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Waitz: Glyphosat-Bewertung stammt zum Teil von Monsanto

Plagiatstudie legt nahe, dass Bewertung im Interesse der Hersteller erfolgte

"Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung schreibt einfach bei Monsanto ab, kopiert Industrietext ungekennzeichnet und stellt ihn als eigene Bewertung dar - das ist völlig inakzeptabel", so Thomas Waitz, Mitglied im PEST-Ausschuss des EU-Parlaments und Biobauer.

"Geschäfte der chemischen Industrie dürfen nicht über der Gesundheit der Menschen und dem Schutz der Umwelt stehen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung darf sich nicht zur Marketingabteilung von Monsanto machen. Transparenz und wissenschaftliche Unabhängigkeit sind die Voraussetzung für politische Entscheidungen über die Zulassung von Pestiziden. Auf dieser Grundlage muss nun gefragt werden, auf welche Daten sich die Österreichische Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) bei ihren Untersuchungen bezieht. "

Die Autoren der heute vorgestellten Studie kommen zu dem Schluss, dass mehr als die Hälfte der Kapitel, in denen veröffentlichte wissenschaftliche Literatur zu den Gesundheitsrisiken von Glyphosat bewertet und zusammengefasst wurde, als Plagiat bezeichnet werden muss. Einen Tag vor der Abstimmung des Europäischen Parlaments über den Abschlussbericht des Sonderausschusses über das EU-Genehmigungsverfahren für Pestizide (PEST-Ausschuss) zeigt die Studie, wie die Agrochemieindustrie politische Entscheidungen über die Verlängerung der Zulassung des Herbizids in ihre Richtung lenkt.

"Die EU-Regierungen dürfen sich nicht weiter taub stellen und sich Glyphosat als alternativlos verkaufen lassen. Landwirtschaft ohne Herbizide ist möglich, agrarökologisch und biologisch wirtschaftende Betriebe beweisen es jeden Tag. Angesichts dieser neuen Erkenntnisse fordern wir die zuständigen Ministerinnen Beate Hartinger-Klein und Elisabeth Köstinger auf, sich dafür einsetzen, dass beim nächsten Zulassungsverfahren im Jahr 2022 unabhängige wissenschaftliche Bewertungen den Ausschlag geben. Seit Jahren warnen unabhängige WissenschaftlerInnen vor der krebserregenden Wirkung des Pflanzengifts und seiner fatalen Wirkung auf die Biodiversität. Der dramatische Rückgang der Vogel- und Insektenpopulation steht erwiesenermaßen in Zusammenhang mit Glyphosat und anderen Herbiziden", so Waitz.

Im Abschlussbericht des Sonderausschusses über das EU-Genehmigungsverfahren für Pestizide fordert Berichterstatter Bart Staes (Grüne/EFA) mehr Transparenz und unabhängige Kontrolle im Zulassungsverfahren für Pestizide. Es wird eine große Mehrheit für den Bericht erwartet.

Autoren der von der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament in Auftrag gegebenen Studie sind Dr. Stefan Weber, Gutachter für Plagiatsprüfung, und Dr. Helmut Burtscher-Schaden, Mitbegründer der Europäischen Bürgerinitiative "Stopp Glyphosat" und Autor des Buchs "Die Akte Glyphosat". Der Bericht steht hier zum Download bereit:

[https://www.greens-efa.eu/files/doc/docs/298ff6ed5d6a686ec799e641082 cdb63.pdf] (https://www.greens-efa.eu/files/doc/docs/298ff6ed5d6a686ec799e641082 cdb63.pdf)

Rückfragehinweis:    DI in IRMI SALZER    Referentin für Agrarpolitik - MEP Thomas Waitz    DIE GRÜNEN- GREENS/EFA    Wiedner Hauptstraße 40/1. Gartenstiege/Top 14. 1040 Wien . Österreich    M +43 (699) 11 82 76 34 .  

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/14446/aom

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OTS0081    2019-01-15/10:49

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