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Universitätsreform

Aufgrund der immer deutlicher werdenden Probleme und Missstände an den Universitäten ist die Universitätsreform eine der bedeutendsten und dringlichsten universitätspolitischen Maßnahmen der dieser Legislaturperiode.

Die Grünen wollen eine Re-Demokratisierung, mehr Frauenförderung und bessere Perspektiven für an den Universitäten tätige junge ForscherInnen.

Eine Universitätsreform muss teamorientierte, demokratische Universitätsstrukturen mit flexiblen und flachen Hierarchien ermöglichen, um Universitäten wieder zu lebendigen Orten des Forschens, Lehrens und Lernens zu machen. Die Grünen haben einen Katalog an Forderungen dazu ausgearbeitet.

Inhalt:


Mehr Mitspracherechte für UniversitätsassistentInnen und Studierende

Im Rahmen des UG 2002 wurden insbesondere dem sogenannten Mittelbau als wesentlichsten Leistungsträger, den Studierenden und dem „nichtwissenschaftlichen“ Personal Mitbestimmungsmöglichkeiten genommen respektive vorenthalten.

An der Wiener Medizin-Uni etwa stellen derzeit 120 ProfessorInnen 13 VertreterInnen im Senat – 3.000 Mittelbau-Angehörige vier, 10.000 StudentInnen fünf. Die Grünen fordern:

  • Erweiterung des aktiven und passiven Wahlrechts und der Ämterfähigkeit über die Gruppe der ordentlichen ProfessorInnen hinaus
  • Gewährleistung des Mitspracherechts auf allen Ebenen für MitarbeiterInnen im Forschungs- und Lehrbetrieb muss
  • Vertretung aller LeistungsträgerInnen der Universität in den universitären Gremien

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Aufwertung des Senats durch:

  • die Übernahme von Ratskompetenzen verbunden mit Agenden der Strategie- und Profilentwicklung in Kooperation mit dem RektorInnenteam
  • mehr Repräsentativität und die Möglichkeit der paritätischen Mitwirkung
  • mehr Kompetenzen bei der Wahl des Rektorats

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Unabhängige, kompetente Uniräte

  • Rat übernimmt die Aufgabe eines beratendes und kontrollierendes Organs
  • Erstellung eines klaren Anforderungs- und Leistungsprofil für Rats-Mitglieder (derzeit haben manche Uniräte nur wenig Verständnis und marginales Wissen über universitäre Vorgänge)
  • Dringende Entpolitisierung der Uni-Räte

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Gemeinsame Kurie für alle HochschullehrerInnen

  • Eine Kurie aller HochschullehrerInnen ab Doktorat
  • Neue Kurienzusammensetzung:
    40 % ProfessorInnen, 25 % akademischer Mittelbau (das ergibt einen Anteil von 65 % an HochschullehrerInnen), 25 % StudentInnen und 10 % allgemein Bedienstete
  • Keine Scheindemokratie: Gremien, die lediglich Anhörungsrecht, aber keinerlei Entscheidungsbefugnis haben, regen nicht zu Engagement und Mitarbeit an.


Frauenförderung

Nach wie vor sind Frauen in der Forschung in Österreich stark unterrepräsentiert. Frauen haben besonders wenig Mitbestimmungsmöglichkeiten, da sie gerade im Mittelbau vertreten sind (AssistentInnen, DozentInnen), denen im Rahmen des Universitätsgesetzes 2002 die meisten Entscheidungsbefugnisse genommen wurden.

Die Grünen fordern daher dringend Evaluierungen, inwieweit die in den Leistungsvereinbarungen vorgesehenen Maßnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils in leitenden Funktionen der Universität bereits umgesetzt wurden. Konkrete Maßnahmen für die Gleichstellung von Frauen und Männern müssen gesetzlich festgeschrieben werden.

Der Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen muss durch gesetzliche Maßnahmen gestärkt werden (Entscheidungs- und Mitwirkungsrechte, Rechtsmittel bei Einsprüchen, Kündigungsschutz, etc.). Zentral für die Frauenförderung ist die Stärkung des Mittelbaus (s.o.), damit jene Gruppen, in denen die meisten Frauen vertreten sind (Assistentinnen, DozentInnen) an Entscheidungsbefugnissen dazugewinnen.


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Verantwortlich für den Inhalt: Prof. Dr. Kurt Grünewald, Grüner Universitätssprecher und Abgeordneter zum Nationalrat; Mag.a Christina Heintel, ehem. Universitäts-und Forschungsreferentin des Grünen Klubs im Parlament.