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12.03.2010 13:37

zu Bologna: Kaputtsparen im Bildungsbereich muss ein Ende haben

"Das Kaputtsparen im Bildungsbereich muss ein Ende haben. Es ist unerträglich, dass Österreich zwar ständig Bildungszielen nachläuft, aber gleichzeitig nur Regierungs-Sprechblasen produziert werden, wenn es darum geht, endlich Verbesserungen umzusetzen. Das Budget für den ohnehin defizitären tertiären Bildungsbereich jetzt weiter zu reduzieren, kommt einer vollkommenen Bankrotterklärung der Regierung gleich", so der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald.

"Bei aller Verpflichtung von Universitäten und Fachhochschulen zu einer qualifizierten, an Berufsfeldern orientierten Ausbildung darf der Bildungsbegriff nicht auf bloße Nützlichkeit sowie Mode und Trends der Arbeitsmärkte eingeengt werden", fordert Grünewald anlässlich der Bologna-Debatte. Die Studierenden verlangen zurecht einen Bildungsbegriff, der breite Orientierung, Kritikfähigkeit, Interdisziplinarität und Emanzipation sowie Aufklärung umfasst. "Handwerkliches Können und bloßes Wissen genügt in einer immer vernetzter und komplexer werdenden Welt nicht mehr", meint Grünewald, der die Universitäten als Orte der kritischen wie kontroversiellen Auseinandersetzung erhalten möchte.

"Der Trend geht in die Richtung, immer kürzere Studien möglichst rasch und systemkonform zu absolvieren und das Baccalaureat zum Regelstudium des tertiären Bildungssektors zu erklären. Aber wenn Master- und Doktoratsstudien nur mehr einem massiv reduzierten Anteil an Studierenden ermöglicht werden, verändert das den Charakter der Universitäten massiv und lässt die Differenzierung zu Fachhochschulen immer mehr verschwimmen", kritisiert Grünewald und weiter: "Die Idee, Masterstudien erst nach einigen Jahren Berufserfahrung zu beginnen, ist als Möglichkeit durchaus akzeptabel, für die Laufbahn in Wissenschaft und Forschung jedoch hanebüchen und weltfremd".

Was bei Bologna vielfach unterschlagen wird, ist der Wunsch nach mehr Qualität und mehr Studierenden, die sich ein Studium auch leisten können. Österreich hat seine Hausaufgaben hinsichtlich der Verbesserung von Betreuungsverhältnissen, räumlichen Ressourcen für Lehre, Ausbau von Lernzentren und der Anhebung der Zahl von StudienbeihilfenempfängerInnen, bislang nicht gemacht", betont Grünewald.




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