"SPÖ und ÖVP lassen die Ein-Personen-Unternehmen im Stich", kritisiert Ruperta Lichtenecker, Wirtschaftssprecherin der Grünen. Lichtenecker hat in der heutigen Plenarsitzung des Nationalrates in einem Entschließungsantrag ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Stärkung der Ein-Personen-Unternehmen und Kleinstbetriebe eingebracht, das von ÖVP, SPÖ und FPÖ abgelehnt wurde
Laut Einkommensbericht der Statistik Austria sind 12 Prozent der Selbständigen armutsgefährdet obwohl sie nach der Arbeitskräfteerhebung 52 Stunden pro Woche arbeiten. Lichtenecker forderte die Regierung auf, "die vielen Ein-Personen-Unternehmen, die wichtige Säule der regionalen Wirtschaft, nicht im Regen stehen zu lassen, sondern durch folgende gezielte Maßnahmen vor den Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu schützen, sozial abzusichern, steuerlich zu entlasten und Bürokratie abzubauen".
Das Forderungspaket der Grünen für die Ein-Personen-Unternehmen und Kleinstunternehmen umfasst folgende wichtige Bereiche: Steuerstundung, keine automatisch überhöhten Steuervorauszahlungen, höheres Wochengeld für UnternehmerInnen, pauschalierte Absetzbarkeit des Arbeitszimmers im Wohnungsverband, Schutz vor Armut im Alter mit einer Grundsicherung, Verbesserung der Arbeitslosenversicherung für Unternehmerinnen und Unternehmer und Lohnnebenkostenbefreiung für ein Jahr für den/die erste MitarbeiterIn unabhängig vom Alter.
Nachdem der Antrag von ÖVP, SPÖ und FPÖ abgelehnt wurde, zeigte sich Lichtenecker enttäuscht. "Während die Banken und Großunternehmen mit Steuergeldern großzügig unterstützt werden, gibt es offenbar für die mehr als 200.000 Ein-Personen-Unternehmen keine Unterstützung", kritisiert Lichtenecker.