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am 13. Juni 2013

Glyphosat: Wir wollen kein Gift im Essen!

- Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Wir fordern das umgehende Verbot des Pestizids!

Wir wollen kein Glyphosat im Essen!

In einer 2013 durchgeführten Studie der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 wurden Urin-Proben von insgesamt 182 StadtbewohnerInnen aus 18 europäischen Ländern auf Rückstände des giftigen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat analysiert. Das alarmierende Ergebnis: Über 50 Prozent der Proben waren belastet. Bei 30 Prozent der österreichischen StudienteilnehmerInnen konnte Glyphosat oder das Glyphosat-Abbauprodukt AMPA festgestellt werden.

Gefahr für uMWELT, Pflanzen, Tiere
– und Menschen!

Bereits in den letzten Jahren haben sich Hinweise verdichtet, dass der Wirkstoff Glyphosat und weitere Zusatzstoffe sowie deren Abbauprodukte nicht nur für die Pflanzen und Umwelt (Grundwasservergiftung) sondern auch für Menschen und Tiere gefährlicher als bisher angenommen sind. 

EMBRYO-SCHÄDIGEND UND KREBSERREGEND

Konkret stehen sie im Verdacht, das menschliche Hormonsystem bereits in winzigen Mengen zu beeinflussen und so bei Tieren und Menschen die Fortpflanzung und Embryonal- bzw. Fötal-Entwicklung zu stören sowie bestimmte Krebserkrankungen zu begünstigen. 

Die Internationale Agentur für Krebsforschung der WHO kommt nun (März 2015) nach zahlreichen Untersuchungen zu dem Schluss, dass Glyphosat „als wahrscheinlich krebserregend“ einzustufen ist. Wie es in dem Bericht heißt, gebe es begrenzte Nachweise an Menschen und ausreichende Nachweise an Tieren für das krebserregende Potenzial.

GLYPHOSAT – WAS IST DAS?

Glyphosat ist der weltweit am häufigsten eingesetzte Wirkstoff zur Unkrautbekämpfung. Es wird über grüne Pflanzenteile aufgenommen und über den Saftstrom in der ganzen Pflanze verteilt. Glyphosat kommt breit zum Einsatz: auf landwirtschaftlichen Flächen (Acker-, Wein- und Obstbau), auf Wiesen und Weiden, im Wald, auf Kommunalflächen (Plätze, Parks), in privaten Haus- und Kleingärten (Rasen, Wege), in Friedhöfen sowie auf Straßenrändern und Bahndämmen.

WIE GELANGT GLYPHOSAT IN UNSEREN KÖRPER? 

Dazu erklärt GLOBAL 2000-Experte Helmut Burtscher im Ö1-Morgenjournal am 13. Juni 2013: "Glyphosat wird nicht nur dazu verwendet, um Unkraut im Acker tot zu spritzen, sonders es wird seit ein paar Jahren auch in Österreich eingesetzt, um Getreide vor der Ernte tot zu spritzen." So würden große Mengen des Unkrautvernichtungsmittels auf das Getreide gelangen, aus dem dann Brot und Backwaren hergestellt werden. 

GEFAHR Aus dem baumarkt

Seit Oktober 2013 ist der Einsatz von Glyphosat in Österreich reglementiert, allerdings kann es weiterhin etwa im Baumarkt gekauft werden. Es gibt aber auch einen Teilerfolg zu verbuchen, der aufgrund des Engagements der Grünen erzielt werden konnte: Hierzulande ist Glyphosat zur Behandlung von landwirtschaftlichen Kulturen zur Reifebeschleunigung vor der Ernte – sofern das Erntegut für Lebens-oder Futtermittelzwecke bestimmt ist – inzwischen verboten. Kurz vor der Ernte darf also nicht mehr gesprüht werden, nur um Getreide gleichmäßiger abreifen zu lassen.

Glyphosat wird zudem häufig mit Tallowaminen als Zusatzstoff kombiniert. Diese so genannten "Netzmittel" sorgen für eine bessere Haftung des Unkrautvernichtungsmittels auf den Pflanzen, sie erhöhen die Wirksamkeit, machen das Unkrautvernichtungsmittel aber auch noch giftiger.

Bereits im Juli 2011 haben wir ein komplettes Verbot glyphosathältiger Pflanzenschutzmittel für den Privatgebrauch und für den Einsatz in der Landwirtschaft beantragt. SPÖ und ÖVP haben das verhindert. Nachdem die WHO das das v.a. vom Monsanto-Konzern vertriebene Gift jetzt als "wahrscheinlich krebserzeugend bei Menschen" eingestuft hat, muss auch die österreichische Regierung einsehen, dass hier Handlungsbedarf besteht.

Wolfgang Pirklhuber warnt im Nationalrat vor dem Gift Glyphosat
Wolfgang Pirklhuber warnt im Parlament eindringlich vor dem Gift Glyphosat.
Pirklhuber: Gefahr für Umwelt und Gesundheit

Unser Landwirtschaftssprecher Wolfgang Pirklhuber sagt dazu: "Aus Gründen des Schutzes der Umwelt, der Biodiversität und der Gesundheit des Menschen ist es dringend geboten, den Einsatz von Glyphosat zu verringern. Insbesondere dürfen Glyphosatprodukte in keiner Weise so eingesetzt werden, dass sie in Nahrungs- und Futtermittel gelangen und sollten deshalb auch aus dem Verkehr genommen werden."

Was Wolfgang Pirklhuber im Parlament genau gesagt hat, können Sie hier nachlesen: Rede von Wolfgang Pirklhuber zur Glyphosat-Gefahr (PDF 216.2 KB)

stopp glyphosat!  – DAS FORDERN WIR GRÜNE:

  1. Sofortiges europaweites Verbot für die fahrlässige Praxis des Totspritzens von Getreide kurz vor der Ernte
  2. Moratorium für Glyphosat-haltige Unkrautvernichtungsmittel: solange bis Studien deren Unbedenklichkeit einwandfrei nachweisen, sollen kein Glyphosat auf Österreichs Feldern eingesetzt werden.
  3. Landwirtschaftliche Betriebe, die am österreichischen Programm für umweltgerechte Landwirtschaft (ÖPUL) teilnehmen, sollen kein Glyphosat verwenden dürfen
  4. Verbot von Glyphosat-haltigen Unkrautvernichtungsmitteln im Privatbereich
  5. Österreichisches Pestizid-Reduktionsprogramm mit dem Ziel, den Pestizideinsatz bis 2020 um mindestens 30 Prozent zu senken und eine Verstärkung von Kontrollen auf Glyphosat-Rückstände in Lebensmitteln.
  6. Verdopplung landwirtschaftlicher Bio-Betriebe bis 2020, weil Biobetriebe setzen kein Glyphosat ein und schonen somit die Umwelt.
Pirklhuber warnt vor Glyphosat
Pirklhuber warnt vor Glyphosat
Wolfgang will kein gefährliches Gift in unseren Lebensmitteln - wir auch nicht! Denn es gibt für uns Grüne nur eine Alternative, und die ist BIO!
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