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Bundesfrauenkonferenz der Grünen: "Lebenszeit gerecht verteilen"

Grüne Frauen treffen sich in Linz zur Jahressitzung: Arbeitszeitverkürzung, Care Ökonomie und mehr Chancen auf dem Land als Themen

"Die Frauen in diesem Land arbeiten viel, verdienen aber wenig. Diese Ungerechtigkeit haben wir uns lange genug angeschaut, nun müssen wir bei der Verteilung der Arbeitszeit endlich etwas unternehmen", sagt Berîvan Aslan, Sprecherin der Grünen Frauen Österreich, anlässlich der Grünen Bundesfrauenkonferenz in Linz. Vom 22. bis 23. September treffen sich die "Grünen Frauen Österreich", um unter dem Titel "Arbeit - Zeit - Gerechtigkeit: Modelle der Zukunft" neue Lösungen für ein altes Problem zu erörtern.

Die Arbeit ist in Österreich höchst ungleich verteilt. Männer leisten einen viel höheren Anteil an Erwerbsarbeit - sie arbeiten zum größten Teil Vollzeit und sind gefordert, zahlreiche Überstunden zu machen. Frauen hingegen arbeiten fast zu 50 Prozent Teilzeit und bekommen ihre Mehrarbeit in diesen Beschäftigungsverhältnissen kaum finanziell (in Form von Zuschlägen) abgegolten.

Im häuslichen Bereich dreht sich das Bild völlig. Frauen nehmen sich im Vergleich zu Männern eine viel längere Auszeit vom Berufsleben, wenn sie ein Kind bekommen, und sie leisten quer über alle Altersschichten mehr Arbeit im Haushalt - laut manchen Studien sogar mehr als die Hälfte der Zeit, die Männer für Hausarbeit aufwenden (22 Stunden zu 10 Stunden pro Woche).

"Aus dieser Ungleichverteilung bei der Arbeitszeit entstehen viele soziale Ungleichheiten - wie etwa eine geringere soziale Absicherung für Frauen bei Arbeitslosigkeit, oder auch geringere Frauenpensionen, die zum größten Teil nicht existenzsichernd sind", stellt Ulrike Lunacek, Nationalratswahl-Spitzenkandidatin der Grünen, fest.

Ein Mittel, um Arbeitszeit gerechter zwischen den Geschlechtern zu verteilen, wäre eine allgemeine Arbeitszeitverkürzung, darin sind sich alle ArbeitsforscherInnen einig. Lunacek: "Arbeitszeitverkürzung birgt die Chance, dass sich Männer mehr in der Familienarbeit einbringen können. Viele Studien zeigen ja, dass sich Väter gerne mehr engagieren würden, aber neben der Erwerbsarbeit keine Zeit dafür finden."

Eine Arbeitszeitverkürzung würde aber auch Teilzeitbeschäftigten etwas bringen, weil ihr Einkommen dadurch automatisch erhöht werden würde. "Die Arbeitszeitverkürzung wäre somit eine der effektivsten Maßnahmen gegen die Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern", sagt die Grüne Spitzenkandidatin.

Weiteres Thema auf der Konferenz werden die Chancen von Frauen in den ländlichen Regionen sein. "Wenn wir die Landflucht von Frauen stoppen wollen, braucht es viele Maßnahmen - die meisten davon liegen in den Grünen Kernkompetenzen", ist sich die Grüne Landtagsabgeordnete und Sprecherin der Grünen Frauen Oberösterreich, Maria Buchmayr, sicher. Dazu zählen neben dem Ausbau des öffentlichen Verkehrssystems und der Kinderbetreuung auch die Förderung eines qualitativen Arbeitsmarktes für Frauen auf dem Land.

Die Grüne Bundesfrauenkonferenz ist eine jährlich stattfindende Bildungs- und Vernetzungskonferenz der Grünen Frauen Österreich. Zu den Vortragenden der diesjährigen Konferenz zählen Claudia Sorger (L & R Sozialforschung), Ingrid Moritz (Arbeiterkammer Wien), Katharina Mader (WU Wien), Matthilde Schmitt (agrigenda, Innsbruck-Land) und Maria Ebner (Unternehmensberaterin, Grüne Wirtschaft).

Rückfragehinweis:    Grüner Klub im Parlament    +43-1 40110-6697    presse@gruene.at

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OTS0010    2017-09-23/11:48

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