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10.11.2009 12:25

Designierter Grüner Bundesgeschäftsführer: Stefan Wallner

Stefan Wallner (38) verlässt seinen "Traumjob" bei der Caritas, um mit den Grünen eine "Liebesheirat, keine Vernunftehe" einzugehen. Zehn Jahre lang war er Generalsekretär der Caritas Österreich und machte sich als Experte in Armutsfragen, Koordinator der Hochwasserhilfe 2002 sowie als prononcierter Kritiker von Verschärfungen im Fremdenrecht einen Namen. Es sei für Wallner nun an der Zeit, in die Politik zu wechseln und "Farbe zu bekennen".

Wallner sprach von einem Wechsel von der sozialen Reparaturwerkstatt (Caritas) in die Entwicklungsabteilung (Grüne), wo er gestalten und die Gesellschaft "im positiven Sinne verändern" möchte. Glawischnig lobte ihren Neuzugang als Aushängeschild für "soziale Gerechtigkeit" und "jemand, der aus Berufung arbeitet."

Soziale Berufung schon mit 17

Diese Berufung spürte Wallner, geboren am 2. Juli 1971 in Graz, bereits mit 17 Jahren, als er ein Martin-Luther-King-Event mitgestaltete. Er studierte Rechtswissenschaften, Politikwissenschaft und Geschichte in Graz und Wien und absolvierte Ausbildungen zum Kommunikationstrainer, Mediator, Controller für Non-Profit-Organisationen und Organisationsentwickler. Seine Berufslaufbahn startete er 1992 als Generalsekretär der Katholischen Hochschuljugend Österreichs, von 1995 bis 1998 war er wissenschaftlicher Projektmitarbeiter der Julius-Raab-Stiftung im Bereich Sozialpolitik. 1996/97 war er Zivildiener bei der Caritas, dann Projektmitarbeiter und sozialpolitischer Referent. Mit 28 wurde er zum Caritas-Generalsekretär designiert und schrieb seine Politikwissenschaft-Diplomarbeit zum Thema Armut fertig. Er ist verheiratet und Patchwork-Vater von drei Kindern, der seine Energie aus der Familie, klassischer Musik und Jazz schöpft.

Die Trennung von der Caritas wollte der Sozialexperte ganz klar vollziehen und hat daher schon gestern mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt eingereicht. Dass Wallners religiöser Hintergrund zu Konflikten mit den Grünen führen könnte, glaubt Parteichefin Eva Glawischnig nicht. Es gebe erstens viele, die von NGOs in die Politik wechseln und zweitens auch viele religiös engagierte Grüne, wie etwa Madeleine Petrovic.

Am 4. Dezember stellt sich Wallner der formellen Wahl im Erweiterten Bundesvorstand (EBV). Bis dahin will er sich bei den Grünen in den Bundesländern vorstellen, die Öffentlichkeit aber meiden. Er wird nach Eigenangaben weder Interviews geben, noch zu aktuellen Themen Stellung nehmen.





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