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Deutsch-Ghettoklassen: Grüne werfen Bildungsminister Faßmann Kehrtwende vor

Kogler/Walser: Trennung statt Integration scheint dieser Regierung vorrangig

Die Grünen können den aktuell bekanntgegebenen Plänen von Bildungsminister Faßmann, sogenannte Deutschklassen einzuführen, wenig abgewinnen. "Unterm Strich ist auch in diesem Feld zu bemerken, dass dieser Regierung Trennung statt echte Integration vorrangig ist", analysiert der Grüne Bundessprecher Werner Kogler die Ankündigungen des ÖVP-Ministers. "Auch der neue Bildungsminister Heinz Faßmann präsentiert seine Wahrheit als Tochter der Zeit, wenn er jetzt Ghettoklassen für Kinder in Volksschulen als Mittel der Wahl verkündet", ergänzt Kogler. Habe doch der Expertenrat für Integration unter Faßmanns Vorsitz noch 2015 separierte Deutschklassen für Kinder in Vor- und Volksschulen abgelehnt - mit der Begründung: "Kinder im Vorschul- und Volksschulalter sollten primär in ihren Gruppen- und Klassenverband aufgenommen werden”, denn "Kinder in diesem Alter benötigen ihre soziale Einbettung und lernen rasch”.

In seiner nunmehrigen Funktion als Bildungsminister einer schwarzblauen Regierung will Faßmann nun jedoch Kinder in Volksschulen 15 Wochenstunden außerhalb des Klassenverbands unterrichten lassen. Der Grüne Bildungsexperte Harald Walser erläutert die Konsequenzen: "Damit könnten die Kinder maximal einem Drittel des Regelunterrichts folgen. Faßmann widerspricht damit nicht nur den Erkenntnissen seines eigenen Expertenrats, sondern auch jenen aller anderen FachexpertInnen."

Im Übrigen hält Walser fest, dass Faßmann keine Lösung dafür präsentiert, wer den Deutschunterricht leisten soll, da es schon jetzt einen außerordentlichen Mangel an ausgebildeten Lehrenden für Deutsch als Zweitsprache gibt. "Hier ist endlich eine Offensive an Hochschulen und Universitäten zu starten, damit bestehende Studien wie etwa der Masterstudiengang der Universität Wien, der aus allen Nähten platzt und viele InteressentInnen abweisen muss, ausgebaut werden können. Hier sollte Faßmann in seiner Funktion als Wissenschaftsminister tätig werden."

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OTS0103    2018-01-22/12:36

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