen würde. Deren Gebarung ist nicht transparent.    5. weil sie keine freiere Werknutzung ermöglicht. Das Samplen und Remixen ist heute eine Kulturtechnik, die mit der Festplattenabgabe kriminalisiert bleibt.  6. weil die Kunstschaffenden in Österreich davon kaum profitieren werden. In Deutschland gibt es seit Jahren die Festplattenabgabe, ohne dass die Kunstschaffenden davon merklich etwas haben. Eine wirksame Verbesserung der Situation von Kunstschaffenden würde hingegen ein modernes Urhebervertragsrecht schaffen, aber daran ist die Verwertungsindustrie nicht interessiert. Es wäre die Aufgabe der Politik, die Schwächeren bei der Aushandlung von Verträgen zu unterstützen: - die Kunstschaffenden.     7. weil all jene doppelt zur Kasse gebeten werden, die über Bezahlmodus ihren Konsum schon jetzt begleichen.    8. weil viele Filme über Kopierschutz gar nicht für die private Nutzung nach geltender Interpretation freigegeben sind. Es wird also für eine Leistung bezahlt, die gar nicht möglich ist.    9. weil damit für lange Zeit eine echte Reform verschoben wird.

"Mit Abzocken allein lässt sich kein modernes Urheberrecht ermöglichen. Die Festplattenabgabe ist keine Entwicklung des geltenden Urheberrechts, sie ist ein billiger Übertrag alten Wassers in neue Schläuche. Die Einstellung, jetzt machen wir einmal irgendwas und dann sehen wir weiter, ist kleinmütig. Dafür wurde jahrelang diskutiert? Die Festplattenabgabe ist kein großer Wurf.  Sie ist ein Würfchen und zielt weit daneben."

Rückfragehinweis:    Grüner Klub im Parlament    Tel.: +43-1 40110-6697    mailto:presse@gruene.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/100/aom

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***

OTS0149    2014-02-14/14:31