Der Klimawandel ist das gravierendste und drängendste globale Umweltproblem. Die weltweit steigenden Treibhausgase aus Verkehr, Industrie, Hausbrand und Energiewirtschaft verursachen bereits heute Katastrophen mit Milliardenschäden.
KlimaforscherInnen zweifeln nicht daran, dass die Zunahme von Hurrikans, Dürren und Hochwasserkatastrophen auf die Klimaerwärmung zurückzuführen sind.
Zentraler Schlüssel für erfolgreichen Klimaschutz ist eine Wende in der Energiepolitik.
Inhalt:
Der Klimaschutz ist eine der größten globalen Herausforderungen unserer Zeit. Ein Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) der Vereinten Nationen lässt keinen Zweifel, dass der aktuelle Klimawandel von Menschenhand gemacht ist. Eine durchschnittliche Erderwärmung um bis zu 6 Grad ist in den nächsten hundert Jahren zu erwarten, wenn nichts dagegen getan wird.
Dabei drohen bereits bei einem Anstieg um 1-2 Grad gegenüber vorindustriellen Werten ernsthafte Risiken für viele einzigartige und bedrohte Ökosysteme. Steigt die globale Erwärmung um mehr als etwa 2,5 Grad, wären 20-30 Prozent der Arten weltweit vom Aussterben bedroht. Außerdem drohen dann die polaren Eiskappen abzuschmelzen. Das könnte zu einem schnelleren Anstieg des Meeresspiegels über die nächsten Jahrhunderte führen. Damit die Ökosysteme nicht außer Kontrolle geraten, ist es lt. IPCC notwendig, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf 2 Grad Celsius zu begrenzen.
Um das zu erreichen, müssen die Emissionen weltweit 2015 ihren Höchststand erreicht haben und dann bis 2050 um mindestens 50% gesenkt werden. Das bedeutet, dass die Industrieländer bis 2020 ihre Treibhausgasemissionen um 25 bis 40% reduzieren müssen, bis 2050 um mindestens 80%. Die Klimaforscher sind sich einig:
Der wesentliche Schalthebel liegt in der Energiepolitik
ist doch der Energieverbrauch im Energie- und Verkehrsbereich Hauptverursacher des menschgemachten Klimawandels.
Der Weg dabei ist klar: drastische Steigerung der Energieeffizienz, raus aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Öl, Kohle und Gas und Einstieg in die Solarwirtschaft (siehe Energiewende und Energiesparen ohne Komfortverlust).
Ziel ist dabei die 100% Energieversorgung aus solaren (erneuerbaren) Energieträgern. Die weltweiten Konflikte rund um die knapper werdenden Ölvorräte und der dramatisch gestiegene Ölpreis zeigen, dass die Solarwirtschaft die einzige Zukunftsoption darstellt.
Vor diesem Hintergrund gibt es auf internationaler Ebene bedeutsame Entwicklungen: Die UNO befindet sich in einem Verhandlungsprozess für eine Nachfolge des Kyoto-Protokolls, in dem sich die Industrieländer (ausgenommen sind die USA, die nicht mitmachen) in den Jahren 2008-2012 zu einer Reduktion der Treibhausgasemissionen um 5,2 % unter das Niveau von 1990 verpflichtet hatten. Die EU insgesamt trägt mit -8 % zur globalen Reduktion bei,
Österreichs Reduktionsverpflichtung liegt bei -13 %
Bis Ende 2009 soll ein neues Abkommen geschlossen werden. Die EU hat ein Energie- und Klimapaket vorgelegt, in dem sie sich bis 2020 eine Reduktion um 20 % (bzw. 30 %, wenn eine internationale Einigung zustande kommt) zum Ziel setzt. Diese Reduktion soll Hand in Hand mit einer Anhebung des Anteils erneuerbarer Energie auf 20 % und der Energieeffizienz um 20 % gehen.
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Die Grünen bekennen sich klar zum Kyoto-Klimaschutzziel, wonach die Treibhausgasemissionen in Österreich bis zur Zielperiode 2008/2012 um 13% gesenkt werden müssen (Basisjahr 1990). Für 2020 müssen ambitioniertere als die von der EU vorgeschlagenen Ziele realisiert werden, wie sie auch der Weltklimarat empfiehlt.
Die Grünen treten daher für ein Klimaschutzgesetz mit verbindlichen Zielen ein, damit rasch ambitionierte Klimaschutzmaßnahmen finanziert und umgesetzt werden können.
Die Grundsäulen dieser Politik sind ein wirksamer Emissionshandel, eine Effizienzrevolution vor allem in den Bereichen Verkehr und Kleinverbraucher, der Ausbau von Ökostrom und anderen erneuerbaren Energien und eine ökosoziale Steuerreform. Neben positiven Auswirkungen auf die Umwelt und den vorsorgenden Hochwasserschutz bringt dieses Programm auch neue Impulse für die Wirtschaft und schafft Tausende Arbeitsplätze.
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Klimaschutzziele einhalten
Angesichts der zu erwartenden dramatischen volkswirtschaftlichen und ökologischen Folgekosten durch den Klimawandel muss es oberstes Gebot der österreichischen Umweltpolitik sein, alles zu unternehmen, um die heimischen Klimaschutzziele auch zu erreichen. Durch ein Infragestellen des Kioto-Protokolls würde sich Österreich auf eine Stufe mit Klimaschutzsündern wie der USA stellen. Das wäre ein umweltpolitischer Rückschritt in die Steinzeit. Zudem würde die Chance auf zusätzliche Zehntausende Arbeitsplätze, die sich durch die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen und einer ökosozialen Steuerreform in den kommenden Jahren ergeben, fahrlässig vertan.
Energieplan für Österreich
Gemeinsam mit NGOs und ExpertInnen soll ein klima- und sozialverträglicher sowie wirtschaftskompatibler „Energieplan für Österreich“ erarbeitet werden.
Details siehe: Energiewende
Ökosoziale Steuerreform für Zehntausende neue Arbeitsplätze
siehe Ökosoziale Steuerreform
Effizienz-Offensive
Eine Reduktion der CO2-Emissionen ist angesichts des steigenden Stromverbrauchs nicht alleine durch den wichtigen Ausbau der Erneuerbaren Energien zu erreichen. Nur durch eine absolute Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch kann es langfristig gelingen, die Trendwende im Klimaschutz zu schaffen. Die Energieintensität (Verhältnis zwischen Energieeinsatz pro Wirtschaftsleistung) muss stärker verbessert werden als bisher.
Erneuerbare Energien forcieren
CO2-Emissionen verringern und Kosten senken durch Umstieg auf erneuerbare Energie
Verantwortlich für den Inhalt: Dr.in Ruperta Lichtenecker, Abgeordnete zum Nationalrat, Wirtschafts- und Technologiesprecherin und ehem. Umweltsprecherin; DI Andreas Veigl, Umweltreferent des Grünen Klubs im Parlament.